Das Gesundheitsamt Haßberge meldet 15 weitere Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der bisher bestätigten Fälle auf 312 (Stand: Donnerstag, 15 Uhr), wie das Landratsamt mitteilte.

236 Bürger sind mittlerweile wieder gesund. Aktuell sind 70 Personen mit dem Virus infiziert. Sechs Menschen sind im Zusammenhang mit der Infektion verstorben. In häuslicher Isolation befinden sich über 655 Personen. Die so genannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit derzeit bei 59,25 und somit über dem Warnwert von 50.

Corona-Warnwert überschritten: Diese Regeln gelten jetzt

Seit Mittwoch hat der Landkreis in der veröffentlichten Corona-Ampel der bayerischen Staatsregierung die Stufe Rot erreicht. Das bedeutet: An privaten Feiern (wie insbesondere Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern oder ähnlichen Feierlichkeiten) dürfen unabhängig vom Ort der Veranstaltung maximal die Angehörigen von zwei Hausständen oder höchstens fünf Personen teilnehmen. Diese Begrenzung gilt auch für den gemeinsamen Aufenthalt im öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen, auf privat genutzten Grundstücken und auch in der Gastronomie.

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In der Gastronomie ist die Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle von 22 bis 6 Uhr untersagt. Von 22 bis 6 Uhr darf an Tankstellen und anderen Verkaufsstellen und Lieferdienste kein Alkohol verkauft werden.

Überall dort, wo Menschen enger oder länger zusammenkommen, gilt Maskenpflicht, das heißt im Einzelnen: auf Begegnungs- und Verkehrsflächen einschließlich der Fahrstühle in allen öffentlichen und öffentlich zugänglichen Gebäuden sowie in Freizeiteinrichtungen (wie Freizeitparks) und Kulturstätten (wie Museen und Ausstellungen); auch am Platz in Schulen aller Jahrgangsstufen, also auch in der Grundschule; das gilt ferner am Platz bei Tagungen und Kongressen sowie in Theatern, Konzerthäusern sowie sonstigen Bühnen und Kinos und für die Zuschauer bei sportlichen Veranstaltungen.

Maskenpflicht gilt auch auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen. Gleiches gilt für den Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann. Die Maskenpflicht besteht nicht in den Kantinen am Platz während der Einnahme von Speisen/Getränken.

Keine Ausnahmen für Grundschüler möglich

Nach der bayerischen Ampelregelung gilt automatisch auch in den Grundschulen am Platz Maskenpflicht. "Das Landratsamt Haßberge wird derzeit keine Ausnahmeregelungen ermöglichen. Die Maskenpflicht gilt auf alle Fälle bis Allerheiligen", so teilte das Landratsamt weiter mit. Danach wird die aktuelle Situation neu bewertet.

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"Sicherheit geht vor, insbesondere mit Blick auf das Infektionsgeschehen", untermauert Landrat Wilhelm Schneider diese Entscheidung. "Wir haben Brennpunkte in unserem Landkreis, die Infektionszahlen steigen. Unsere aktuelle Lage lässt leider momentan keine Ausnahmeregelungen zu".

Auch wenn der Landkreis Haßberge bei der Corona-Ampel der bayerischen Staatsregierung auf Rot steht, tritt nicht automatisch die Stufe III des Dreistufenplans des Kultusministeriums in Kraft, der unter anderem einen Mindestabstand von 1,5 Metern im Klassenzimmer fordert. Die Schulen im Landkreis Haßberge stehen weiterhin auf Stufe II (mit Ausnahme der Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für alle Schüler).

Die Entscheidung, inwieweit weitergehende Maßnahmen greifen, trifft das Gesundheitsamt in Absprache mit dem Schulamt. Im Einzelfall könnte also für eine bestimmte Schule der Mindestabstand von 1,5 Metern im Klassenzimmer gefordert werden, was bei nicht möglicher Einhaltung des Abstandes zur Folge hätte, dass die Klassen geteilt und im Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht beschult werden müssten.

Kitas bleiben vorerst offen

Für die Kindertageseinrichtungen im Landkreis Haßberge gilt nach Absprache mit dem Gesundheitsamt Haßberge ebenso weiterhin die Stufe II des Dreistufenplans des Sozialministeriums, das bedeutet, dass weiterhin alle Kinder die Einrichtung besuchen können, jedoch in festen Gruppen betreut werden.

Das Personal muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Auch für die Kindertageseinrichtungen gilt, dass die Stufe III auf Entscheidung des örtlichen Gesundheitsamtes für einzelne Einrichtungen ausgerufen werden kann, wenn in deren direktem Umfeld das Infektionsgeschehen zu hoch ist.

Nach Absprache mit den Polizeiinspektionen Haßfurt und Ebern bleibt es dabei, dass das Landratsamt aktuell keine stark frequentierten öffentlichen Plätze im Landkreis festlegt, an denen Maskenpflicht gilt oder der Konsum von Alkohol untersagt ist. Im Landkreis sind derzeit keine öffentlichen Plätze bekannt, die Engstellen oder einen engen Verkehrsraum aufweisen, auf welchem nicht ein Umgehen möglich wäre.