Mit Tina Scheller und Matthias Grundmann sind zwei neue Kräfte offiziell eingeführt worden, die bei der Rummelsberger Gemeinschaft in Ditterswind bereits seit Monaten entscheidende Weichen stellen. Es geht um die Verlagerung von Bewohnern der bisherigen Einrichtung im Ditterswinder Schloss in Einzel-Wohngruppen im Maintal. Damit soll der Grundsatz der Inklusion der behinderten Menschen verfolgt werden. Sie sollen ins tägliche Leben einbezogen sein und sich selbst verwirklichen können. Die Verlagerung aus Ditterswind, wo die Rummelsberger seit Jahrzehnten ansässig waren, hatte im Markt Maroldsweisach viel Wirbel ausgelöst. Einerseits gehen Arbeitskräfte verloren, hieß es, andererseits seien das Heim und die Behinderten im Dorf bestens integriert.

Von "Aktion Mensch" gefördert

Diakon Grundmann wurde die Aufgabe des Projektmanagements für die Dezentralisierung übertragen, Tina Scheller übernimmt die Aufgabe des so genannten "Case-Managements" und Inklusionsmanagements übertragen; beide führen diese Dienste bereits seit August bzw. September vorigen Jahres aus. Jetzt hat sie der Leiter der Rummelsberger Brüderschaft und Vorstandsmitglied der Rummelsberger Diakonie, Diakon Martin Neukamm, bei einem Gottesdienst offiziell in ihre Aufgaben eingeführt.

Die Stellen "Case-Management" und "Projektmanagement" sind seit 2012 durch die "Aktion Mensch" gefördert; beide Funktionen tragen maßgeblich dazu bei, die Dezentralisierung und Konversion der Komplexeinrichtung voranzubringen, erfuhren die Besucher des Gottesdienstes.

Diakon Günter Schubert, Regionalleiter für den Bereich Unterfranken bei den Rummelsbergern, sagte, er freue sich ganz besonders, "dass zwei neue Kollegen mit ihrem Dienst begonnen haben, die das Dezentralisierungsvorhaben tatkräftig unterstützen werden."

Dadurch solle es künftig möglich werden, Hilfe suchenden Menschen, die bereits bei uns leben, aber auch denen, die erst anfragen, passgenaue und personenzentrierte Maßnahmen und Angebote zu unterbreiten und ihnen die erforderliche Unterstützung, Assistenz und Beratung zu bieten."

Tina Scheller wird die betroffenen Menschen bei der Lebensplanung und den vorgesehenen Umzügen in Kooperation mit Angehörigen und gesetzlichen Betreuern begleiten und koordinieren.
Diakon Grundmann wird alle Schritte bei der Planung und Umsetzung des Dezentralisierungsvorhabens betreuen, unterstützen und abstimmen.

Räumliche und geistliche Nähe

Den liturgischen Teil des Gottesdienstes teilten sich Diakon Neukamm und Pfarrer Wolfgang Scheidel, der auch die Predigt hielt. In ihren einführenden Worten gingen beide auch auf die Problematik der Dezentralisierung ein; Scheidel erinnerte an das bisher erfolgreiche Wirken von Kirche und Diakonie, das - so Diakon Neukamm - in Ditterswind nicht nur durch räumliche Nähe, sondern auch von geistlicher Nähe gekennzeichnet und geprägt ist.
Diakon Andreas Puchta stellte den Gottesdienstbesuchern die Berufsbilder von Matthias Grundmann und Tina Scheller im Einzelnen vor, und Diakon Neukamm erläuterte die Aufgaben eines Diakons und den Auftrag der Diakonie.

Er schloss mit dem Wunsch, dass die nun in ihren Dienst Eingeführten bei ihrer Arbeit stets den Menschen im Blick haben, dessen Bedürfnisse erkennen und mit ihrer fachlichen Profession in guter Weise in Einklang bringen.

Diakon Neukamm, Pfarrer Scheidel und Diakon Puchta segneten Matthias Grundmann und Tina Scheller ein. Üblicherweise suchen sich die Betroffenen einen oder mehrere Assistenten ihrer Wahl: Matthias Grundmann hatte sich für seinen Vater entschieden, Tina Scheller wählte ihre Mitarbeiterin Angelika Seifert.

Pfarrer Scheidel meinte im Hinblick auf das Schloss , dass neben den geplanten und in Angriff genommenen Neubaumaßnahmen für die Außengruppen auch der Blick auf die Nachnutzung von Schloss Ditterswind nicht aus den Augen verloren werden darf.

Die neuen Käfte in Schloss Ditterswind

Tina Scheller ist 37 Jahre und Mutter einen siebenjährigen Tochter. Ihre Ausbildung zur Erzieherin hat sie in der Fachakademie in Schweinfurt absolviert, ein Vorpraktikum hat sie schon einmal vor rund 19 Jahren nach Schloss Ditterswind geführt. Der Schwerpunkt ihrer Ausbildung lag in den folgenden Jahren auf dem Thema ressourcenorientiertes Arbeiten mit mehrfach beeinträchtigten Menschen in regionalen Verbunden, eben Case-Management. Momentan arbeitet Tina Scheller in einem Büro in der Verwaltung von Schloss Ditterswind; geplant ist aber nach Haßfurt umzuziehen, in Räume, die sie mit den Kollegen der "Offenen Angebote", des ambulant unterstützten Wohnens und des Projektmanagements teilen wird. Das Ziel ist, möglichst wohnortnah geeignete Unterstützungsleistungen zu organisieren und inhaltlich noch besser auf die verschiedenen Menschen, deren Bedürfnisse und Anforderungen einzustellen.

Diakon Matthias Grundmann ist 36 Jahre und hat vier Kinder im Kindergarten- bzw. Grundschulalter. Bevor er die Stelle des Projektmanagers "Dezentralisierung und Konversion" übernommen hat, war er in verschiedenen Kirchengemeinden und Dekanaten tätig, zuletzt in Haus Weiher (Hersbruck). Nach einer Eingewöhnungsphase kümmert er sich vor allem um die Neubauten in Zeil am Main bzw. Ebelsbach. Ihm ist wichtig, vor Baubeginn die entsprechenden Informationen an Bewohner, Mitarbeiter, alte und neue Nachbarn, Behörden und Presse zu übermitteln und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Daneben ist er immer auch auf der Suche nach neuen Standorten für die Außenwohngruppen. Bei der Entwicklung von Konzepten wird Grundmann eng mit der Case-Managerin und dem Fachdienst zusammenarbeiten.