"Unsere Kirche in Rudendorf und dieses Feuerwehrauto sind nicht groß. Wir brauchen keine Kathedrale und kein schweres Tanklöschfahrzeug mit Drehleiter. Was wir brauchen, sind Menschen, die dahinterstehen, hinter unserer Kirche und hinter unserer Feuerwehr. Und diese Menschen gibt es hier in Rudendorf." Dies betonte Pfarrer Volkmar Gregori bei seiner Festpredigt zur Übergabe des neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges an die Feuerwehr Rudendorf.
Feuerwehr und Kirche gehörten zusammen, sagte Pfarrer Gregori in seiner Rede: ",Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!‘ kommt schon im Leitspruch der Feuerwehren zum Ausdruck." Die Michaelskirche sei das Wahrzeichen und die Mitte von Rudendorf. Sie sei dazu da, den Menschen Halt und Geborgenheit zu geben. In einem Dorf, in dem es eine gut ausgebildete und modern ausgerüstete Feuerwehr gibt, könnten die Menschen sicherer leben, vielleicht auch ruhiger schlafen. Kirche und Feuerwehr sorgten gemeinsam für mehr Lebensqualität im Dorf. Zusammen mit Diakon Günter Kaim segnete Pfarrer Volkmar Gregori das neue Fahrzeug.


"Kleinere Brötchen gebacken"

Kommandant Bernhard Scharting erinnerte daran, dass man vor zehn Jahren das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht und vor fünf Jahren ein gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug angeschafft habe. Mancher stelle hierzu vielleicht die Frage, weshalb die FF Rudendorf innerhalb von fünf Jahren zwei Fahrzeuge anschafft. Eine Neuanschaffung sei damals nicht finanzierbar gewesen, und man hätte auch nicht so günstige Zuschüsse wie jetzt erhalten. Außerdem hätte sich die Feuerwehr selbst nicht mit Kosten von 15 000 Euro beteiligen können, da sie zuvor schon für die Bestuhlung, Anschaffung von Theken, Einrichtungen und Feuerwehranzüge ungefähr 11 000 Euro beigesteuert hätte. "So mussten wir damals kleinere Brötchen backen, und es war nur die Anschaffung eines gebrauchten Fahrzeuges möglich."
Als im Juni 2015 die staatlichen Förderungen angehoben wurden und sich die Vereinskasse wieder etwas erholt hatte, habe man das Thema "Neuanschaffung eines Fahrzeuges" aufgegriffen und bei der Gemeinde einen Antrag gestellt, der mit großer Einmütigkeit genehmigt worden sei. Das neue Fahrzeug habe man nun schon vor längerer Zeit abgeholt und mit musikalischem Geleit im Ort empfangen.
Kommandant Bernhard Scharting bezifferte die Fahrzeugkosten mit 62 800 Euro, zu denen man als Basisförderung, Zusatzförderung für Räume mit Handlungsbedarf und Beschaffung baugleicher Fahrzeuge 26 500 Euro an staatlicher Förderung bekommen habe. Der Feuerwehrverein habe 15 000 Euro beigesteuert, so dass für die Gemeinde 21 300 Euro übrigblieben. Das alte Fahrzeug mit der Aufschrift "Feuerwehr Rudendorf" könne man nun vielleicht in Kalifornien/USA entdecken, weil es dorthin verkauft worden sei.
Bürgermeister Walter Ziegler sprach von einem "vorläufigen Schlusspunkt" dessen, was man in den letzten 13 bis 14 Jahren hier in die alte Schule und den Festplatz investiert hat. Man habe die alte Schule saniert, ein Gemeinschaftshaus eingerichtet und die unzulängliche Garage für die Feuerwehr vergrößert. Beim alten Fahrzeug der Wehr seien die Reparaturen so angestiegen, dass es nicht mehr haltbar gewesen sei. Zum Glück seien die Förderrichtlinien verbessert worden. Wenn Zuschüsse zugesagt werden, sei es für den Gemeinderat aber noch leichter, wenn auch der örtliche Feuerwehrverein mit einem kräftigen Beitrag der Gemeinde unter die Arme greift, und das sei in Rudendorf geschehen. So überreichte er mit besonderer Freude den Fahrzeugschlüssel an Kommandant Bernhard Scharting.


Feuerwehrleute geehrt

Kreisbrandinspektor (KBI) Peter Pfaff beglückwünschte die Bevölkerung zu diesem neuen Fahrzeug, denn es sei ja schließlich zum Schutz für die Bürger da. Sein Dank galt aber auch der Gemeinde und dem Feuerwehrverein, der damit innerhalb weniger Jahre 26 000 Euro für die Wehr aufgebracht habe. Das sei eine Riesensumme und eine große Entlastung für die Kommune. Anschließend wurden aktive Feuerwehrkameraden für 25- bzw- 40-jährige Dienstzeit geehrt. Es waren dies für 25 Jahre Norbert Trützel, Stefan Strätz und Holger Dietz sowie für 40 Jahre Gerhard Studtrucker, Edgar Karl und Wilhelm Will.
Das Fest war verbunden mit dem Gemeindefeuerwehrtag und einer Einsatzübung aller Ortswehren beim fiktiven "Brand einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle" in Rudendorf. Im Einsatz war dabei auch der schwere Atemschutz, und die Feuerwehr Ebelsbach war mit ihrer großen Drehleiter vor Ort.