Im Advent zogen die Caritas-Sozialstation, der Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) und die Beratung für Ehe-, Familien und Lebensfragen der Diözese Würzburg ins Haus St. Bruno in Haßfurt ein. Sie alle fühlen sich wohl, genießen die neuen Räume und die Hausgemeinschaft mit dem Alten- und Pflegeheim und den anderen kirchlichen Diensten, die bereits hier eingezogen sind.

Im Zuge der Umbauarbeiten gibt es aber derzeit ein bisschen Verwirrung über die Eingangssituation. "Unsere Kunden oder Klienten finden uns derzeit nicht immer auf Anhieb", erklärt Rita Stephan vom Sozialdienst, der unter anderem die Schwangerenberatung anbietet. Aus diesem Grund fand ein Pressegespräch statt, um den derzeitigen Stand des Mammutprojekts in St. Bruno zu erläutern.

Es ist ein Pilotprojekt, das seit Herbst 2014 zwischen Promenade und Fuchsgasse in Haßfurt läuft. Das Pflegeheim wird nicht nur baulich saniert, sondern der Gebäudekomplex erhält auch ein völlig neues Konzept, so dass am Ende ein lebendiges Haus mit vielen verschiedenen Diensten und Büros entsteht. Der Umbau im Bestand ist eine große Herausforderung, "aber wir sind mit unseren Angeboten genau da, wo wir hingehören: mitten in der Stadt", erklärte Anke Schäflein, die Geschäftsführerin des Caritas-Kreisverbandes Haßberge.

Von dem Konzept überzeugt ist auch Hubert Grauer, der beim Diözesan-Caritasverband für die Liegenschaften zuständig ist. Ein Neubau wäre wesentlich einfacher umsetzbar gewesen, doch die Caritas wollte mit dem Seniorenheim nicht an den Stadtrand, sondern im Gegenteil das Haus in der Stadt behalten und gleichzeitig lebendiger machen. Doch die Anforderungen der gesetzlichen Regelungen aus Pflege, Brandschutz und Baugesetz bei einer solchen Sanierung unter einen Hut zu bekommen, ist nur mit vielen Partnern zu erreichen, die dem Projekt auch offen gegenüber stehen. Grauer und Schäflein gestehen offen, dass mehrmals in Frage stand, ob das Vorhaben so umgesetzt werden kann "oder wir das Haus hier in der Stadt einfach zusperren". "Ohne Rudi Eck und Rudolf Handwerker wäre es wohl auch nicht geglückt", erinnert sich Anke Schäflein an die Gespräche mit den früheren Chefs in Rathaus und Landratsamt, die ihre ganze Erfahrung ausgespielt und mutige Entscheidungen mitgetragen hätten.

Das sieht auch Silia Wiener vom gleichnamigen Architekturbüro so. Sie und ihr Kollege Gernot Meyer haben unzählige Stunden darüber gebrütet, wie die Abläufe zu planen sind, denn auch während des Umbaus müssen natürlich die Fluchtwege zur Verfügung stehen, barrierefreie Zugänge sind erforderlich, ebenso Rücksichtnahme auf die Nachbarn und die Bewohner des Altenheims. Die seien ebenso wie das Personal extrem geduldig und auch die Nachbarn hätten sich mit der Baustelle versöhnt, so Anke Schäflein.

Seit nun im dritten Bauabschnitt der Mittelbau saniert wird, steht der Haupteingang nicht mehr zur Verfügung und so kommt es immer wieder mal zur Verwirrung bei Besuchern, die St. Bruno nicht so regelmäßig oder erstmals besuchen. Alle Gäste müssen derzeit über die Fuchsgasse ins Haus. Dort findet sich eine große, farbig angelegte Übersichtstafel, die den Weg weist. Wer ins Altenheim möchte, der geht durch den "Fußgängertunnel", wie ihn Hubert Grauer bezeichnet.

Die neu eingezogenen Dienste haben ihre Eingänge links daneben - auch nach dem Umbau. In Hausnummer 6 finden sich die Sozialstation und der Sozialdienst Katholischer Frauen. Die Sozialstation hat in Haßfurt 33 Mitarbeiterinnen, die vorwiegend im Außendienst arbeiten, hier aber ihren "Stützpunkt" haben. Bürozeiten in St. Bruno sind werktäglich von 8 bis 16 Uhr, telefonisch ist die Sozialstation unter Ruf 09521/926500 zu erreichen. Mit dem Umzug hat sich auch die Telefonnummer der Sozialstation geändert.

Der Sozialdienst Katholischer Frauen hat fünf Mitarbeiterinnen, die drei Aufgabenfelder bedienen. Für die katholische Kirche übernehmen sie die Schwangerschaftsberatung, die allerdings konfessionsungebunden ist. Außerdem kümmern sie sich um die Vormundschaften für unbegleitete Minderjährige und im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bamberg sind sie für die "außergerichtliche Konfliktschlichtung" zuständig, besser bekannt als "Täter-Opfer-Ausgleich". Der SKF, der durch die Abkürzung auch oft mit einem Industriebetrieb in Schweinfurt verwechselt wird, ist telefonisch montags, donnerstags und freitags von 8 bis 12 Uhr zu erreichen, dienstags bis 15 Uhr und freitags zusätzlich von 14 bis 17 Uhr (Ruf 09521/64600).

Neu eingezogen ist auch die Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen der Diözese Würzburg mit der Diplom-Pädagogin Christiane Wagner-Schmid und dem Pastoralreferenten Ulrich Emge, die hier Einzelpersonen, Paare und ganze Familien beraten und betreuen. Im vergangenen Jahr suchten 220 Menschen hier Hilfe in 703 Beratungsstunden. Zu erreichen ist die Beratungsstelle von Montag bis Freitag unter der Rufnummer 09521/64600.

Sie alle bestätigen, gut im neuen Haus angekommen zu sein. Ihre Räumlichkeiten sind alle barrierefrei über Rampen und Aufzüge zu erreichen. Das gilt auch für die Situation innerhalb von St. Bruno. "Und auch im öffentlichen Raum werden wir die Zugangssituation verbessern, sobald es das Wetter zulässt", kündigte Hubert Grauer an.

Nach der Sanierung wird St. Bruno eine neue "und sehr schöne" Kapelle haben, wie Anke Schäflein in Aussicht stellte. Allerdings ist die alte Kapelle bis zum Frühjahr 2019 nicht nutzbar. "Wir haben einen Mehrzweckraum umgewidmet", erklärte sie weiter. So könnten auch weiterhin Gottesdienstbesucher aus der Altstadt Platz finden. Auf den Orgelraum im Dachgeschoss auszuweichen, wie vorgeschlagen wurde, sei nicht möglich, weil dieser nicht barrierefrei zu erreichen sei. Gemeinsam mit der Stadt habe man inzwischen auch geregelt, wie der Zugang außerhalb des Gebäudes in der Fuchsgasse mit einem besser begehbaren Belag versehen werden kann. "Um das umzusetzen, muss es aber frostfrei sein", bat Hubert Grauer noch um etwas Geduld.

Trotz angespannter Baukonjunktur und manch kurzfristiger Umorganisation liege man gut im Zeitplan, erklärten Silia Wiener und Gernot Meyer. Sie sind sicher, dass die Fertigstellung im Frühjahr 2019 klappt, und freuen sich schon jetzt auf das Ergebnis. Obwohl ihr Büro auf Sanierungen spezialisiert ist, bedeutet St. Bruno für die Planer und die Caritas ein Pilotprojekt.