"Geo war geil, Stochastik ging, Analysis ging" - diese persönliche Einzelbewertung gibt Paul kurz vor 13 Uhr am Freitag an seine Lehrerin weiter. Alles in allem war für ihn seine letzte schriftliche Abitur-Prüfung "machbar".
Auch Vanessa aus Haßfurt hatte keine Probleme und gab als eine der ersten kurz vor halb eins ab. Geschafft, erleichtert und durchaus auch zufrieden setzt sie sich vor der Turnhalle am Dürerweg auf die Treppen in die Sonne und wartet auf ihre Mitschüler. Durchschnaufen kann sie aber nicht lange, schnell ist klar: Sie wird eine der Hauptfiguren dieses Artikels. Gemeinsam mit Johannes, der als nächster die Turnhalle verlässt, und nach "dreieinhalb fürchterlichen Stunden Hauptsache bestehen" will.

Während Vanessa und Johannes unterschiedlich viel Begeisterung für die Zahlenwelt aufbringen, haben sie (mindestens) eines gemeinsam: Beide wissen schon jetzt, wie es weitergeht. Und das ganz sicher.


Nach dem Abi geht's weiter

Mathematik - Naturwissenschaften wohl überhaupt - liegen der 18-Jährigen ganz gut. Nach der "Pflicht"-Deutschprüfung am Donnerstag vor einer Woche, durch die sie sich eher durchkämpfen musste, hat sie neben Mathe noch in Physik Abitur geschrieben.

Wenn dann mal auch das Kolloquium hinter ihr liegt und die Schulzeit ganz und gar abgeschlossen ist, beginnt Vanessa ein Mechatronik-Studium an der Dualen Hochschule in Mosbach. Im Wechsel wird sie in Vorlesungen oder direkt im Betrieb bei einem großen deutschen Automobilhersteller lernen.

Einen ähnlich großen und auf jeden Fall allseits bekannten Arbeitgeber hat Johannes aus Zeil gefunden: die Bundeswehr. Erst einmal stehen dem 19-Jährigen aber nach dem Abitur 15 Monate Grundausbildung bevor. Danach will er Staats- und Sozialwissenschaften in München studieren, und sich damit 13 Jahre für die Bundeswehr verpflichten. Sechs Monate hätte er nach Beginn noch Zeit, herauszufinden, "das ist überhaupt nicht meins". Danach hören sich seine Pläne aber nicht an. Immerhin kennt Johannes die Bundeswehr schon ganz gut aus Erzählungen von seinem Vater oder Onkel, und selbst war er auch schon mal eine Woche beim Dienst dabei. "Geschichte, Staatslehre, viel Aktuelles..." will Johannes nach den Zeiten von Sozialkunde-Unterricht noch genauer lernen.


Vorbereitung ist alles

Mittlerweile haben auch Paul, Caro, Lukas, Dominique und Elisabeth... abgegeben und warten vor der Turnhalle. Ein Bier zischt, Maiswaffeln werden geknabbert, Caro aus Knetzgau freut sich, dass "30 Grad" das richtige Ergebnis einer Aufgabe ist.

Auch Maria Eirich, stellvertretende Schulleiterin am Regiomontanus Gymnasium und Mathelehrerin, will wissen, wie es ihren Schülern erging, "wie sind sie zurecht gekommen?". Das Fazit von Paul - "machbar" - ergänzt sie so: Die Abi-Prüfungen der vergangenen Jahre sind in Bayern vom "Niveau her sehr gut ausgeglichen. Machbar, aber anspruchsvoll. Und gut durchdacht. Wer vorher übt, kann sein Wissen anbringen."