Auch für Anton Staudigl war es bei seiner Verabschiedung das viel zitierte "lachende und weinende Auge", das seine Gemütslage bestens beschrieb: "Der Abschied geht mir schon an die Nieren und mir ist fast ein bisschen zum Heulen", verriet er. Doch am Ende einer abwechslungsreichen und mit vielen Anekdoten aus seinem Berufsleben gespickten Abschiedsfeier betonte der scheidende Oberstudiendirektor, dass er sich auch darauf freue, endlich zur Ruhe zu kommen.
Schließlich hatte der Leiter von insgesamt sechs Fachschulen, die unter dem Begriff Staatliches Berufliches Schulzentrum I zusammengefasst sind, in den vergangenen 15 Jahren eine echte Mammutaufgabe zu stemmen. Die Verantwortung für 120 Lehrkräfte und mehr als 2000 Schüler stellte ihn vor einige Herausforderungen.


Überdurchschnittliche Leistung"

"Ihre Leistungen waren von Anfang an überdurchschnittlich", lobte Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz sein Engagement und bescheinigte den Ruhestand offiziell mit einer Urkunde der Regierung von Oberfranken. Die Regierungspräsidentin bezeichnete ihn als einen "Zehnkämpfer im beruflichen Schulwesen, der es geschafft hat, komplexe Strukturen und verschiedene Schularten unter seiner Leitung zu vereinen".
IHK-Präsident Friedrich Herdan erinnerte daran, dass Anton Staudigl nicht nur seine Schulen verwaltet, sondern stets einen guten Draht zur Wirtschaft gesucht habe. "Die Duale Ausbildung liegt ihm sehr am Herzen, das hat man immer gemerkt", so der Präsident.
"Je weniger Vorgaben gemacht werden, desto mehr Eigeninitiative entsteht. Sonst warten wir nur noch auf Ideen von oben", sagte Staudigl. Seine Bilanz: Für rund 14 000 Personen im Alter von 19 bis 24 Jahren unterschrieb er das Abschlusszeugnis.


Seine Frau sagt nicht "Chef"

Ende des Monats geht er nun nach 38 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand. Leben wird er mit seiner Familie in seiner Wahlheimat Lohr am Main, wo auch bisher sein Lebensmittelpunkt verankert war. Vermissen werde er, dass ihn in Zukunft niemand mehr "Chef" nennen wird. Trotz Nachfrage, war seine Frau Katharina für diese Anrede leider nicht zu begeistern, bemerkte er spitzbübisch. Pläne habe er vorerst keine. "Ich gehe zufrieden und möchte jetzt erst einmal die Ruhe genießen."
Sein Nachfolger kommt aus Bamberg: Gerhard Schmid war dort bisher ständiger Vertreter des Schulleiters des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums.