Seit 2009 steht mitten in Ebelsbach die Ruine des Schlosses, das einmal der Familie von Rotenhan gehörte und vor elf Jahren einem Brand zum Opfer fiel. Bisher gab es keine konkreten Überlegungen, was mit dem Schlossareal geschehen soll. Seit Ende 2019 gehört es der Gemeinde Ebelsbach, und der Gemeinderat beschloss nun die Erarbeitung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek), mit dem die Frage beantwortet werden soll, welche Rolle das Schlossareal im Gesamtort spielen soll.

Bürgermeister Martin Horn (SPD) teilte mit, dass vor dem Corona-Lockdown eine Begehung mit Vertretern für Städtebau, Wohnungsbau und Denkmalschutz stattgefunden habe. Dabei sei allen Beteiligten klar gewesen, dass es sich bei dem Schloss um ein weiteichendes und zukunftsträchtiges Projekt handle, das über das Schloss hinausreiche.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die Fraktionen schon verschiedene Vorschläge eingebracht haben. Mit einem städtebaulichen Entwicklungskonzept lasse sich, so Horn, ein Gesamtfahrplan abbilden. Dabei sollen zum Beispiel Antworten darauf gefunden werden, welche Rolle das Schloss für den Gesamtort spielt und wie das Areal weiterentwickelt werden kann. Passend zum Gebäudebestand gehe es um eine geeignete Nutzungsmischung mit Wohnen und Pflege, Natur und Grünräume, Verkehr und öffentliche Einrichtungen. Nach Aussage der Regierung von Unterfranken belaufen sich die Kosten des Konzepts auf rund 100 000 Euro, zu denen eine Förderung von 60 Prozent in Aussicht steht.

Gemeinderat Markus Reinwand (CSU) brachte den Vorschlag ein, so wie kürzlich beim Spielplatz in Gleisenau die Bürger zu beteiligen. "So ist es auch gedacht", sagte Bürgermeister Horn. Sicher werde es nach den Corona-Beschränkungen zu Veranstaltungen kommen, sagte er. Horn strebt eine breite Abstimmung mit den Bürgern an.

Zur Frage, inwieweit die Denkmalbehörde bereit sei, von strengen Vorgaben abzuweichen und eine gemeinsame Lösung mitzutragen, sagte Horn. "Die wollen natürlich ein ganzheitliches Konzept, aber es muss dabei nicht alles stehen bleiben. Allerdings muss hier mit Fingerspitzengefühl bei der Integration von Gebäudeteilen vorgegangen werden. Die Denkmalschutzbehörde wird sich nicht querlegen, wenn ein gutes Gesamtkonzept vorliegt. Hier habe ich die wenigsten Bedenken."

Patricia Mück (SPD) legte Wert auf die Feststellung, dass es bei dem integrierten Entwicklungskonzept nicht nur um das Schloss gehe. Diese Auffassung vertrat auch der Bürgermeister. "Wir könnten auch viele andere Liegenschaften mit ins Programm aufnehmen, gerade im Kernort. Oft ist ein solches Konzept gerade ein Kriterium, um gefördert zu werden." Einstimmig wurde dann das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept beschlossen.

Zu Beginn der Sitzung wurde der neue Ortssprecher für Rudendorf, Sven Bräutigam, im Ratsgremium aufgenommen. Er brachte gleich einige Wünsche der Bürger vor und fragte nach dem Ausbau der Ortsdurchfahrt im Zuge der Staatsstraße, der sich so lange hinziehe. Bürgermeister Martin Horn stellte dazu fest, dass die Gemeinde die Grundstücksgeschäfte geregelt habe und damit die Voraussetzungen für das Projekt geschaffen seien. Die Gemeinde warte jetzt auf die Zustimmung des Straßenbauamtes. Er, Horn, habe darum gebeten, dass die Arbeiten 2021 ausgeführt werden.