Livemusik, tausende Besucher und bekannte Sänger im eigenen Hof - für den Schlossherrn Hermann Freiherr von Rotenhan ist das nichts Ungewöhnliches. Bereits zum vierten Mal findet im Schloss Eyrichshof das Open Air statt.
"Ich liebe die Musik und ich liebe mein zu Hause, das ist einfach eine schöne Kombination aus Beidem", sagt der Baron. In diesem Jahr gibt es von heute an bis zum 29. Juli jeden Abend Livemusik, darunter von Nena, Chris de Burgh und der Spider Murphy Gang - der Aufbau ist im vollen Gange. Seit Sonntag arbeitet ein 20-köpfiges Team daran. "Es steckt viel Aufwand dahinter", bestätigt er. Jeweils zweieinhalb Tage sind für Auf- und Abbau eingeplant.


Kleine Herausforderungen

"Grundsätzlich bei Schlössern und Burgen gibt es die Herausforderung, dass die Bühne sehr genau positioniert werden muss, da der Hof baulich eingeschränkt ist", sagt die technische Leiterin Mary Moosburger. So musste auch eine Löwen-Statue "im wahrsten Sinne des Wortes um die Ecke gebracht werden, damit genug Platz für die Bühne ist". Abgeschirmt werden kostbare Statuen aber nicht - man vertraue dem Publikum.

Außerdem ist da noch die Sache mit dem Strom in alten Gemäuern. "Zu dem Zeitpunkt, als die gebaut wurden, hat ja niemand daran gedacht, dass hier einmal so etwas stattfinden würde und man Strom benötigt", sagt sie lachend. Daher müssen zusätzliche Stromaggregate angebracht werden. Ansonsten gebe es keine größeren Probleme- nach vier Jahren Zusammenarbeit habe sich alles bestens eingespielt.

Neben der Bühne im Burginnenhof wird es wieder einen Gastronomie-Bereich geben. "Wenn es den Besuchern mal zu laut vor der Bühne wird, können sie einfach in den kleinen Biergarten gehen." Damit sich auch die Künstler wohlfühlen, wurden einige Schlosszimmer als Garderobenräume zur Verfügung gestellt und zum Teil mit Mobiliar aus dem Schloss eingerichtet.
"Am meisten freue ich mich auf den Moment, wenn es dunkel wird. Dann entsteht eine magische Stimmung", schwärmt Rotenhan. "Umso besser, dass das Wetter mitspielt", fügt er hinzu. Bis zu 4500 Menschen können diese Atmosphäre miterleben, je nachdem, wie bestuhlt die Veranstaltung wird. In diesem Jahr sollen mehr Sitzplätze geboten werden. Dann haben mindestens 2400 Gäste Platz. Bisher, so der Baron, haben er und die Mitveranstalterin Gaby Heyder viele positive Rückmeldungen von Besuchern und Sängern erhalten. Er ist sich sicher: Auch in den nächsten Jahren soll die Veranstaltung fortgeführt werden.

Für den Freiherrn bieten die Konzerte nicht nur eine Gelegenheit, bekannte Sänger kennenzulernen, sondern auch die Einnahmen sind wichtig. Denn das Dach müsse beispielsweise bald hergerichtet werden. Ein Schloss zu erhalten - dahinter stecken Summen, die einem Hausbesitzer wohl den Atem stocken lassen würden. "Es ist nötig, dass man Projekte entwickelt, um weitere Standbeine aufzubauen", erklärt Rotenhan. In erster Linie geht es ihm aber nicht darum: "Es freut mich, wenn man unseren Familienbesitz auf so schöne Weise belebbar macht und Weltstars nach Eyrichshof bringen kann."