Bei herrlichem Pfingstwetter bescherten die Sterzelbacher Musikanten aus Prappach zum achten Mal einen schwungvollen "Abend für die Blasmusik" im idyllischen und in der Dämmerung wunderbar illuminierten Pfarrhof.

Die Veranstaltung, die in diesem Jahr unter dem Motto "...von Natur aus böhmisch" stand, ließ die Herzen der Blasmusikfans höher schlagen, denn die 19 Musikanten unter der Leitung des Dirigenten Benedikt Feustel entfachten ein musikalisches Feuerwerk auf ihrer Reise durch die Natur.


Junger Schlagzeuger überzeugte

Den Auftakt bildete ein Konzertmarsch der Extraklasse. Das Publikum erhielt gleich zu Beginn einen ersten Eindruck vom Klangvolumen der Kapelle. Bei "Die Sonne geht auf" überzeugten nicht nur die Blechbläser mit tonlicher Präsenz, der nötigen Klangfülle und der richtigen Portion Gefühl, hier waren besonders die Klarinetten aufgerufen, mit ihrem Einsatz dem Marsch den nötigen Glanz zu verleihen. Auch der junge Schlagzeuger Dominik Lenhart überzeugte -trotz des anspruchsvollen und ungewöhnlichen Solos im Übergang zur Triomelodie.

Nach dem Sonnenaufgang verweilte die Reisegruppe für eine kurze Zeit "Am Neusiedler-See", um am Horizont "Weiße Wolken" zu bewundern. Ein freudiges Lächeln auf dieser Reise in der Natur zauberten die Klarinettistinnen Petra und Tina Rudolph bei der "Spatzen-Polka. Hervorragend intoniert machten die heiteren Klarinettenklänge Lust auf eine Wanderung "Im Wäldchen". Bei diesem Stück im Egerländer Stil waren besonders die Tenor- und Flügelhörner gefragt. Die mit viel Temperament und überraschenden Momenten gespickte, sehr effektvolle Polka "Pusztazauber" zog das Publikum in ihren Bann. Die melancholischen Teile ließen die Schönheit und Weite der Puszta erahnen und beinahe spüren.

Bei den Walzerklängen "Unterm Kirschbaum" konnte man die Seele baumeln lassen und schaute dem
"Schäfer auf der Weide" zu, wie er sich "Auf der Pfingstwiese" mit seinen Schafen eine Erholungspause gönnte.


Über den Bodensee und das Allgäu

Nach dieser kleinen Rast eröffneten die Sterzelbacher den zweiten Konzertteil mit dem "Ruetz-Marsch". Die Ruetz ist ein rund 35 Kilometer langer Nebenfluss der Sill in Tirol. Die Musikanten zogen weiter an den Bodensee. Alexander Pflugers Liebeserklärung an diesen See trägt den treffenden Namen "Bodensee-Polka". Die Polka ist schon seit einiger Zeit der absolute Renner im Repertoire vieler Blaskapellen und überzeugt nicht nur durch die melodiöse Kadenz zu Beginn, sondern durch ihren typischen böhmischen Stil und schönen weitläufigen Melodiebögen.

Die Schönheit des Allgäus brachte dann Georg Müller mit seinem Tenorhorn bei der Bravourpolka "Ernst im Allgäu" in Erinnerung. Gekonnt trug er die schnellen Tonläufe auf seinem Instrument vor. Nach der schwungvollen Fahrt durch's Allgäu nutzte man einen kurzen Besuch "Im Birkenhain" zum Entspannen. Dabei lag auch ein Hauch von "Rosenduft" in der Luft.

Die Reisegruppe trat allmählich die Heimfahrt an. Beim Walzerpotpourri "Rauschende Wälder" klatschte und schunkelte das Publikum begeistert im Takt des ein oder anderen Ohrwurms mit ("Rauschende Birken", "Tief im Steigerwald", "Zwei rehbraune Augen"). Mit einem (Kurz)- "Urlaub an der Mainschleife", einer Neukomposition aus der Feder von Benedikt Feustel, endete eine grandiose Reise, ehe man "Bei Vollmond" die "Böhmischen Sterne" im Nachthimmel funkeln sah. Lang anhaltender Applaus bestätigte die Stückauswahl des Dirigenten und nach drei, vom Publikum stürmisch geforderter Zugaben, endete ein kurzweiliger Blasmusikabend der Sterzelbacher Musikanten.


Die Auszeichnungen

Im Verlauf des Abends bot sich auch die Gelegenheit, langjährige aktive Musiker hervorzuheben. Der Kreisvorsitzende des Norbayerischen Musikbundes, Peter Detsch, ehrte Fabian Müller für 10 Jahre und Tina Rudolph für 30 Jahre aktives Musizieren. Zudem übergab er den Jungmusikern Linus Rudolph und Dominik Lenhart (Schlagzeug) das Leistungsabzeichen in Bronze und Franziska Räder (Saxophon) und Hannes Rudolph(Trompete) das Leistungsabzeichen in Silber.