Die größte Gemeinde im Landkreis Haßberge feiert an diesem Wochenende ihr Kirchweihfest. Von Freitag, 24. August, bis einschließlich Montag, 27. August, ist die örtliche Gastronomie mit einem reichhaltigen Speisenangebot bestens auf die Feierlichkeiten eingestellt.

Ein Vergnügungspark an der Franz-Hofmann-Halle gehört ebenfalls zum Kirchweihfest dazu. Der offizielle Kirchweihauftakt startet am Freitag um 18 Uhr mit dem Festzug vom Rathaus zum Festplatz an der Franz-Hofmann-Halle, wo anschließend der Bieranstich erfolgt.

Der Heilige Bartholomäus

In der Pfarrkirche wird am Sonntag um 10 Uhr das Patrozinium zu Ehren des Kirchenpatrons gefeiert. Dem Heiligen Bartholomäus sind drei Deckengemälde im Kirchenlängsschiff gewidmet. Der kirchliche Gedenktag für den Apostel und Märtyrer ist der 24. August. Das Kirchweihfest wird in Knetzgau stets am letzten Sonntag im August gefeiert. Am Bartholomäustag endet die Schon- und Laichzeit der Fische. Mit dem Festtag wurde der Fischfang wieder eröffnet, was mit Fischessen, Prozessionen und Fischzügen gefeiert wurde. Damit begannen früher auch die ersten Vorbereitungen für das Weihnachtsfest. Es wurden die Gänse und Karpfen ausgewählt, die fürs Fest gemästet werden sollten. In Knetzgau gibt es am Kirchweihfest ebenfalls kulinarische Leckerbissen.

In früheren Jahren zählte die Kerwa zum Höhepunkt im Jahr und zu einer hausfraulichen Herausforderung. Neben dem Festtagsputz galt es, verschiedene Kuchen auf großen runden Blechen zu backen. Dafür wurde der Backofen in Gang gesetzt und das Haus durchströmte wohlriechender Duft von Käse-, Streusel- und verschiedenen Obstkuchen. Kulinarische Leckerbissen, wie etwa der Bocksbraten gehörten damals, aber auch heute zum Kirchweihfest dazu.

Eine wichtige Lebensader

Der Main spielte für Knetzgau schon immer eine wichtige Rolle. So trug die "Lebensader Main" in früheren Jahren zum Lebensunterhalt der Familien bei.

Im Mittelalter wurde von Knetzgau aus mit Lastkähnen Handel betrieben. Seit den 1950er Jahren erfolgte der Ausbau des Mains zur modernen Schifffahrtsstraße. Heute noch hat die Staustufe Knetzgau eine wichtige Bedeutung für die Schifffahrt auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal sowie als Kraftwerk zur Stromerzeugung. Neben der Schifffahrt blühte auch der Schiffbau in Knetzgau. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts war eine lange Kette von Schelchbauern an den Werkplätzen am Mainufer tätig. Heute erinnert der Schelch im Knetzgauer Gemeindewappen an diese lange Tradition.

Ein bedeutungsvoller Ort

Knetzgau zählt zu den ältesten Orten im Landkreis. Nach geschichtlicher Überlieferung hat um 850 nach Christus ein adeliger Grundherr Namens "Ilbinc" dem Kloster Fulda den Ort übergeben, der damals "Cneezigowe" hieß. Eine von Bamberg kommende, alte Linksmainische Straße führte nach Haßfurt und Gerolzhofen, ein weiterer Weg führte in den Steigerwald.

Diese Verkehrslage, die heute zusätzlich durch die günstige Autobahnanbindung unterstrichen wird, hebt die Bedeutung von Knetzgau hervor.