Pfingstkongress des Coburger Convents - "das ist für uns Ausnahmezustand, von Freitag bis Dienstag", sagt Gastwirt Jakob Stadelmeyer, Chef der "Loreley". Die "Lore" ist eines der Traditionsgasthäuser in Coburg und fester Anlaufpunkt für Aktive und Alte Herren in den Verbindungen des Coburger Convents (CC). Drinnen ist's voll, und draußen bilden sich große Menschentrauben bis spät in die Nacht.

Doch dieses Jahr wird der Kongress nicht in Coburg stattfinden. Jakob Stadelmeyer und seine Frau Tanja haben Verständnis dafür: "Gesundheit geht vor, und wir werden Corona bis dahin nicht im Griff haben", sagt er. Bei den Impfungen gebe es ja auch immer wieder Verzögerungen. "Für uns ist vollkommen okay, dass abgesagt wird." Für den CC sei es gut, dass er seine Tagung in einer Messehalle in Hannover abhalten könne, meint Stadelmeyer. Die Coburger Gastronomie müsse freilich einen Ausfall verkraften, "aber das ist halt so".

Schon im vergangenen Jahr hatte der CC sein Pfingsttreffen in Coburg abgesagt - das erste Mal seit 1951. Nun erneut. Doch das ist ja nicht der einzige Ausfall, den Gastronomen wegen Corona verkraften mussten. Insgesamt sechs Monate seien Gaststätte und Kneipen wegen Corona nun schon geschlossen worden, rechnet Jakob Stadelmeyer vor. "Das einzig Positive ist, dass jetzt die Hilfsgelder fließen." Das Schlimmste hingegen sei, "dass wir unsere Gäste nicht mehr sehen", betonen Jakob und Tanja Stadelmeyer. Viele Stammgäste würden aber sonntags ihr Essen holen.

Kein Verständnis zeigen die Wirtsleute, wenn Corona verharmlost wird. "Das ist keine Grippe und hat schwere Folgen für manche Leute", betont Jakob Stadelmeyer. In der eigenen Verwandtschaft habe es schon vier Corona-Fälle gegeben, sagt er. "Materielle Werte kann man ersetzen", sagt Tanja Stadelmeyer. "Aber die Gesundheit nicht." sb