Kleine Mengen Wasser fließen jeden Tag an Ralph Sauter vorbei, in einer Rohrleitung in der Coca-Cola-Getränkeproduktion in Knetzgau. Es ist das sogenannte Messwasser: Wasser für die Produktion, das kontinuierlich von Sonden geprüft wird, damit es zum Abfüllen der Getränke genutzt werden kann. PH- und Leitwert und viele andere Parameter müssen dafür stimmen; für Lebensmittel gelten strenge Vorschriften.

Bisher lief das Messwasser durch die Leitung ins Abwasser - bis Ralph Sauter sich fragte, wie viel Wasser hier eigentlich jeden Tag an ihm vorbeifließt und ob sich dieses noch auch in den Kreislauf zurückführen ließe. "Ich habe einfach einen Becher genommen und mir angeschaut, wie schnell er sich füllt", sagt der Produktionsexperte aus Knetzgau. "Ehrlich gesagt, war ich dann schon ein bisschen überrascht, wie viel Wasser da zusammenkommt."

Ralph Sauters Interesse war geweckt, wie die weltweit agierende Firma berichtet, und er entwickelte eine Idee, wie das Messwasser aufgefangen werden könnte. Denn für ihn gehört Ressourcenschonung zum Alltag. Egal, ob es um Strom, Heizenergie oder Wasser geht.

"Der eigentliche Startschuss für die Wiederverwendung des Messwassers fiel, als wir in Knetzgau eine so genannte Umkehrosmose-Anlage bekamen - ohne sie wäre das nicht möglich gewesen", sagt er. "Sie reinigt das Wasser und wird für die Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. So machte sie es auch möglich, das als Messwasser gebrauchte Wasser aufzubereiten und wiederzuverwenden."

Der Produktionsexperte blieb am Ball, bis ein Puffertank und eine Pumpe eingebaut waren, um das Messwasser aufzufangen. Seit Dezember 2018 ist Sauters Projekt "Null Messwasser" bereits in der Mehrwegproduktion in Knetzgau umgesetzt.

Seitdem wird das Wasser nun wieder in den Produktionskreislauf zurückgegeben. "Pro Jahr sparen wir seither eine Menge von zwei Millionen Litern Wasser ein", sagt er, "das entspricht ungefähr dem jährlichen Wasserverbrauch von 45 Singlehaushalten." Um die tatsächliche Wassereinsparung kontinuierlich überprüfen zu können, wurde extra eine Wasseruhr installiert. Sie zeigt: Seit dem Start der Wasserrückführung wurden 3,5 Millionen Liter Wasser eingespart. Oder auch: über 23 000 Badewannenfüllungen.

Derzeit arbeitet Ralph Sauter daran, die Messwasseraufbereitung auch in der Einwegabfüllung am Standort umzusetzen. "Die Umkehrosmose-Anlage ist schon da, weitere Umbaumaßnahmen etwa an der Rohrleitungsführung folgen", sagt er, "ich hoffe, dass wir bis Ende 2020 den Umbau abgeschlossen haben und dann auch hier das Messwasser auffangen und wiederverwenden können."

Insgesamt 32 000 Euro wird der Standort dann investiert haben - keine große Investition, aber eine, die sich lohnt: "Im Einweg-Bereich wird die Einsparung noch mal deutlich größer sein: Hier können wir pro Jahr acht Millionen Liter durch die Messwasseraufbereitung einsparen", so der Experte.

Wenn ab 2021 dann kleine Mengen Wasser an ihm vorbeifließen, weiß Ralph Sauter, dass auch kleine Maßnahmen viel erreichen und kontinuierliche Verbesserungen große Wirkungen entfalten können. Denn dank seines Engagements spart der Standort Knetzgau dann jährlich zehn Millionen Liter Wasser ein. red