Na gut, die Feinstaubbelastung mag an diesem Tag etwas höher gewesen sein in und um Ebern. Die Euro-4-Plakette war auch nicht gefragt. Die dieselgeschwängerte Luft, das Knattern im Ohr und die für Otto-Normal-Autofahrer gesperrte Innenstadt nahmen die Bürger und ihre Gäste gerne in Kauf.
Tuckern, Brummen und Dröhnen rings um Ebern kündigte eine Invasion an. Doch zunächst gaben die Gesänge der katholischen Kirchengemeinde und das Blech des Blasorchesters den Ton an - bei der Prozession zu Fronleichnam. Am Nachmittag aber war anderes Blech angesagt, betagtes Blech.

Und das fuhr in Karawanen auf , mit Akribie aufbereitet und liebevoll poliert wie zu seinen Glanzzeiten. Oldtimertreffen - ein Klassikern im Eberner Veranstaltungskalender. Da geben sich Glanzstücke der Fahrzeuggeschichte ein vielbewundertes Stelldichein. Das gesamte Abc von Alfa Romeo bis Zündapp und ein ganzes Jahrhundert technischer Entwicklung.


Am Marktplatz wird's eng

Der Marktplatz verwandelte sich für einen Nachmittag in ein wuselndes Freilicht-Fahrzeugmuseum. Rund 700 Veteranen auf zwei und mehr Rädern, allesamt mindestens 30 Jahre alt, waren vorgefahren.

Gotthard Schleicher, seit Jahrzehnten beim Automobilclub (AC) Ebern immer zur Stelle, wenn es um Oldtimer geht, hatte das Defilee all der motorisierten Schmuckstücke ab 2015 wegen des enormen Zuspruchs vor einigen Jahren von Schloss Eyrichshof in Eberns Altstadt verlegt. Nun ist auch die Innenstadt Eberns an ihrer Kapazitätsgrenze anbelangt, wie der Oldtimerreferent am Ende des Fahrzeugspektakels befand.Noble Karossen, dicht an dicht mit Brezelkäfer und Isetta, und riesige Ami-Schlitten im Gefolge antiquierter Einsatzfahrzeuge. Monate hatte Schleicher in die Vorbereitungen investiert. Die Szene folgt seinem Ruf mit Begeisterung. Auch etliche Teilnehmer, die noch vor ein paar Wochen beim großen Opel-Treffen aufgekreuzt waren, mischten wieder mit. Die Sonne, Chrom und die Organisatoren strahlten.