Nicht nur, dass alle Schüler ausnahmslos die Mittlere Reife bestanden, es gab vor allem Leistungsverbesserungen in den Abschlussprüfungen wie nie zuvor, so dass Direktor Hartmut Hopperdietzel bei der Entlassfeier der Auguste-Kirchner-Realschule geradezu ins Schwärmen geriet.
Viele Gäste konnte die Konrektorin Christine Gehringer zur Abschlussfeier im "Silberfisch" am Schulzentrum begrüßen. Darunter viele Partner aus der Wirtschaft, da die Realschule Haßfurt ein besonders großes Augenmerk auf die Vernetzung mit der Wirtschaft und die Berufsorientierung legt.
Landrat Wilhelm Schneider beglückwünschte die Absolventen zu ihren hervorragenden Leistungen. Noten seien wichtig, auch wenn sie nur wenig über die menschlichen Qualitäten eines Menschen aussagten. Mit der Mittleren Reife in der Tasche versprach er den jungen Leuten hervorragende berufliche Möglichkeiten im Landkreis Haßberge. Viele innovative Unternehmen und ein breit aufgestelltes Handwerk warteten auf den Nachwuchs.
Als Sachaufwandsträger sei der Landkreis weiterhin bemüht um ein gutes schulisches Umfeld und investiere weiter in die Schulen - rund 16 Millionen Euro in den kommenden Jahren. Leider sei der Umbau der Realschule am Schulzentrum ins Stocken geraten, doch jetzt gebe es einen neuen Zeitplan, kündigte er an.
Die Glückwünsche des Elternbeirats überbrachte Simone Geuppert, die den jungen Leuten bestätigte, dass sie im Rückblick zugeben würden, dass die Schulzeit die schönste Zeit im Leben war - "auch wenn Ihr das gerade in den letzten Wochen nicht hören wolltet".
Lea Ott sah das in ihrer Abschiedsrede für die Schüler ähnlich. Sie stellte fest, dass die schönen Erinnerungen an Freundschaften und die Abschlussfahrten bleiben werden. Und: "Auch aus weniger schönen Situationen lernt man", konstatierte sie.
Sechs Jahre Realschule, das bedeute je Schüler 238 Tintenpatronen, 66 Schulbücher (die am Bühnenrand aufgestapelt waren), 129 Schulaufgaben mit 2364 Rechtschreibfehlern, 0,36 Verweise, 16,5 abgeholte Kühlpads und 869 Milliliter Tränen und Schweiß von Vätern und Müttern", rechnete Hartmut Hopperdietzel in seiner Verabschiedungsrede vor. Dazu viele Punkte: Pluspunkte, wunde Punkte, Höhepunkte.
Sehr stolz sei das Kollegium auf die Leistungen des Jahrgangs 2018, denn alle bestanden. Es gab 136 Notenverbesserungen, 28 Abschlussarbeiten waren sogar zwei Noten besser als die Vorzensur, und 22 von 116 Absolventen haben eine Eins vor dem Komma stehen. "Das sind absolute Spitzenwerte, und dazu kommt ein großartiges Sozialverhalten, das sogar mit dem unterfränkischen Realschulpreis ausgezeichnet wurde." Und so kam Hopperdietzel zum springenden Punkt: "Ihr wart ein Spitzenjahrgang!"
Die Besten zeichneten Hopperdietzel und seine weitere Konrektorin Christine Rottmann mit den Sponsoren der Preise aus. Klassenbeste wurden Kristina Kulschin in der 10a, Elena Apolenkin und Sarah Seufert in der 10b, Marie Schnös in der 10c, Sina Kamm in der 10d und Lorenz Hußlein in der 10e.
Der Preis der Firma Uponor für die beste Leistung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig ging an Alexander Hüttner, der Preis der Sparkasse für Betriebswirtschaftslehre-Rechnungswesen an Tanja Welther. Hofmanns Pfiffikus belohnte die beste Abschlussprüfung in Französisch, diesen Preis erhielt Sina Kamm. Die Raiffeisen-Volksbank würdigte herausragende soziale Leistungen, die Sarah Seufert erbrachte. Besonderen Einsatz in der Schulgemeinschaft wurde Jens Heyn durch den Preis des IT Service Thomas Grimm bescheinigt. Die beste Abschlussprüfung im Fach Werken belohnte die Goldschmiede Buhlheller; dieser Preis ging an Lorenz Hußlein, der zudem als Schulbester den Scheck des Elternbeirats in Empfang nehmen durfte.


Wie geht es nun weiter?

Mit der Mittleren Reife in der Tasche gibt es viele Wege für junge Menschen. Mit drei Absolventen der Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt trafen wir uns kurz nach den Abschlussprüfungen zum Gespräch. Lea Ott aus Unterhohenried hat den Wirtschaftszweig absolviert und längst ihren Ausbildungsvertrag als Industriekauffrau in der Tasche. Als Schülersprecherin oblag ihr die Abschlussrede, die ihr aber nicht schwerfiel. In ihrer Funktion hat sie allerhand Veranstaltungen organisiert und sich im Schulforum mit dem Umbau der Schule beschäftigt.
Auch Lara Engbert aus Oberschwappach engagierte sich neben dem Unterricht unter anderem als Klassensprecherin. Sie besuchte früher eine internationale Schule und hat daher allerhand Freunde in aller Welt. So brachte sie auch einige Male internationale Gäste an die Schule. Sie wechselt auf das Gymnasium und würde nach dem Abitur gerne Lehrerin werden.
Lorenz Hußlein aus Obertheres steht praktisch symbolisch für diesen Jahrgang. "Ich war früher nicht so ein guter Schüler", gesteht er im Interview. Aber die Lehrkräfte hätten ihn motiviert, und so avancierte er Mitte letzten Jahres zum Klassenbesten. Dass er bei der Abschlussfeier gleich drei Preise und vor allem auch den des Schulbesten abräumen würde, war ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Er fand Aufnahme an der Fachakademie in Bayreuth, wo er Fachlehrer für IT und Sport wird. Dort möchte er auch sein allgemeines Abitur erwerben und eventuell ein Mathematik-Studium anhängen. Dass er unter 300 Bewerbern für nur drei Klassen in Bayreuth angenommen wurde, "macht vor allem meinen Opa stolz, der wollte früher Lehrer werden", sagt Lorenz entspannt. Aber jetzt haben alle drei erst noch ganz andere Ziele für die nächsten Wochen: "Feiern, Reisen und Ausschlafen."