Künftig arbeiten die Gartler aus Unter- und Oberlauterbach enger zusammen: Bei den jüngsten Hauptversammlungen, die am vergangenen Samstag zeitgleich stattfanden, hatten die Mitglieder darüber zu entscheiden, ob
weiterführende Gespräche stattfinden sollen oder der Gedanke einer Fusion verworfen werden soll.
Beide Vorsitzenden, Stephan Höhn (Unterlauter) und Gerhard Schott (Oberlauter), erläuterten den Anwesenden zunächst die Intention, die hinter dem Vorhaben stehe. So vertraten beide die feste Überzeugung, dass nur eine Fusion den Obst- und Gartenbau in Lautertal auch für die Zukunft sichert.
Es gelte, so betonten beide Vorsitzenden, der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken und "mit dem Zusammenschluss einen starken Verein zu gründen", in dem die Kräfte gebündelt würden.
Zudem werde es immer schwieriger, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. "Wir brauchen keine zwei Vorstände für Vereine, die das Gleiche tun", erklärte Gerhard Schott in Oberlauter. Auch führte er vor Augen, dass gesellschaftliche Veranstaltungen eher eine Überlebenschance haben, wenn mehr Menschen angesprochen würden. Bestes Beispiel dafür sei das gemeinsam veranstaltete Herbstfest 2016.
Beide Vereinschefs taten alles, um ihren Mitgliedern die Angst vor einer Fusion zu nehmen: Sowohl Höhn als auch Schott erläuterten, dass es keinesfalls dazu kommen werde, dass der eine Verein den anderen "schluckt". "Es wird ein völlig neuer Verein mit einem neuen Namen entstehen" betonte Stephan Höhn. Gerhard Schollt ließ wissen, dass sich für die Mitglieder nichts ändern werde. "Die Vereinsjahre werden weitergeführt", ließ er wissen.
Auch Bürgermeister Sebastian Straubel sieht in einer Fusion den richtigen Weg und warb für eine positive Entscheidung. Nach Plänen der beiden Vorstände werden nach einem zustimmenden Mitgliedervotum Arbeitsgruppen gebildet werden, die dann die Fusion auf den Weg bringen sollen. Als Termin, den neuen Verein aus der Taufe zu heben, wurde das letzte Wochenende im Juni 2019 ins Auge gefasst. Hier feiert die Gemeinde Lautertal ihr 50-jähriges Bestehen. Beide Vorsitzenden verdeutlichten, dass das letzte Wort erst bei einer Mitgliederversammlung gesprochen wird, nachdem die Arbeitsgruppen ihre Vorschläge unterbreitet haben. Stephan Höhn und Gerhard Schott machten eindringlich darauf aufmerksam, dass die jetzige Abstimmung richtungsweisend ist.


Mehrheit in Oberlauter für Pläne

Der Vorsitzende aus Oberlauter machte darauf aufmerksam, dass im kommenden Jahr beim OGV Neuwahlen anstünden und es sein könnte, dass sich in Oberlauter kein Vorstand mehr finde: "Was dann mit dem Verein und dem Vereinsvermögen geschieht, brauche ich wohl nicht näher zu erläutern", führte er deutlich vor Augen. In geheimer Abstimmung votierten von den 48 Stimmberechtigten schließlich 37 Mitglieder (78,7 Prozent) für den Weg des Vorstandes, zehn Mitglieder waren dagegen, eine Stimme war ungültig.


Alle in Unterlauter für Fusion

In Unterlauter war der Weg sichtlich einfacher. Hier konnte per Handzeichen abgestimmt werden und das Ergebnis fiel eindeutig aus. Alle 71 stimmberechtigten Mitglieder standen auf der Seite ihres Vorstandes und machten aus Unterlauter den Weg für einen gemeinsamen Obst- und Gartenbauverein frei, der dann nach jetzigem Stand etwa 450 Mitglieder haben wird.


Höhn zieht positive Bilanz

Einen strahlenden Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Unterlauter konnte man bei der jüngsten Hauptversammlung erleben. Nicht nur, dass die Mitglieder zu 100 Prozent dem Fusionsvorschlag mit dem OGV Oberlauter zustimmten, auch dass er über 80 Personen im Sportheim des TSV Unterlauter
begrüßen konnte, zauberte Stephan Höhn ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht.
Der Vorsitzende informierte über zahlreiche Vereinsaktivitäten. Der Bogen spannte sich hierbei von der Pflege des Ehrenmals am Friedhof und der Streuobstwiese über die Aktion "Gärtnern mit Flüchtlingen", bis hin zu diversen Pflanzaktionen. So erhielten am Sportplatz Unterlauter einige Bäume eine neue Heimat, die vereinseigene Wiese wurde mit Quitten- und Zwetschgen bereichert und die Blumenkästen der Gemeinde Lautertal wurden wieder mit frischen Blumen versorgt.
Nicht alltäglich war ein Sensenkurs, zu dem der OGV Unterlauter einlud. Erfreut war der Vorsitzende darüber, dass die Angebote der Vereinsführung rege angenommen wurden. Zufrieden zeigte sich Höhn auch mit der Resonanz auf die Geräteangebote. Tief in die Vereinskasse wurde gegriffen, um einen neuen Balkenmäher im Wert von 5000 Euro anzuschaffen. Höhn freute sich darüber, dass viele junge Mitglieder bei den Arbeitseinsätzen anzutreffen waren. "Das macht Hoffnung."