Bis zum 17. Mai entscheiden die Eggolsheimer Wähler per Briefwahl in einem Bürgerentscheid über den Bebauungsplan Schirnaidler Straße. Der Grünen-Ortsverband Eggolsheim hat nun für eine Aufnahme der Vogelpopulation auf der Streuobstwiese an der Schirnaidler Straße den Artenkenner und Hobbyornithologen Norbert Braun gewonnen.

Die Ergebnisse der Aufnahme brachten laut Pressemitteilung der Grünen "erneut die ökologische Vielfalt dieses Stückes Eggolsheimer Natur hervor und zeigten auf, dass die von Gemeinde Eggolsheim im Ratsbegehren geplante Bebauung innerhalb dieser Fläche eine unwiederbringliche Zerstörung des komplexen, aufeinander bezogenen Ist-Zustandes bedeuten würde".

Eggolsheims Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) weist die Vorwürfe zurück. "Wir wollen ein durchgrüntes Gebiet erhalten", sagt er auf FT-Anfrage. Das geplante Bauvorhaben sei genaustens untersucht worden: "Die meisten Bäume bleiben stehen, gefällt werden höchstens sechs oder sieben." Im Gegenzug sollen 20 Bäume rund um Eggolsheim gepflanzt und zusätzlich Nistkästen auf dem Bau-Areal angebracht werden: "Wir werden alles für die Artenvielfalt hier tun."

20 verschiedene Vogelarten

Insgesamt brüten laut Grünen zurzeit 20 Vogelarten auf der Fläche. In der Summe ergebe dies eine "überdurchschnittliche Dichte des Vogelvorkommens". So sei die Streuobstwiese Brutstätte für zahlreiche Arten wie den Stieglitz, die Blaumeise, Dorn- und Mönchsgrasmücke. Aber auch der in Bayern stark gefährdete Bluthänfling, dessen Name sich auf der Roten Liste des Bayerischen Umweltministeriums befindet, hat laut Grünen ein Zuhause an der Schirnaidler Straße gefunden.

Die seit vielen Jahren extensiv genutzte Streuobstwiese weise aufgrund ihrer Beschaffenheit ein hohes Maß an Artenreichtum auf. Der ornithologische Artenreichtum und die teilweise sehr hohe Zahl an Brutpaaren innerhalb einer Vogelart wie die des Stieglitz sind für den Artenkenner Norbert Braun Beleg dieser These.

Alte Obstbäume wie die an der Schirnaidler Straße, die aufgrund ihrer Beschaffenheit zahlreiche Höhlen und Halbhöhlen aufweisen, bieten laut Braun ein exzellentes Angebot für höhlenbrütende Vogelarten. Zum Teil abgestorbene oder gänzlich abgestorbene Bäume, zusammen mit dem am Boden liegenden Totholz biete Grundlage für ein reichhaltiges Insektenleben, das Nahrungsgrundlage für die am Ende der Nahrungskette stehenden Vögel sind.

Des Weiteren seien der artenreiche, von chemischen Substanzen unbelastete Grasbewuchs und der gestufte Unterwuchs auf der Fläche weitere Faktoren für den Artenreichtum. Aus ökologischer Sicht sei das Biotop in seiner jetzigen Form besonders erhaltenswert und wertvoll. Claus Schwarzmann kann die Kritik nicht wirklich nachvollziehen: "Das Allermeiste bleibt grün." red