"Unsere Altstadt ist ein ganz wertvolles Gut", sagte der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann in Bezug auf eine Änderung der Gestaltungssatzung für die Altstadt. Diese hatte der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag beschlossen. In den vergangenen Jahren haben sich Stadtrat und Bauausschuss mehrfach mit dem Thema "Photovoltaik in der Altstadt "auseinandergesetzt.

In der Stadt Königsberg wurde eine Anpassung der Altstadtsatzung bereits 2018 vorgenommen. Hier hat die Untere Denkmalschutzbehörde diversen Ausnahmen zugestimmt, die nach Aussage der Regierung von Unterfranken auch für Zeil denkbar seien. Trotzdem kam der deutliche Hinweis der Regierung, dass die öffentlichen Belange des Klimaschutzes kein Vorrecht gegenüber dem Denkmalschutz haben.

Auf Empfehlung des Stadtrats wurde das Büro RSP in Bayreuth als langjähriger Zeiler Stadtplaner zur Erarbeitung einer brauchbaren Lösung hinzugezogen. Im Wesentlichen wurden hierbei die Empfehlungen der Regierung beachtet.

Nur Nebengebäude im Stadtkern

Im Kernbereich, also vor allem im historischen Stadtkern, sollen nur kleine Ausnahmen genehmigt werden. Hierbei muss die mögliche Photovoltaikanlage auf einem Nebengebäude sein, und sie darf von der öffentlichen Verkehrsfläche aus nicht einsehbar sein.

Im Randbereich (östlich der Altach sowie die Anwesen nördlich des Messerschmidtgrabens) können Photovoltaikanlagen auch auf Hauptgebäuden zugelassen werden. Dies muss aber mit dem Charakter des Gebäudes und der Umgebung aus städtebaulicher Sicht vertretbar sein. Der Stadtrat legt hierzu jeweils eine Einzelfallentscheidung fest, in Abstimmung mit den zuständigen Behörden.

Neuer Supermarkt

Im Gewerbegebiet "Gröbera II", direkt am ersten Kreisel von Haßfurt kommend, wird ein neuer Lidl-Markt, ein führender Vollsortimenter, eine Bäckereifiliale oder ähnliches entstehen. Hierzu traf der Stadtrat bereits im April 2019 die Entscheidung, eine Fläche von insgesamt über 13 000 Quadratmetern an einen Projektentwickler zu verkaufen. Zur Einleitung des Verfahrens ist ein Aufstellungsbeschluss eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu fassen.

Einige Stadträte störten sich an der Einschränkung im Beschlussvorschlag, wonach weitere Einzelhandelseinrichtungen in dem Gewerbegebiet danach nicht mehr zulässig seien.

Bürgermeister Stadelmann stellte klar, dass diese Bedingung von der Regierung von Unterfranken vorgegeben wurde und dem Stadtrat bei dem Verkaufsbeschluss mitgeteilt wurde. Dennoch einigte man sich, dass erneut Rücksprache mit der Regierung geführt werde. Der Tagesordnungspunkt wurde zurückgestellt und soll zeitnah in einer wahrscheinlich extra dafür anberaumten Stadtratssitzung beschlossen werden.

Für die laufende Wahlperiode wurde die Dienstaufwandsentschädigung des Ersten Bürgermeisters sowie seiner Stellvertreter festgelegt.

Damit sollen durch das Amt bedingte Mehraufwendungen ausgeglichen werden. Wie bisher erhält der Erste Bürgermeister monatlich 693,86 Euro, der Zweite Bürgermeister 453,96 Euro und der Dritte Bürgermeister noch 253,48 Euro. Eine tarifliche Anpassung an die Besoldungserhöhungen ist vorgesehen.

Vereidigt wurde durch Stadelmann die neue Ortssprecherin von Sechsthal: Heike Hluchnik wird in den nächsten sechs Jahren die Interessen der Einwohner des Stadtteils vertreten.