Des einen Glück, des anderen Leid: Der Boom beim Bau erfreut das Handwerk. Den Auftraggebern beschert er höhere Preise, jede Menge Absagen und mitunter lange Wartezeiten. Das bekommt zurzeit auch das staatliche Bauamt Schweinfurt zu spüren, dem es mit einer heiklen Baustelle zurzeit besonders pressiert: der Serpentinenstrecke an der Staatsstraße 2278 zwischen Ebern und Untermerzbach, wo ein Stück Fahrbahn weggerutscht ist, als habe die Erde gebebt. Seit Monaten bereits ist die Route deswegen für den Schwerlastverkehr gesperrt.


Noch keine Firma gefunden

Laut Baudirektor Manfred Rott, zuständig für die Straßen im Landkreis Haßberge, ist es bis jetzt trotz wochenlanger Bemühungen noch nicht gelungen, eine Firma für die Sanierung des Streckenabschnitts zu finden. Es handelt sich um ein heikles Projekt an der obersten Kurve des Hambachs. Zwar sind nur rund 50 Meter Fahrbahn betroffen, doch die haben es in sich. Ein Erdrutsch, der laut Rott zuletzt zum Stillstand gekommen scheint, hat die Straße gut einen Meter tief absacken lassen. Die Ursache dafür glauben Gutachter in rund sieben Metern Tiefe in einem Wasserlauf gefunden zu haben.

Aus der Sanierung wird also eine tiefschürfende Angelegenheit, die laut Manfred Rott durchaus weitere Überraschungen zutage befördern könnte. "Da kann es immer zu weiteren Komplikationen kommen, das weiß man bei so einem Projekt nie," sagt der Tiefbaufachmann: "In die Erde kann niemand hineinschauen."


Die Zeit drängt

So wird aus dem Hangrutsch ein Großprojekt, bei dem zudem die Zeit drängt. Denn bereits ab Juli sollte die Serpentinenstraße über den Hambach als Umleitungsstrecke dienen. Dann nämlich baut der Landkreis Haßberge, lange geplant und mit Baufirmen abgestimmt, einen Teil der Kreisstraße HAS 51 aus. Das ist die Strecke zwischen Ebern und Gleusdorf, also die zweite wichtige Verbindung in den Itzgrund. Vorbereitende Arbeiten dort, wie die Verlegung einer Stromleitung, sollen laut Alfons Schanz ab Juli laufen. Schanz leitet die Tiefbauverwaltung am Landratsamt Haßberge.

Eine Vollsperrung wird dann ab 1. August nötig, wenn die eigentlichen Bauarbeiten an der Strecke zwischen Ebern und der Abzweigung nach Losbergsgereuth beginnen. Die stark ramponierte Straße soll auf einer Länge von knapp eineinhalb Kilometern einen neuen Belag erhalten, einen breiteren Seitenstreifen und einen geweiteten Korridor für bessere Sicht. Die Arbeiten werden aller Voraussicht nach etwa vier Monate in Anspruch nehmen, also bis Ende November dauern.


Suche nach Alternativen

Eigentlich hatte ab August der Hambach als Umleitungsstrecke dienen sollen. Noch könnte diese Rechnung aufgehen, wenn sich Manfred Rotts Einschätzung bewahrheitet, dass die Baustelle am Hambach in drei bis vier Wochen erledigt sein sollte. Doch nach wochenlangem Suchen musste er am Montag eingestehen, dass es sehr sehr schwierig sei, eine Firma zu finden. "Langsam wird's zeitlich eng", räumt der Baudirektor ein.

Sein Bauleiter Franz Diem führe zwar eifrig Gespräche, bislang jedoch ohne Ergebnis. Die Auftragsbücher sind voll, die Baufirmen ausgelastet.


Alternative sind weitere Wege


Daher arbeite das Staatliche Bauamt bereits an einem "Plan B", in Absprache mit den Verkehrsbehörden und auch der Polizei in Oberfranken. "Plan B" wäre die Alternative, wenn ab August zwei Baustellen den Weg zwischen Ebern und dem Itzgrund versperren sollten. Das würde eine noch weiter gefasste Umgebungsstrecke bedeuten. Über den genauen Verlauf will Manfred Rott aktuell noch nichts sagen.

Tatsächlich böten sich in diesem Fall nur zwei Möglichkeiten an: im Norden eine Umleitungsstrecke von Ebern über Eyrichshof, Kurzewind und Gereuth; im Süden über Rentweinsdorf und Treinfeld nach Mürsbach in den Itzgrund. Arme Pendler!