Der Stadtrat von Ebern hat neue Gesichter. Von 20 Stadträten sind sechs neu im Gremium, die bei der konstituierenden Sitzung am Donnerstagabend in der Frauengrundhalle in Ebern von Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) vereidigt wurden. Neu im "Dreigestirn" an der Stadtspitze ist als Dritter Bürgermeister Thomas Limpert (FWE), der Werner Riegel (SPD) ablöst. Dieser wurde zum weiteren Stellvertreter gewählt, nachdem Stadträtin Gabriele Rögner (CSU) diese Aufgabe für sich nur als "Trostpflaster" sah und ablehnte. Harald Pascher (FDP) sitzt weiterhin als Zweiter Bürgermeister fest im Sattel.

Begonnen hatte die Sitzung mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Pfarrer Bernd Grosser und Pater Rudolf Theiler. Stadtrat Philipp Arnold begleitete mit der Gitarre die kirchliche Feier musikalisch. Der evangelische Pfarrer Bernd Grosser sagte, dass sich wohl alle den Neustart im Stadtratsgremium anders vorgestellt haben. Die gegenwärtige Situation könne schon Angst machen, aber man sollte mit Optimismus in die Zukunft blicken. Pater Theiler forderte die Mitglieder des Stadtrates auf, das Allgemeinwohl vor persönliche Interessen zu stellen. "Setzt euch ein für Frieden nach euren Möglichkeiten, arbeitet nicht gegen-, sondern miteinander, gestaltet unsere Heimat", bat der katholische Geistliche.

Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) ging in seiner Rede darauf ein, dass die ausgeschiedenen Stadtratsmitglieder derzeit nicht verabschiedet werden können. Das solle zur gegebenen Zeit nachgeholt werden. Trotz Corona wolle man in der Verwaltung alles so organisieren, dass es wenige Einschränkungen gebe.

Er werde, so erklärte Hennemann über seine eigenen Vorstellungen, als wiedergewählter Bürgermeister seinen eingeschlagenen Weg zu mehr Nachhaltigkeit fortsetzen. An seinen Stadtrat gewandt sagte Hennemann: "Wir müssen gemeinsam alle Bürger im Blick haben, keiner darf in der Stadtgesellschaft verloren gehen." Er rief auf zu verantwortungsbewusstem Handeln, forderte Respekt gegenüber anderen und Vorbild für die Bürger zu sein. Nicht leicht werde es wegen der angespannten Haushaltslage, aber man wolle Zukunftsinvestitionen tätigen, sagte er.

Gewählt wurden sodann die Stellvertreter des Bürgermeisters. Stadtrat Philipp Arnold (FWE) schlug als Zweiten Bürgermeister Harald Pascher (FDP) vor. Seitens der CSU schlug Fraktionssprecher Dieter Gerstenkorn Sebastian Ott vor, der gegen Hennemann um das Amt des "Ersten" kandidiert hatte und unterlegen war. Gewählt wurde in geheimer Abstimmung Harald Pascher mit 13:8 Stimmen.

Thomas Limpert wurde als Dritter Bürgermeister mit 12:9 Stimmen berufen. Er setzte sich gegen Stadträtin Marion Müller (CSU) durch.

Als weitere Vertretung des Bürgermeisters schlug Hennemann die am längsten gediente Stadträtin, Irene Jungnickel (SPD) vor. Sein Fraktionskollege Werner Riegel hingegen plädierte für Gabriele Rögner (CSU) als weitere Vertreterin, die zu Zeiten von Altbürgermeister Robert Herrmann als Zweite Bürgermeisterin tätig war. Rögner allerdings lehnte mit nicht zu überhörender Enttäuschung ab. "Es ehrt mich, aber ich stehe nicht zur Verfügung. Von manchen wurde in Vorgesprächen für die beiden regulären Stellvertreter nicht erkannt, worum es da geht. Die Entscheidung war längst vorgefasst und keinesfalls wurden alle Möglichkeiten ausgelotet", sagte Rögner. Das entspreche nicht ihrer Dienstauffassung. Fraglich sei, ob überhaupt ein weiterer Stellvertreter nötig sei. Deshalb wolle sie die Aufgabe einer weiteren Stellvertreterin nicht annehmen, ein solches "Trostpflaster" strebe sie nicht an. Gewählt wurde dann nach Vorschlag von Stadträtin Ulrike Zettelmeier (SPD) in offener Abstimmung Werner Riegel mit 12:9 Stimmen - quasi als Vierter Bürgermeister.

Beschlossen wurde die Satzung zu Fragen des Gemeindeverfassungsrechts. Der Vorschlag von Stadtrat Dieter Gerstenkorn, Ausschüsse von sechs auf fünf Personen zu verkleinern, um Einsparungen zu erreichen, wurde mit 13:8 Stimmen abgelehnt. Hennemann und Thomas Limpert hatten für die bisherige Lösung plädiert.

Der Vorschlag von Stadtrat Sebastian Ott, im Gremium wegen der angespannten Haushaltslage auf einen Teil der Vergütung zu verzichten, sei löblich, so Hennemann, sei aber nicht Gegenstand der Beratung. Darüber könne man in einer weiteren Stadtratssitzung sprechen.

Zwei Fraktionssprecher für die CSU schlug Ott vor. Für die Verwaltung müsse einer als Ansprechpartner gelten, und das sei Dieter Gerstenkorn, sagte Hennemann. Wie man sich parteiintern verständigen wolle, sei jeder Partei vorbehalten. Fraktionssprecher im Stadtrat sind für die CSU Dieter Gerstenkorn, für die Grünen Anne Schneider, für die SPD Ulrike Zettelmeier, für die FDP/FB Harald Pascher und für die FWE Thomas Limpert.

Beschlossen wurde auch die Geschäftsordnung für den Stadtrat der Stadt Ebern. Die Wahl der Referenten wurde hier ausgeklammert und soll später folgen. Auch wer eventuell noch als Ortsprecher für Welkendorf/Gemünd, Weißenbrunn, Neuses und Reutersbrunn gewählt wird, kann erst später entschieden werden.

Dem Haupt- und Finanzausschuss gehören für die CSU Dieter Gerstenkorn und Isabell Zimmer an, für die Grünen Anne Schneider, für die SPD Ulrike Zettelmeier, für FDP/FB Harald Pascher und für die FWE Thomas Limpert. Im Bauausschuss werden vertreten sein: Sebastian Ott, Markus Fausten (CSU), Klaus Schineller (Grüne), Werner Riegel (SPD), Harald Pascher (FDP/FB) und Philipp Arnold (FWE). Dem Rechnungsprüfungsausschuss gehören an: als Vorsitzende Gabriele Rögner, Frank Kaiser (CSU), Karin Kaiser (SPD), Hermann von Rotenhan (FDP/FB) und Andreas Mölter (FWE). Mitglieder in der Biomassewärme Ebern GmbH sind: Bürgermeister Jürgen Hennemann, Werner Riegel (SPD) und Dieter Gerstenkorn (CSU). Dem Spitalausschuss gehören an: Bürgermeister Hennemann und Dieter Gerstenkorn. Im Grundschulschulverband Ebern sind Bürgermeister Jürgen Hennemann, Ulrike Zettelmeiner (SPD), Isabell Zimmer (CSU) und Sven Steffan (FWE) vertreten. Der Schulverbandsversammlung Mittelschule Ebern gehören an: Bürgermeister Jürgen Hennemann, Ulrike Zettelmeier (SPD) und Sebastian Ott (CSU). Für den Zweckverband Rentweinsdorfer Gruppe wurden Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Andreas Mölter (FWE) nominiert. Im Zweckverband Pfarrweisacher Gruppe sind Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Marion Müller (CSU) vertreten. Der Gemeinschaftsversammlung der VG Ebern gehören an: Bürgermeister Jürgen Hennemann, Irene Jungnickel, Werner Riegel (SPD), Matthias Becht, Markus Fausten, Marion Müller (CSU), Klaus Schineller (Grüne), Harald Pascher (FDP) und Andreas Mölter (FWE).