Die Instandsetzung des ehemaligen Gasthofs "Schwarzer Adler" in Westheim (Gemeinde Knetzgau) wird mit 700 000 Euro aus dem Entschädigungsfonds unterstützt. Das gab Bayerns Kunstminister Bernd Sibler am Montag in München bekannt. "Das im Kern spätbarocke ehemalige Gasthaus ‚Schwarzer Adler‘ prägt nicht nur das Ortsbild von Westheim. Es ist durch seine gut erhaltene Innenausstattung aus dem 18. und 19. Jahrhundert auch von hohem denkmalpflegerischen Wert. Es freut mich deshalb sehr, dass wir das Baudenkmal mit Mitteln aus dem Entschädigungsfonds unterstützen können", erklärt der Minister laut einer Mitteilung seines Ministeriums.

Der stattliche, im Kern spätbarocke Gasthof wurde 1898 mit einem Tanzsaal aufgestockt. Durch seine historischen Nebenbauten wie einem Brauereiflügel mit Torbau und die erhaltene Innenausstattung des 18. und 19. Jahrhunderts ist das ehemalige Gasthaus ein wertvolles Baudenkmal und hat durch die markante Lage zwischen den beiden Kirchen (Sankt-Michael-Kirche und Jacobi-Kirche) eine hohe städtebauliche Bedeutung.

Nach dem Erwerb durch die Gemeinde Knetzgau im Jahr 2009 und einer Machbarkeitsstudie mit Beteiligung der Bürger wird nun im Rahmen der Ortssanierung das ehemalige Gasthaus samt Brauereiflügel mit Torhaus komplett saniert und im Zuge dessen zu einem ökumenischen Gemeindezentrum, einschließlich eines Gedenkraums für die jüdische Gemeinde, und zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Die Sanierung soll als Impulsprojekt für die Instandsetzung des laut Ministerium "von hohem Leerstand geprägten Ortskerns" dienen.

Eigentümerin des Baudenkmals ist die Gemeinde Knetzgau. Neben den beiden Kirchengemeinden sind Vereine mit im Boot. Im Ort hat sich eine Art Förderkreis gebildet, der das Millionenprojekt begleitet und auf die örtlichen Gegebenheiten zuschneidet.

Westheim hat seit Jahren keine Gastwirtschaft mehr. Allerdings gibt es mit dem Sportheim des TSV und dem "Offenen Treff" bereits zwei Begegnungsstätten.

Der Entschädigungsfonds wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verwaltet und gemeinsam vom Freistaat und den Kommunen getragen. Die Maßnahme in Westheim ist mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt und wird von diesem fachlich begleitet.

Vor über einer Woche hatte es auf der Baustelle des "Schwarzen Adler " einen Feueralarm gegeben. Grund dafür war eine Rauchentwicklung. Eine Anwohnerin war auf den Qualm aufmerksam geworden und setzte einen Notruf ab. In der Folge rückten die freiwilligen Feuerwehren aus Westheim, Eschenau und Oberschwappach sowie Unterschwappach mit 45 Einsatzkräften an. Nachdem die Eingangstür gewaltsam geöffnet worden war, konnte nach einer Erkundung aber schnell Entwarnung gegeben werden. Wie der federführende Knetzgauer Kommandant Thomas Finger vor Ort sagte, war ein defektes Baustellentrocknungsgerät für den Rauch verantwortlich. Das Gerät wurde abgeschaltet und ins Freie gebracht. Sachschaden entstand durch die Rauchentwicklung nicht.