Bekanntlich treffen im Landkreis Haßberge Bier- und Weinfranken aufeinander und Genuss sowie Tradition werden hier wie kaum an einem anderen Fleck groß geschrieben. Eltmann kommt mit den Biertagen dabei eine wichtige Rolle zu und ist damit weit über die Grenzen hinaus bekannt. Das zeigte sich auch wieder am Wochenende, als Tausende Gäste in die kleine Stadt im Maintal kamen, um bei den Biertagen auf dem Marktplatz gemeinsam zu feiern.

Einst 39 Brauereien

Obwohl sich die Anzahl der Brauereien Eltmanns von 39 in den Jahren 1814/15 auf fünf zu Beginn der Biertage reduziert hat und derzeit eigentlich nur noch eine Brauerei vor Ort ihre Sudkessel anschürt, hält Eltmann seine Tradition als "Bierstadt Bayerns" aufrecht. So wurden am Wochenende die Biere von der Eschenbacher Wagner-Bräu, von Weisss-Rössl aus Roßstadt und von der benachbarten Brauerei Roppelt aus Trossenfurt ausgeschenkt.

Die Brauerei von Karl Wagner ist dabei die einzige der Stadt, welche dem Brauereisterben und dem Schließen der zahlreichen Familienbrauereien die Stirn geboten hat. Natürlich gibt es hierzu viele Gründe, "aber ohne Zweifel wird der Konkurrenzkampf immer größer und der Konsument spielt dabei auch eine wichtige Rolle. Auch die Werbung im Fernsehen hat hier eine große Bedeutung, so dass man auch zum Fußballspiel das entsprechende Bier trinkt", sagt er. Als regionale Brauerei müsse man hier entgegensteuern. "Wir haben bei uns das Problem schon sehr früh erkannt, haben uns einerseits modern eingerichtet, aber auch Absatzgebiete nach außerhalb gesucht. Sich auf die Umgebung allein zu konzentrieren, wäre ein Fehler gewesen und wir lagen damit richtig, denn prinzipiell sind wir heute in ganz Deutschland vertreten."

Man sei eine mittelständische Brauerei, die aber noch in einer Hand sei mit eigenem Fuhrpark, aber auch mit entsprechender Logistik. Bei den Biertagen sei das "Pils" und "Weißbier" besonders beliebt, aber auch der "dunkle Frankentrunk".

Festbier hat "höhere Drehzahl"

Aus dem Nachbarstadtteil kommt nach wie vor das "Weiss-Rössl"-Bier, auch wenn die Herstellung vom "großen Bruder", der Kaiser-Bräu in Neuhaus, übernommen wurde. Die ursprüngliche Brauerei in Roßstadt ist aber weiterhin selbständig, wird inzwischen von Leo Wagner geführt und fungiert dabei als "Profi-Center". "Wir sehen uns dabei weiterhin als regionaler und überregionaler Versorger, wo unser Hauptabsatzgebiet liegt, wir expandieren aber weiter und liefern inzwischen bis nach Hamburg", sagte Verkaufsleiter Rupert Pfuhlmann. "Für die Biertage bringen wir in diesem Jahr aber wieder ein Festbier zum Ausschank, das eine höhere Drehzahl hat und dem Festcharakter entspricht so wie es für Feste dieser Art in Bayern üblich ist."

Zum dritten Mal wurden nun auch die Biere der Brauerei Roppelt aus Trossenfurt auf dem Eltmanner Marktplatz gezapft. Michael Roppelt ist stolz auf sein Bier aus der Familienbrauerei: "Wir brauen dies ohne Schnickschnack auf eine einfache und ursprüngliche Weise ohne riesige Technik und der Geschmack kommt bei unseren Kunden an." Seine Brauerei ist seit 125 Jahren im Familienbesitz.