Die Segnung des Abschlussdenkmals zur Flurbereinigung in Wustviel fand am Samstag bei einer Feierstunde statt. Bildhauermeister Michael Scholl aus Limbach hat das Denkmal geschaffen, das Pfarrer Kurt Wolf weihte. Mit der Segnung wurde ein Schlusspunkt unter die Flurbereinigung in Wustviel gesetzt.
Die Neuordnung hatte bereits 1981 begonnen. Der finanzielle und rechtliche Abschluss der Flurbereinigung dauere aber noch einige Zeit, sagte Raimund Wendel, der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft.
Die Verfahrensfläche bei der Flurbereinigung Wustviel umfasst nach seinen Angaben insgesamt 295 Hektar bei 150 Grundbuch-Eigentümern. Es hätten 734 Flurstücke bearbeitet werden müssen.
Dabei wurden drei Millionen Euro aufgewendet. Davon sind etwa 2,3 Millionen Euro staatliche Zuschüsse; der Rest (700 000 Euro) musste von der Teilnehmergemeinschaft Wustviel und von der Gemeinde Rauhenebrach finanziert werden.
Bei dem Projekt wurden neue Wege gebaut sowie bei der Dorferneuerung Baumaßnahmen ergriffen. Bei der Wertermittlung der Grundstücke wurden im Jahr 2001 über 5000 Bodenproben untersucht und umfangreiche Hangschätzungen angestellt. Gleichzeitig wurde die gesamte Gemarkung mit einer Verfahrensfläche von 295 Hektar erstmals genau vermessen und abgemarkt.


Die weiteren Schritte

2004 wurden alle 150 Grundstückseigentümer über ihre Zusammenlegungswünsche befragt. Aufgrund dieser Befragung wurde das Neuverteilungsprojekt gestartet und Ende 2005 die Besitzeinweisung in der Natur vorgenommen. Insgesamt wurden 568 Grundstücke in der Gemarkung Wustviel mit über 2000 Grenzsteinen abgemarkt.
2012 wurde jedem Teilnehmer ein schriftlicher Gesamtauszug für die eigenen Grundstücke zugestellt. Im September 2017 wurden aufgrund dieser Unterlagen das Grundbuch und das Kataster neu gefasst.
Für die Landschaftspflege wurden umfangreiche Uferschutzstreifen, Wasserrückhaltungen, Streuobstwiesen und Hecken angelegt. Auch die Ortschaft wurde neu vermessen. Bei der Dorferneuerung wurden der Kirchplatz, das Kriegerdenkmal, das Versorgungsgebäude sowie die alte Schule einbezogen. Auch die Ortsdurchfahrt mit den angrenzenden Plätzen wurde neu gestaltet. Darüber hinaus wurden private Baumaßnahmen bezuschusst.
Durch die Neuordnung wurden, wie es hieß, alte Streitfragen geklärt. Dies biete für die Teilnehmer die Chance, alle Streitigkeiten zu beenden und ein neues Miteinander zu beginnen, wurde betont.
Raimund Wendel sprach auch die Entstehung des Gedenksteines an. Der Gedenkstein habe das Thema "Steigerwald und Heimat" zum Inhalt.
Bürgermeister Matthias Bäuerlein dankte vor allem Bildhauermeister Michael Scholl für sein gelungenes Werk. Stellvertretender Landrat Oskar Ebert, der Vorgänger Bäuerleins als Bürgermeister in Rauhenebrach, gratulierte den Wustvielern zur Einweihung des Flurdenkmals.
Ebert freute sich ebenso wie sein Nachfolger, dass die Flurbereinigung jetzt abgeschlossen und gut gelungen sei. Ebert gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die ausgeführten Maßnahmen auch in die Zukunft wirken und der kommenden Generation zugute kommen. Dank der Dorferneuerung habe Wustviel jetzt ein positives Ortsbild, sagte er. heki