Der Abwasserzweckverband Eltmann-Ebelsbach hat vor einiger Zeit die Entscheidung getroffen, die Absicherung gegen Überflutung durch ein stationäres Hochwasser-Pumpwerk zu erhöhen. Mit einem Kostenaufwand von rund 450 000 Euro wurden nun zwei Pumpen eingesetzt, die bei Hochwasser für Entlastung sorgen sollen.
Das anfallende Niederschlagswasser des Gewerbegebietes Eltmann wird über Kanäle gesammelt und im Stauraumkanal an der Kläranlage zwischengespeichert. Das gespeicherte Wasser wird nach dem Regen der Kläranlage zur Reinigung zugeführt, und das verdünnte Niederschlagswasser nach Vollfüllung des Stauraumkanals zur Entlastung direkt in den Main geleitet.
"Bei Hochwasserführung des Mains", sagte Verbandsvorsitzender Bürgermeister Michael Ziegler, "kann diese Entlastung aber nicht stattfinden, da das Gewerbegebiet und der Stauraumkanal tiefer liegen als der Hochwasserspiegel des Mains. Das Gewerbegebiet selbst ist durch den Hochwasserdamm gesichert, würde jedoch aufgrund der fehlenden Entlastung durch das Niederschlagswasser eingestaut werden." Aus diesem Grund seien bisher mobile Pumpanlagen eingesetzt worden, die dann an Saugschächten das Wasser aus dem Kanal entnehmen und über mobile Druckleitungen in den Main pumpen. Die mobilen Pumpen seien aber mittlerweile sanierungsbedürftig. Aus diesem Grund habe sich der Abwasserzweckverband, dem die Kommunen Eltmann, Ebelsbach, Breitbrunn und Kirchlauter angehören, für diese Maßnahme entschieden.


Decke des Schachtes aufgesägt

Diplom-Ingenieur Hugo Barthel vom Ingenieurbüro ProTerra erläuterte die Baumaßnahmen, bei denen der vorhandene zentrale Ablaufschacht bei laufendem Betrieb zu erweitern und umzubauen war. Damit die Pumpen in den Schacht passten, wurde die Decke des Schachtes nachträglich aufgesägt und es wurde ein Podest für die Aufnahme der beiden Pumpen errichtet. Eine zusätzliche Kammer wurde an den Schacht angebaut, und außerdem wurde eine neue Stromzuführung samt Steuerkabel von der Kläranlage zum Schacht errichtet.
Wie Hugo Barthel erklärte, hätten die Pumpen ein Gewicht von jeweils etwa 2,8 Tonnen. Die Förderleistung der beiden Pumpen betrage 2 x 400 Liter pro Sekunde beziehungsweise 3000 Kubikmeter pro Stunde. Die Besonderheit der Pumpen seien sogenannte Schraubenzentrifugal-Laufräder, die mit einem hohen Wirkungsgrad und großem Kugeldurchgang "verstopfungsarm" seien. Die Steuerung erfolge über das Prozessleitsystem der Kläranlage.