irmtraud fenn-nebel Es ist praktisch, kann an der Kasse schneller gehen und wird in Corona-Zeiten in vielen Geschäften gefordert: Das kontaktlose Bezahlen. 1. Woher weiß ich, ob ich mit meiner Karte kontaktlos bezahlen kann? Kontaktloses Bezahlen ist mit allen Girokarten (früher EC-Karten) und Kreditkarten möglich, die einen NFC-Chip haben. Der Begriff kommt aus dem Englischen und heißt "Near Field Communication" (deutsch "Nahfeldkommunikation"). Diese drahtlose Übertragungstechnik funktioniert auf Distanzen unter vier Zentimetern. Der NFC-Chip sieht aus wie ein kleines Wellensymbol und ist auf der Karte aufgedruckt. "Aus Sicherheitsgründen wird die Kontaktlos-Funktion erst aktiviert, wenn man seine neue Girocard zum ersten Mal in ein Bezahlterminal oder einen Geldautomaten steckt und die Pin-Eingabe nutzt", erklärt Margit Schneider von Kartensicherheit.de. Das Gemeinschaftsprojekt von Sparkassen, Genossenschafts- und weiteren Banken stellt Informationen über Bezahlkarten zusammen. 2. Wie funktioniert das kontaktlose Bezahlen? Die Karte wird mit dem Nahfeld-Chip an das Bezahlterminal gehalten und schon wird der Betrag abgebucht. Erscheint der Betrag auf dem Display, kann die Karte gesteckt oder direkt an den Leser gehalten werden. Ein grünes Licht und ein Piep am Bezahlterminal zeigen die erfolgreiche Zahlung an.

3. Welche Beträge kann man kontaktlos bezahlen? Seit dem 15. April kann man mit einem erhöhten Limit von 50 Euro pro Einkauf in vielen Geschäften ohne Pin-Eingabe mit der Girocard kontaktlos an der Kasse bezahlen. Da die Umstellung noch nicht flächendeckend erfolgt ist, besteht bei einigen Händlern die Begrenzung auf 25 Euro. 4. Warum muss manchmal trotzdem eine Pin eingegeben werden? Individuelle Vorgaben des Kartenherausgebers begrenzen entweder die Summe auf maximal 150 Euro oder die Anzahl der Bezahlvorgänge auf maximal fünf. Das Hintergrundsystem der Bank fordert dann den Bezahlvorgang mit Stecken der Karte und Pin-Eingabe. Mit dieser kontaktbehafteten Verarbeitung werden die Sicherheitsparameter auf dem Chip der Karte freigeschaltet und die Summe oder der Transaktionszähler zurückgesetzt. Danach sollte wieder kontaktloses Bezahlen möglich sein. 5. Ist kontaktloses Bezahlen mit der Girocard sicher?

Die nötigen Daten werden zwischen Terminal und Karte bei sehr geringem Abstand übertragen. Beim Bezahlen ist nur eine Transaktion zur selben Zeit an einem Kassengerät möglich, die vom Verkäufer aktiv ausgelöst wird. Das verhindert unbeabsichtigte oder Mehrfachzahlungen. Jeder Händler braucht ein zugelassenes Terminal und muss sich vorher dafür legitimieren. Die Verbraucherzentrale Bayern weist auf folgenden Nachteil hin: Wird die Karte gestohlen, können Diebe genauso einfach auf das Geld zugreifen wie auf das Bargeldfach des gestohlenen Portemonnaies. Deshalb muss die Karte bei Verlust sofort gesperrt werden.

6. Wie funktioniert das kontaktlose Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch? Dazu braucht man ein NFC-fähiges Gerät, entscheidet sich für eine App und richtet ein Bezahlverfahren ein. Die Abrechnung läuft über Kreditkartenkonten, oder die Girocard wird als digitale Version in der Bezahl-App hinterlegt. 7. Welche Bezahlverfahren gibt es für Smartgeräte? Die Bezahl-App bestimmt, wie der Bezahlvorgang abläuft. Die Stiftung Warentest listet folgende Optionen auf: Mit NFC-Schnittstelle (Apple Pay, Google Pay) wird das Gerät nahe an das Terminal gehalten und der Betrag abgebucht. Zweite Version: Mit NFC und Karten-PIN (Apps von beispielsweise Sparkassen und Deutsche Bank), wird die App oder das Gerät entsichert und vor das Terminal gehalten. Ab einem bestimmten Betrag wird die Karten-Pin abgefragt.Die dritte Möglichkeit sind Einmal-Pin, wie sie unter anderem bei Netto und Edeka angeboten werden. Fürs Bezahlen wird in den jeweiligen Apps eine Nummer erzeugt, die an der Kasse genannt oder übertragen wird. Eine vierte Option sind QR- oder Strichcodes, die Unternehmen wie Payback oder Bluecode in ihren Apps erstellen. Die Codes erscheinen auf dem Display des Smart-Geräts, das dann zum Bezahlen an die NFC-Schnittstelle des Kassenterminals gehalten wird. Beträge über dem Einzeltransaktionslimit von 25 bzw. 50 Euro müssen aus Sicherheitsgründen autorisiert werden. Dies kann bei Smart-Geräten außer mit einem PIN auch über den Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung erfolgen. 8. Wer haftet bei Schäden rund ums kontaktlose Bezahlen?

Eine Zahlung ist rechtmäßig, wenn sie aktiv und willentlich autorisiert wird. Wer seinen Sorgfaltspflichten im Umgang mit Karte und Pin nachkommt, ist durch sein Kreditinstitut geschützt. Bei missbräuchlichen kontaktlosen Zahlungen haftet das kartenausgebende Kreditinstitut.