Die Müllmengen- und Wertstoffbilanz für das vergangene Jahr stand am Montagnachmittag auf der Tagesordnung des Umwelt- und Werkausschusses des Kreistags Haßberge. Vor den Ausführungen im Landratsamt in Haßfurt führte Werkleiter Wilfried Neubauer das Gremium mit Landrat Wilhelm Schneider an der Spitze durch das Kreisabfallzentrum in Wonfurt.

Rund 22 000 Tonnen Restmüll, davon 10 000 Tonnen aus Privathaushalten, werden jährlich von Wonfurt aus in das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) zur thermischen Verwertung (Verbrennung) gefahren. Dies erläuterte Neubauer bei dem Rundgang. Vier bis fünf Müllautos liefern täglich das Material im Kreisabfallzentrum an, das in einem Bunker (Umladestation) zwischengelagert wird, ehe es mit Sattelzügen nach Schweinfurt gebracht wird. Besonders Gewerbe- und Sperrmüll werde vorher in der Anlage zerkleinert, schilderte er. "Unser erklärtes Ziel ist, die Haus- und Sperrmüllmenge so weit wie möglich zu reduzieren und die Wertstofferfassung auf einem hohen Niveau zu halten", so Neubauer.

Trotz der Einführung der Gelben Tonne am Jahresanfang laufen den Angaben zufolge noch zu viele Verpackungsabfälle über die Wertstoffhöfe. Das müsse der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises finanziell ausgleichen, da der Zuschuss des Dualen Systems für die frühere Vorsortierung durch die Bürger weggefallen, aber der Betreuungsaufwand der Wertstoffhöfe gleichgeblieben ist. Gleichwohl lobte Neubauer die Bürger für die Sortenreinheit in der Gelben Tonne. Dies bestätigte sich, als der Chef des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises einen Container mit Leichtverpackungen zufällig auswählte und öffnete.

Mit 1270 Tonnen Leichtfraktionen, die das Duale System behandelt, ist die Menge um zehn Tonnen gegenüber 2018 gesunken. An anderen Kunststoffen kamen aktuell 265 Tonnen zusammen. Außerdem wurden 2019 rund 15 000 Tonnen Kompostiergut angenommen sowie 827 Tonnen Altmetalle und rund 1000 Tonnen Elektrogeräte.

Die Abholung von Sperrmüll verläuft über ein Abrufsystem und erfolgt innerhalb von sechs Wochen nach Eingang der Abholungsanforderung. Die Gesamtabrufe betrugen im Berichtsjahr 1483 (2018: 1579) und erlebten somit gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang von sechs Prozent. Über das Holsystem wurden im vergangenen Jahr 697 Tonnen Sperrmüll, davon 302 Tonnen Sperrmüll-Altholz, 287 Tonnen Rest-Sperrmüll und 107 Tonnen Wertstoffe, erfasst. Hier spiegelt sich die erhöhte Abrufanzahl wieder. Der Vorjahreswert betrug 710 Tonnen.

Das einwohnerbezogene Hausmüllaufkommen blieb mit durchschnittlich 76,7 Kilogramm je Einwohner nahezu unverändert. Beachtlich sind jedoch die Spannweiten der einwohnerbezogenen Werte im Vergleich der Gemeinden. So ist Gädheim mit 62,4 Kilogramm je Einwohner der Spitzenreiter mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Hausmüllaufkommen, während in Untermerzbach mit 95,4 Kilogramm je Einwohner am meisten entsorgt wurde. Im Jahr 2018 lag der Wert für die Untermerzbacher sogar noch bei 102,2 Kilogramm je Einwohner.

Den Gemeinden werden vom Abfallwirtschaftsbetrieb organisierte gemeindebezogene Hausmüllanalysen angeboten. Bei Bürgerversammlungen sollen die Bürger dann informiert werden, ob und wo Handlungsbedarf besteht. Im Berichtsjahr wurde das Angebot nicht wahrgenommen. Die Zusammensetzung des Hausmülls der Gemeinde Untermerzbach wurde mehrfach stichprobenartig geprüft, indem der im Kreisabfallzentrum Wonfurt angelieferte Hausmüll gesichtet wurde. Signifikante Auffälligkeiten waren nicht erkennbar. Bei Beauftragung einer weiteren Analyse liegt die Kostenlast bei der Gemeinde Untermerzbach.

Für die Entsorgung von unbelastetem Erdaushub arbeitet der Abfallwirtschaftsbetrieb derzeit ein Konzept für Abgabemöglichkeiten im nördlichen und südlichen Teil des Landkreises aus. Die Suche gestaltet sich laut Neubauer jedoch recht schwierig. Errichtet werden sollen Deponien, die für normalen und sauberen Erdaushub ausgelegt sind. Die Zuständigkeit für die Entsorgung von Erdaushub liegt bei den Gemeinden. Lediglich die Städte Eltmann und Zeil sowie die Gemeinden Knetzgau, Rauhenebrach und Theres haben diese Aufgabe auf den Landkreis übertragen. Der aus diesen Gemeinden stammende Erdaushub wird momentan für Abdeckungszwecke auf der Deponie in Wonfurt verwendet oder zwischengelagert.

Vorgestellt hat sich in der Ausschusssitzung die Rangerin des Naturparks Haßberge. Katja Winter übt ihre Tätigkeit seit Anfang dieses Jahres aus und hat schon zahlreiche Veranstaltungen konzipiert. Ziel ihrer Arbeit ist es, mehr Wertschätzung für die Natur zu erzeugen. Landrat Wilhelm Schneider lobte Winter auch für ihr Engagement bei den Dreharbeiten für einen Film des Bayerischen Rundfunks, den die Bevölkerung am Sonntag in einer 45-minütigen Fernsehsendung anschauen konnte.