Im Verlauf der vergangenen Tage trafen sich jeweils an einem Vormittag insgesamt 300 Schüler der 7. Jahrgangsstufen aus acht verschiedenen Schulen des Landkreises im Jugendzentrum, um in Kleingruppen den Jugendschutzparcours "stop and go" zu absolvieren.
Bei diesem vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend geförderten Projekt befassten sich die Jugendlichen unter Anleitung von Fachkräften mit den Themen Jugendschutzgesetz, Medien, Sucht und Konsumverhalten. Polizeiobermeister Kevin Ender, Jugendkontaktbeamter der Polizeiinspektion Lichtenfels, informierte über wichtige Punkte des Jugendschutzgesetzes. Er machte beispielsweise darauf aufmerksam, dass Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren der Zutritt zu Tanzveranstaltungen nicht gestattet, Jugendlichen über 16 Jahren und unter 18 Jahren der Aufenthalt dagegen bis 24 Uhr erlaubt sei. Bei Tanzveranstaltungen eines anerkannten Trägers der Jugendhilfe dürfen Kinder bis 22 Uhr und Jugendliche bis 24 Uhr ohne Begleitung anwesend sein. Dann mussten die Jugendlichen anhand von leeren Getränkeflaschen die Frage beantworten, wie es sich mit dem Konsum von Alkoholika in der Öffentlichkeit verhält. Dabei wurde klar, dass Spirituosen, Liköre, Alkopops oder alkoholhaltige Lebensmittel wie Weinbrandbohnen, für Jugendliche unter 18 Jahren nicht erlaubt sind. Bier, Wein und Sekt dürfen dagegen Jugendliche über 16 Jahre trinken. Kevin Ender gab auch noch eine Reihe von Hinweisen und Ratschlägen. So soll man bezüglich des Inhalts vorsichtig sein, wenn einem Getränke angeboten werden. Aus Sicherheitsgründen sollte eine Gruppe, die gemeinsam zu einer Session gekommen ist, auch gemeinsam wieder heimgehen. Er machte auch darauf aufmerksam, dass ein mehrfach von der Polizei aufgegriffener betrunkener Jugendlicher Schwierigkeiten bei der Führerscheinbehörde bekommen kann, wenn er den Führerschein erwerben will.


Post aus dem Tattoostudio

Luisa Gampert, die zur Zeit ein Praxissemester im Rahmen ihres Sozialpädagogikstudiums im Jugendamt absolviert, befasste sich mit dem Medienalltag (Facebook, Instagram, WhatsApp, Youtube, Filme, Handy, TV) der Jugendlichen. Anhand eines Videos einer Youtuberin demonstrierte sie, worauf man im Web achten sollte. Die Frau befand sich in einem Tattoostudio und postete während der Tätowierung ein Foto.
Nach kurzer Zeit stand ein Mann vor dem Studio, der über ihre persönlichen Daten Bescheid wusste und sie sprechen wollte. Der Rat der Moderatorin lautete deshalb, bei der Herausgabe sensibler Daten Vorsicht walten zu lassen.
Mithilfe von Aussagen auf Karten, die die Teilnehmer vorlasen, wurde über das richtige Verhalten im Social Web diskutiert. So dürfe man ohne Genehmigung keine Bilder von anderen Personen veröffentlichen und keine Beleidigungen oder Bedrohungen aussprechen. Man solle seine Daten schützen, keine Fremden als Freunde annehmen (Fakeprofile), nicht auf unbekannte Links klicken, Internet-Bekannte niemals alleine treffen, bei komischen Nachrichten Kontakt abbrechen und mit den Eltern reden und vor allem aktiv gegen Mobbing vorgehen.
Das Thema "Sucht" behandelte der Kriminaloberkommissar Matthias Lange von der Kriminalpolizei Coburg zusammen mit Schülern des Gymnasiums Burgkunstadt und der Adam-Riese-Schule Bad Staffelstein.
Heribert Lempetzeder und Sabine Wegner vom Sachgebiet Gesundheit des Landratsamtes setzten sich mit dem täglichen Konsum und dem damit verbundenen Umgang mit Geld, Kaufwünschen, Gruppendruck und Statusdenken auseinander und diskutierten darüber mit den Schülern. So verteilten die beiden Sozialpädagogen vier Votingbogen mit jeweils einer Frage und drei Antwortmöglichkeiten an die Schüler.
Auf die Frage, ob sich die Schüler beim Kauf der Kleidung am Outfit ihrer Freunde orientieren, antworteten etwas überraschend die wenigsten zustimmend. Die meisten hoben ihren eigenen Geschmack und Stil hervor. Ein positiver Einfluss der Kleidung auf das Selbstbewusstsein wurde nur von drei Schülern gesehen, die meisten attestierten demjenigen, der nur hinter bekannten Marken her ist, sogar kein starkes Selbstbewusstsein.
Die große Mehrheit meinte auch, dass die Einkaufslaune mit der guten Stimmung zunehme. Da kaufe man oft Sachen, die man gar nicht brauche.