Mit der künftigen Form der Abwasserreinigung im Raum Ober-, Unter- und Neuschleichach befasste sich der Gemeinderat Oberaurach in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus Tretzendorf. Ingenieur Hugo Barthel erläuterte die gesetzlichen Anforderungen und die nötigen Investitionen, um diese Vorgaben einhalten zu können. Das einstimmige Ergebnis im Gemeinderat: Es ist deutlich wirtschaftlicher, die Kläranlage in Unterschleichach nicht auszubauen, sondern aufzulassen und die drei Schleichach-Orte per Druckleitung an die bestehende Kläranlage in Kirchaich anzuschließen.
Schon seit 2008 läuft die Unterschleichacher Kläranlage nur mit jeweils befristeten Genehmigungen.
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Die Planungen verzögerten sich jedoch immer wieder, vor allem weil es nach wie vor nicht klar ist, ob auf einer Trasse einer eventuellen Druckleitung der lange gewünschte Radweg nach Tretzendorf entstehen kann. Bezüglich der Anfang der 1980er-Jahre in Betrieb gegangenen Kläranlage in Unterschleichach müsste die Gemeinde jetzt allerdings Entscheidungen treffen, damit die Fristen nicht verstreichen, sagte Bürgermeister Thomas Sechser (CSU).
So mussten sich die Gemeinderatsmitglieder zunächst mit trockener Materie wie Schmutzfrachten, CSB-Werten, Stauvolumina und Drosselwasser-Mengen auseinandersetzen. Die neuen gesetzlichen Bestimmungen fordern unabhängig davon, ob die Kläranlage Unterschleichach ausgebaut oder die Druckleitung gebaut würde, eine Verbesserung der so genannten Mischwasserbehandlung, sprich größere Stauraumkanäle oder Regenüberlaufbecken. Ein Grund für diese Auflagen ist unter anderem, dass die Aurach, der das geklärte Abwasser zugeführt wird, nur ein sehr kleines Gewässer ist.
Auch an die Abwasserklärung werden heute neue Anforderungen gestellt, etwa die gezielte Nitrifikation. Die bestehende Kläranlage in Unterschleichach baut lediglich den Kohlenstoff ab. Wenn es auch dem Stickstoff "an den Kragen" gehen soll, müsste sie erweitert werden um einen Tropfkörper oder eine Scheiben-Tauchkörperanlage.
Eine solche Nachrüstung würde mindestens 1,7 Millionen Euro kosten, so der Fachplaner. Barthel hatte dem Gemeinderat schon vor über einem Jahr signalisiert, dass aus seinen Erfahrungen heraus eine Ertüchtigung der Unterschleichacher Anlage teurer wäre als die Pumpleitung.
Diese Druckleitung wäre bis Tretzendorf 3640 Meter lang.
Die Pumpstation würde an das in Unterschleichach nötige zusätzliche Regenüberlaufbecken angedockt. Zwei abwechselnd arbeitende Pumpen würden dort für den Betrieb sorgen. Die Kosten für Pumpstation und Druckleitung bezifferte Hugo Barthel auf 1,35 Millionen Euro. Außerdem würde die Gemeinde (beziehungsweise der Abwassergebühren-Zahler in Oberaurach) jährliche Betriebskosten von über 20 000 Euro einsparen.
Vor einer solchen Entscheidung hatte der Planer natürlich zu prüfen, ob die Kläranlage in Kirchaich die zusätzlichen Abwassermengen bewältigen kann. Bei diesen Berechnungen geht es nicht mehr um "natürliche" Einwohner, sondern um die Einwohnergleichwerte. Darin eingeschlossen sind zusätzliche Mengen etwa für Gewerbe- oder Industriebetriebe und auch Übernachtungs- und Gastronomie müssen eingeplant werden. "Sie haben hier enorm viele Sitzplätze in Gaststätten und Biergärten", so Hugo Barthel, "und jeder Sitzplatz fließt in die Berechnung ein - das sind über 200 Einwohnerwerte".
Allerdings wurde die Kläranlage Kirchaich vor 16 Jahren auf 4900 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Damals füllten die Oberauracher Brauereien noch vor Ort ab und produzierten damit große Mengen Abwasser und auch die Molkerei in Tretzendorf war ein Groß-Einleiter.
Derzeit sei die Kläranlage Kirchaich, an die neben Kirchaich selbst mit Nützelbach die Gemeindeteile Dankenfeld, Trossenfurt, Tretzendorf und Hummelmarter angeschlossen sind, mit 3000 Einwohner-Werten belastet, so Hugo Barthel. Für den Raum Schleichach errechnen sich mit Reserven 1450 Einwohner-Werte, so dass die Anlage Kirchaich auch noch ausreichend Reserven für die geplanten Neubaugebiete habe.
Angesichts der Zahlen "gibt es nur eine Entscheidung", stellte Gemeinderat Klaus Thomas fest. Der schloss sich nach verschiedenen Nachfragen der gesamte Gemeinderat an und fällte den Beschluss, die Kläranlage in Unterschleichach aufzulassen und die Druckleitung nach Tretzendorf zu bauen.
Die Gesamtinvestition für die Gemeinde mit den neuen Regenüberlaufbecken beläuft sich auf 2,29 Millionen Euro zuzüglich der Bau-Nebenkosten. Die Bauzeit bezifferte Hugo Barthel mit etwa einem Jahr. sw
Verzögerung
Schon seit 2008 läuft die Unterschleichacher Kläranlage nur mit jeweils befristeten Genehmigungen.
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Die Planungen verzögerten sich jedoch immer wieder, vor allem weil es nach wie vor nicht klar ist, ob auf einer Trasse einer eventuellen Druckleitung der lange gewünschte Radweg nach Tretzendorf entstehen kann. Bezüglich der Anfang der 1980er-Jahre in Betrieb gegangenen Kläranlage in Unterschleichach müsste die Gemeinde jetzt allerdings Entscheidungen treffen, damit die Fristen nicht verstreichen, sagte Bürgermeister Thomas Sechser (CSU).So mussten sich die Gemeinderatsmitglieder zunächst mit trockener Materie wie Schmutzfrachten, CSB-Werten, Stauvolumina und Drosselwasser-Mengen auseinandersetzen. Die neuen gesetzlichen Bestimmungen fordern unabhängig davon, ob die Kläranlage Unterschleichach ausgebaut oder die Druckleitung gebaut würde, eine Verbesserung der so genannten Mischwasserbehandlung, sprich größere Stauraumkanäle oder Regenüberlaufbecken. Ein Grund für diese Auflagen ist unter anderem, dass die Aurach, der das geklärte Abwasser zugeführt wird, nur ein sehr kleines Gewässer ist.
Auch an die Abwasserklärung werden heute neue Anforderungen gestellt, etwa die gezielte Nitrifikation. Die bestehende Kläranlage in Unterschleichach baut lediglich den Kohlenstoff ab. Wenn es auch dem Stickstoff "an den Kragen" gehen soll, müsste sie erweitert werden um einen Tropfkörper oder eine Scheiben-Tauchkörperanlage.
Eine solche Nachrüstung würde mindestens 1,7 Millionen Euro kosten, so der Fachplaner. Barthel hatte dem Gemeinderat schon vor über einem Jahr signalisiert, dass aus seinen Erfahrungen heraus eine Ertüchtigung der Unterschleichacher Anlage teurer wäre als die Pumpleitung.
Zwei Pumpen
Diese Druckleitung wäre bis Tretzendorf 3640 Meter lang.
Die Pumpstation würde an das in Unterschleichach nötige zusätzliche Regenüberlaufbecken angedockt. Zwei abwechselnd arbeitende Pumpen würden dort für den Betrieb sorgen. Die Kosten für Pumpstation und Druckleitung bezifferte Hugo Barthel auf 1,35 Millionen Euro. Außerdem würde die Gemeinde (beziehungsweise der Abwassergebühren-Zahler in Oberaurach) jährliche Betriebskosten von über 20 000 Euro einsparen. Vor einer solchen Entscheidung hatte der Planer natürlich zu prüfen, ob die Kläranlage in Kirchaich die zusätzlichen Abwassermengen bewältigen kann. Bei diesen Berechnungen geht es nicht mehr um "natürliche" Einwohner, sondern um die Einwohnergleichwerte. Darin eingeschlossen sind zusätzliche Mengen etwa für Gewerbe- oder Industriebetriebe und auch Übernachtungs- und Gastronomie müssen eingeplant werden. "Sie haben hier enorm viele Sitzplätze in Gaststätten und Biergärten", so Hugo Barthel, "und jeder Sitzplatz fließt in die Berechnung ein - das sind über 200 Einwohnerwerte".
Allerdings wurde die Kläranlage Kirchaich vor 16 Jahren auf 4900 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Damals füllten die Oberauracher Brauereien noch vor Ort ab und produzierten damit große Mengen Abwasser und auch die Molkerei in Tretzendorf war ein Groß-Einleiter.
Volumen reicht
Derzeit sei die Kläranlage Kirchaich, an die neben Kirchaich selbst mit Nützelbach die Gemeindeteile Dankenfeld, Trossenfurt, Tretzendorf und Hummelmarter angeschlossen sind, mit 3000 Einwohner-Werten belastet, so Hugo Barthel. Für den Raum Schleichach errechnen sich mit Reserven 1450 Einwohner-Werte, so dass die Anlage Kirchaich auch noch ausreichend Reserven für die geplanten Neubaugebiete habe.
Eindeutig
Angesichts der Zahlen "gibt es nur eine Entscheidung", stellte Gemeinderat Klaus Thomas fest. Der schloss sich nach verschiedenen Nachfragen der gesamte Gemeinderat an und fällte den Beschluss, die Kläranlage in Unterschleichach aufzulassen und die Druckleitung nach Tretzendorf zu bauen.Die Gesamtinvestition für die Gemeinde mit den neuen Regenüberlaufbecken beläuft sich auf 2,29 Millionen Euro zuzüglich der Bau-Nebenkosten. Die Bauzeit bezifferte Hugo Barthel mit etwa einem Jahr. sw