Der Landkreis Haßberge hat ein neues Kunstwerk angekauft und es im Rahmen der Vorstellung des "Kunststück" übergeben. Der Ankauf wurde durch eine Beteiligung (50 Prozent) aus der Stiftung der Sparkasse Ostunterfranken ermöglicht. Das Kunstwerk "Laube der Beschaulichkeit" wurde von dem Haßfurter Künstler Hans Doppel geschaffen und ziert den Garten am Landratsamt Haßberge.

Die Kulturbeauftragte Renate Ortloff ging auf den Werdegang des Künstlers ein, der 1956 in Johannisthal bei Kronach geboren wurde. Zunächst ließ sich Hans Doppel zum Holzbildhauer und Ornamentiker ausbilden. Sein Metier war das Schnitzen und Modellieren von Ziermustern, aber auch das Anfertigen von Holzskulpturen insbesondere im Sakral- und Sepulkralbereich. Seit 2002 ist er als freischaffender Bildhauer und Objektkünstler tätig.


Vom Werden und Vergehen

Neun Jahre lang war Doppel mit Traktor und Bauwagen unterwegs. Er hat an etlichen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen, die ihn mit seinen Werken in ganz Süd-Deutschland bekannt gemacht haben. Die Inhalte, mit denen er sich in seinen Arbeiten auseinandersetze, behandeln überwiegend den Kreislauf des Werdens und Vergehens, den Zusammenhang von Leben und Sterben. Auch zeitliche Ablaufprozesse, wie etwa "Verwitterung" oder "Transmutation" sind Themen des Künstlers.

Das Kunstwerk hatte der Künstler dem Landkreis zunächst zur Verschönerung des Gartens ausgeliehen, wie Ortloff erklärte. Seit Oktober 2015 steht es bereits dort. Es hat sich der Kulturbeauftragten zufolge von Anfang an in diese Umgebung eingepasst, so, als wenn es extra dafür gemacht worden wäre. So könne man sich den Garten ohne die "Laube der Beschaulichkeit" gar nicht mehr vorstellen. Ortloff: "Es griffen einige Räder gut funktionierend ineinander und so wurde der Ankauf und damit der sichere Verbleib des Kunstwerks gesichert". Mit "Die Zeit soll durch Wind und Wetter, Patina und Moosansatz ihre Spuren auf den Objekten hinterlassen dürfen, um die nie endende Bewegung sichtbar zu machen", zitierte Ortloff den Künstler Hans Doppel.


Ein Rückzugsort

Das Kunstwerk ist ein vierteiliges Objekt aus Eisen und Sandstein als Schutzraum und Rückzugsort. Die Eisenteile wurden geschweißt und flammgerichtet. Die Konturen und Aussparungen entstanden mittels Plasmaschneider und wurden mit dem Schweißbrenner ausgearbeitet. Die Steine, frei vom Hieb, wurden teils überschliffen. Mit Gedanken zu den Jahreszeiten von Ulrike Groth, "Laubenflüstern, Rosenworte und Sommervogelflattern, Holundersee und Asternwinken, Ich lausche", wurde das Kunstwerk offiziell übergeben.