Karlheinz Pfohlmann versteht die Welt nicht mehr. Im vergangenen Jahr habe ihm Bürgermeister Johann Pfister (BI) versprochen, er wolle im Zuge der Arbeiten am neuen Dorfgemeinschaftshaus "alles dafür tun, dass die Bäume dort erhalten bleiben". Tatsächlich gelang es den Arbeitern, die das alte Schulhaus abrissen, mit so viel Vorsicht ans Werk zu gehen, dass die Linden- und Nussbäume verschont blieben.


Information versäumt

Doch in der vergangenen Woche rückten die Gemeindearbeiter plötzlich mit der Motorsäge an und stellten die Familie Pfohlmann als einzige Anwohner vor vollendete Tatsachen. "Meine Mutter hat mich ganz aufgeregt auf der Arbeit angerufen und einige Tütschengereuther sind aus allen Wolken gefallen, als auf einmal die Bäume gefällt wurden." Karlheinz Pfohlmann ist enttäuscht und wirft dem Bürgermeister Wortbruch vor.
Johann Pfister erklärt die Fällung damit, dass man die Außenanlagen nun erst richtig konzipiert habe, die Bäume seien da im Weg gewesen. "Und wenn wir noch länger gewartet hätten, wären solche Maßnahmen nicht mehr möglich gewesen." Auf der Südseite des künftigen Dorfgemeinschaftshauses soll eine Sonnenterrasse entstehen, außerdem seien ja auch Neuanpflanzungen geplant.
"Selbst, wenn sie weg gemusst hätten, hätte man uns das vorher plausibel erklären müssen", sagt Pfohlmann. "Der Bürgermeister hat ja gewusst, wie viel uns an diesen Bäumen liegt. Und wir haben uns gefreut, dass sie nach dem Schulhaus-Abriss noch standen."
Daran, das vorher noch mit den Anwohnern zu besprechen, habe er schlicht nicht mehr gedacht, sagt der Bürgermeister. Dass er zunächst versprochen habe, sich für den Erhalt der Bäume umzusetzen, räumt Pfister ein. Doch nun hätten sich die Planungen eben anders entwickelt.


"Nicht mehr so viel Grün"

"Es tut mir leid, wir hätten vorher drüber reden können", sagt Pfister. "Nun sind die Bäume gefällt - und es ist vielleicht ein wenig unglücklich gelaufen." Für Karlheinz Pfohlmann ist das kein Trost, wirkliche Gründe für eine Fällung der Bäume kann er noch immer nicht erkennen. "In Tütschengereuth gibt es ja ohnehin nicht mehr so viel Grün, die Dorferneuerung ist für mich ein einziger Kahlschlag", sagt der Anwohner.