Es soll doch wieder einen Weinberg geben in Eltmann. Der Bauausschuss des Stadtrates befasste sich in seiner Sitzung am Montag mit den aktuellen Plänen, vor allem der Entwässerung des Geländes, das 2002 für Schlagzeilen gesorgt hatte. Damals war der Hang für die Anlegung eines Weinbergs gerodet worden und nach einem Starkregen am 6. Juni ergoss sich eine Schlammlawine über die unterhalb liegenden Wohngrundstücke.
Einige Sofortmaßnahmen wurden damals ergriffen, inzwischen gibt es zwei Rückhaltebecken mit entsprechenden Abflusskanälen. Sie gehören zum neuen Entwässerungskonzept, das der beauftragte Planer dem Bauausschuss vorstellte. Die Stadt ist in dem Verfahren Träger öffentlicher Belange. Angesichts der Vorgeschichte wurde die Entwässerung genau unter die Lupe genommen und am Ende für ausreichend erachtet.

"Grüner Weinberg"

Anderes als 2002 ist diesmal die Anlage eines so genannten "grünen" Weinbergs geplant, das heißt, dass die Weinstöcke quasi in die Wiese gepflanzt werden. Die Grasnarbe verhindert, dass Boden abgeschwemmt wird; außerdem nimmt der Boden so auch mehr Wasser auf. Die Fläche unterhalb des Mittelweges, die mittlerweile verbuscht und als Biotop eingetragen ist, bleibt unangetastet.

"Wir begrüßen das sehr, wenn hier wieder ein Weinberg entsteht", erklärte Bürgermeister Michael Ziegler. Er war 2002 gerade erst fünf Wochen im Amt, als er mitten in der Nacht zu dem Hangrutsch gerufen wurde. Viele Schuldzuweisungen, Gerichtsverhandlungen und Auseinandersetzungen mit Versicherungen gab es in der Folge. Würde jetzt doch wieder ein Weinberg entstehen, wäre nach der Auffassung des Bauausschusses ein glücklicher Abschluss gefunden.

Sanierung steht dringend an

Erster Besichtigungspunkt war die Georg-Schäfer-Sporthalle, in der demnächst die Sanierung der Umkleidebereiche weitergehen soll. Dass da einiges im Argen liegt, konnte man schon beim Betreten der Halle riechen. Die Vierfach-Halle gehört dem Landkreis Haßberge, die Kosten teilen sich Stadt und Kreis je zur Hälfte, da neben den Realschülern auch Grund- und Mittelschüler sowie Eltmanner Vereine Nutzer sind. Einige der Umkleiden sind wegen des desolaten Zustandes bereits seit längerer Zeit gesperrt, wie Ralf Röckelein vom Kreis-Hochbau erläuterte.

Ein wesentliches Manko der Umkleiden ist, dass sich fast der gesamte Trakt unter dem Parkdeck zwischen Sporthalle und Realschule befindet. Dort kam es zu Undichtigkeiten, die neben den üblichen Alterserscheinungen sanitärer Anlagen noch Feuchteschäden nach sich zogen. Oben wird gerade an einer neuen, dichten Oberfläche gearbeitet, dann sollen die Räume unterhalb saniert werden.

Saniert wird auch das städtische Wohngebäude Steigerwaldstraße 7/8, wo der Ausschuss kurz Halt machte, um sich über den Stand der Arbeiten zu informieren. Zu Weihnachten sollen die sechs Wohnungen wieder vermietet werden können, hieß es.

Urnengräber für weisbrunn

In Weisbrunn besuchte das Gremium den Friedhof. Um Urnengräber war es dort schon vor einigen Wochen gegangen. Die Weisbrunner wünschen sich diese im oberen Bereich gleich neben der Leichenhalle. Wegen des relativ stark ansteigenden Geländes würden jedoch 24 000 Euro Kosten entstehen, um acht Urnengräber anzulegen. Eine Erweiterung würde noch wesentlich teurer, so hatte die Prüfung der städtischen Bauverwaltung ergeben. Ein Hauptgrund für die Kosten ist, dass hier nur mit einem Kleinbagger gearbeitet werden kann. Die acht Gräber wären möglich ohne Stützmauern. Die Kosten erschienen den Bauausschussmitgliedern unverhältnismäßig hoch, deshalb wurde das Bauamt beauftragt, die Kosten für eine Urnengräberanlage im unteren Bereich des Friedhofs zu ermitteln, um diese gegenüberstellen zu können.

Dorferneuerung

Im Lembacher Weg wurden die Ausschussmitglieder von Raimund Wendel erwartet, dem Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft Weisbrunn, Hier im Lembacher Weg soll die Dorferneuerung weitergehen, da die Straßenoberfläche in einem sehr desolaten Zustand ist. Zum Projekt gehört auch der Dorfplatz mit Feuerwehrgerätehaus. Da allerdings derzeit geprüft wird, ob eine Sanierung oder eher ein Neubau des Feurwehrhauses wirtschaftlicher wäre, soll zunächst der Lembacher Weg in Angriff genommen werden.
Die Anlieger sind bereits eingebunden, so dass dem Bau im Frühjahr 2016 nichts im Wege stehen dürfte. Der Lembacher Weg wird bis zum Friedhofseingang ausgebaut, die Stadt muss vorher Kanal und Wasserleitung überprüfen und gegebenenfalls erneuern.

Zweite Wallburg am Spielplatz

Nicht sehr einladend ist der Spielplatz "Am Hahn" derzeit. Umso intensiver beteiligten sich Kinder und Jugendliche bei drei Jugendbürgerversammlungen an der Neugestaltung. Bürgermeister Michael Ziegler und die Ausschussmitglieder zeigten sich beeindruckt von den Ideen, die nun auch in eine Planung umgesetzt wurden. Unter anderem wird hier eine zweite Wallburg entstehen. An ihr werden die Kinder klettern können.
Dazu kommen Rutschen, eine Schaukel-Kombination, Karusell und Wippe, eine Kleinkinderrutsche und eine Sitzmöblierung. Auch der benachbarte Bolzplatz soll ein neues Tornetz erhalten. Der vorgegebene Kostenrahmen kann eingehalten werden, dazu kommen allerdings noch Bauhof-Stunden, unter anderem, um die löchrige Hecke zu schließen und damit die Sicherheit zu verbessern. 2016 soll der Spielplatz in neuer Pracht zur Verfügung stehen.