Horst S. will sich vor einer Infektion mit dem Covid-19-Erreger schützen. Daher hat er im Dezember auch von dem Angebot Gebrauch gemacht, kostenlos FFP2-Masken in der Apotheke zu holen, das für ältere Bürger galt. Am 17. Dezember ließ er sich die Masken in einer Apotheke im Stadtgebiet geben und quittierte den Empfang mit seiner Unterschrift. Jetzt hat er Zweifel, dass er da die richtigen Masken bekommen hat.

"Jetzt sind ja FFP2-Masken Pflicht, aber auf meinen Masken fehlt jedes Prüfzeichen, dass es solche Masken sind", stellte er fest. Noch mehr wunderte es ihn, dass er bei einer Nachfrage in der Apotheke zunächst sehr abweisend behandelt wurde. "Die Dame hat nach kurzer Zeit einfach aufgelegt", sagt er. Erst im zweiten Anlauf bekam er die Auskunft, die Masken seien in Ordnung. Er könne eine schriftliche Bestätigung bekommen. "Die habe ich aber bis heute nicht bekommen, obwohl ich noch eine E-Mail geschrieben habe, mit der Bitte, mir die Bestätigung als Anhang zu mailen", sagt er.

Bei seinen Recherchen im Internet stieß Horst S. dann auch noch auf eine ganze Reihe von Meldungen über gefälschte Masken, die in Umlauf seien. Das machte seine Sorgen nicht kleiner. Es gab Rückrufaktionen von Masken, die an Arztpraxen ausgeliefert wurden, aber nicht einwandfrei waren, wie die Kassenärztliche Vereinigung Bayern feststellte. In Baden Württemberg ging die Verbraucherzentrale gegen eine Apotheke vor, die ungeeignete Masken in Umlauf gebracht hatte.

Was ist im Falle einer Kontrolle?

Vor allem aber geht es Horst S. auch um den Fall einer Kontrolle. Wie soll er denn dann belegen, dass seine Maske den geforderten Standards entspricht? Dazu kommt von der Bayerischen Landesapothekerkammer eine beruhigende Antwort. Werner Kurzlechner, Leiter der Pressestelle der Kammer, bestätigt, dass Horst S. alles richtig gemacht hat, als er bei der Apotheke nachgefragt hat. Dass dann eine schriftliche Bestätigung in Aussicht gestellt wurde, nennt Werner Kurzlechner "gute Praxis". Er geht davon aus, dass die Bestätigung in den kommenden Tagen bei Horst S. eingeht.

Es sei nicht auszuschließen, dass Masken in Umlauf sind, die den Anforderungen nicht gerecht werden, räumt Werner Kurzlechner ein. Er sagt aber auch: "Unser Eindruck in der Kammer ist indes, dass die Apothekerschaft mittlerweile sehr stark sensibilisiert für diese Problematik ist. Gegenüber dem Frühjahr 2020 scheint uns dieses Problem deutlich kleiner geworden zu sein." Die Kammer kläre auch weiterhin ständig ihre Mitglieder auf, um sie auf dem aktuellen Kenntnisstand zu halten. Betroffenen Kunden rät er, immer zuerst in der Apotheke nachzufragen, in der sie sich die Masken besorgt haben. Lassen sich derartige Fragen nicht aufklären, rät er, sich an die jeweils zuständigen Überwachungsbehörden zu wenden.

Noch bis zum 28. Februar haben Berechtigte die Möglichkeit, jeweils einmalig sechs Schutzmasken zu empfangen. Es empfiehlt sich seit der Verpflichtung in bestimmten Situationen in Bayern FFP2-Masken zu tragen, beim Empfang auf eine entsprechende Kennzeichnung zu achten, um Missverständnissen bei Kontrollen vorzubeugen. Sollten die Masken keine Kennzeichnung tragen, wäre eine entsprechende Bestätigung der Apotheke möglich.

Zur Vorschrift verweist Corinna Rösler, Pressesprecherin des Landratsamtes Coburg, auf die Vorgaben des Gesundheitsministeriums, dass eben "FFP2-Masken oder alternativ auch Masken mit mindestens gleichwertigem genormtem Standard, also KN 95 und N 95, getragen werden sollen".

Hoffnung auf eine Bestätigung

Legt Horst S. seine Maske ohne Aufdruck neben eine mit der erforderlichen Kennzeichnung, dann lässt sich von der Machart her kein Unterschied erkennen. Es wird wohl kaum damit zu rechnen sein, dass er auf die fehlende Beschriftung angesprochen werden wird. Trotzdem möchte er eben sicher sein, keinen Ärger zu bekommen, wenn er etwa mit diesen Masken einkaufen geht. Dass er sich zusätzlich weitere Masken kauft, die mit Aufdruck versehen sind, widerspricht für ihn dem Zweck der Aktion, an ältere Menschen eben kostenfrei geeignete Masken zu verteilen. Er hofft daher, dass er in den kommenden Tagen die versprochene Bestätigung der Apotheke erhält.