Wie viele andere ehrenamtliche Vereinsaktivitäten hatte die Corona-Pandemie auch die Naturschutzarbeit vor Ort stark beeinträchtigt. Umso erleichterter war nun der Vorsitzende der Ebensfelder BN-Ortsgruppe, Ludwig Wendler, dass er nach den weiteren Lockerungen der Bayerischen Staatsregierung die Vorstandschaft zum ersten Monatstreff im Juli nach der langen Corona-Auszeit gesund und munter begrüßen konnte. Auch wenn öffentliche Aktionen natürlich zurückgestellt werden mussten, waren die Ebensfelder Naturschützer in den vergangenen Monaten nicht untätig.

Aufmerksam hat auch die Ortsgruppe die weiteren Entwicklungen im Kellbachtal im Zuge der drohenden Verwirklichung des Staatsstraßenneubaus quer durchs Tal vom Ortsausgang Prächting zur Autobahnanschlussstelle Ebensfeld verfolgt. Nachdem jetzt erste Erkundungsbohrungen für die Fundamente der Brücke über den Kellbach zu sehen waren, wurde in den letzten Gemeinderatssitzungen deutlich, dass durch die befürchtete Verkehrszunahme nicht nur die Ortsdurchfahrten von Kleukheim und Prächting, sondern auch der Klinikneubau Kutzenberg und schalltechnisch untermauert auch das geplante Neubaugebiet Prächting stärker belastet werden.

Bei steigenden Verkehrszahlen mussten die Naturschützer allerdings auch traurig feststellen, dass die Zahlen der diesjährigen Amphibienaktion erneut rapide nach unten gingen. Im März waren wieder Freiwillige besonders in der Nacht unterwegs, um die aufgestellten Krötenzäune zwischen Prächting und Kleukheim sowie zwischen Kleukheim und Schweisdorf zu überwachen. Aufgelaufene Kröten und Frösche wurden über die Staatsstraße getragen und damit auf ihrem Weg zu ihren Laichplätzen vor dem Überfahren gerettet. Dass der besorgniserregende Rückgang der Amphibien parallel zum immer noch dramatisch anhaltenden Insektensterben verläuft, lässt die Naturschützer nichts Gutes hoffen.

Umso positiver konnte Ludwig Wendler allerdings von einer Aktion des BN Ebensfeld berichten, die ganz seiner persönlichen Leidenschaft entspricht, nämlich dem Pflanzen von Hecken und Bäumen. In Zeiten von massivem Baumsterben in Wäldern, ausgeräumten Agrarlandschaften und steinübersäten Hausgärten plädiert Wendler für "Viele Bäume in die Landschaft" und ging dementsprechend mit einem guten und eindrucksvollen Beispiel voran. Mit dem Kauf zweier Linden rahmte die Ortsgruppe das Feldkreuz an der Staatsstraße Richtung Bad Staffelstein ein. Ein besonderer Dank galt hierbei dem Markt Ebensfeld, der nicht nur die Fläche zur Verfügung stellte, sondern auch in Zeiten von Corona die Pflanzung durch den Bauhof übernahm.

Abschließend wurde durch Gemeinderat Otto Weidner von einer Begehung des Biberreviers zwischen Ebensfeld und Prächting mit dem Nordbayerischen Biberberater, dem Landratsamt und der Gemeinde berichtet, bei der die Wasserstandsregulierung, fehlende Gewässerrandstreifen und illegale Aufschüttungen im Bachbereich besprochen wurden. Aber auch das stillstehende Windrad Sassendorf, der im Herbst geplante Mainerlebnistag und die Anpflanzungen an der Niederauer Brücke wurden in gemütlicher Runde noch besprochen, bevor das Resümee lautete, dass keine Telefon- oder Onlinekonferenz den persönlichen Kontakt ersetzen kann. Otto Weidner