Die Wasserversorgung der Stadt Zeil erfolgt nach Satzungsrecht. Hier sind kostendeckende sowie nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen bemessene Benutzungsgebühren zu erheben. Vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband war deshalb eine Neukalkulation angemahnt worden. Die letzte Kalkulation und damit die letzte Gebührenänderung war im Jahr 2011 erfolgt. Mit der Gebührenkalkulation wurde eine Steuerberatungsgesellschaft beauftragt.

Grundgebühren steigen ebenfalls

Im Ergebnis, so erklärte Bürgermeister Thomas Stadelmann dem Stadtrat, wurde ein notwendiges Gebührenerhöhungsvolumen pro Jahr von circa 137 000 Euro berechnet. Das entspricht 0,45 Euro je Kubikmeter. Da ein Großteil der Wasserversorgungskosten unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch entsteht, wird die Verbrauchsgebühr je Kubikmeter um 0,14 Euro von 1,85 auf 1,99 Euro und die monatliche Grundgebühr für die gängisten Wasserzähler (vier Kubikmeter pro Stunde) um 4,30 Euro von 9,80 auf 14,10 Euro erhöht. Die neuen monatlichen Grundgebühren für die größeren Wasserzähler (sechs bis 100 Kubikmeter pro Stunde) steigen ebenfalls. Der prozentuale Anteil der verbrauchsabhängigen Gebühr verringert sich von 72 auf 65 Prozent. Zu allen Preisen kommt noch die gesetzliche Umsatzsteuer in Höhe von sieben Prozent hinzu.

Somit bedeutet die Erhöhung für einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 65 Kubikmetern eine Erhöhung um 5,06 Euro, zuzüglich sieben Prozent Umsatzsteuer im Monat. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 140 Kubikmetern beträgt die Erhöhung 5,93 Euro, zuzüglich sieben Prozent Umsatzsteuer im Monat.

Antrag von Stadtrat Dieter Köpf abgelehnt

Stadtrat Dieter Köpf erklärte, selbst eine Kalkulation durchgeführt zu haben. Der CSU-Stadtrat erklärte, die Ergebnisse des Werkausschusses, der zuvor ausführlich über die Preiserhöhung beraten hatte, nicht infrage stellen zu wollen. Grundlage dafür waren die voraussichtlichen Kosten für die nächsten Jahre einschließlich kalkulatorischer Abschreibungen und Zinsen. Dies geschah auf Empfehlung der Steuerberatungsgesellschaft, wie Bürgermeister Stadelmann feststellte.

Aufgrund seiner abweichenden Zahlengrundlage kam Köpf zu dem Ergebnis, dass die Verbrauchsgebühr nicht zu erhöhen sei, und stellte den Antrag, den Kubikmeterpreis auf dem alten Wert von 1,85 Euro netto zu belassen. Das Gremium lehnte diesen Antrag jedoch mit 10:7 Stimmen ab. Gleichzeitig stimmten die Stadträte mit 10:7 Stimmen für die Beitragsänderung und die damit zusammenhängende zehnte Änderungssatzung für die Wasserabgabe.