Ein Thema beherrschte am Wochenende die Landesversammlung der DLRG-Jugend Bayern im Jugendtagungshaus Wirsberg: der tödliche Badeunfall im Himmelkroner Freibad und das Urteil des Amtsgerichts Kulmbach, das nach wie vor für Verunsicherung sorgt. Viele Sportvereine und Jugendverbände fragen sich nun, ob sie noch mit Kindern und Jugendlichen Fahrten zu Badeseen und Schwimmbädern anbieten können. Dazu gibt es von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft einen klaren Hinweis: Ein Betreuer muss das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber haben.


Prüfung nicht älter als zwei Jahre

Der wiedergewählte Vorsitzende der DLRG-Jugend, Jonas Kipfstuhl aus Neumarkt, erläuterte die Position des DLRG- Landesverbands. "Die aktuelle Rettungsfähigkeit des Jugendleiters wird dadurch sichergestellt, dass die Prüfung zum Rettungsschwimmabzeichen nicht älter als zwei Jahre ist. Kinder benötigen das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze beziehungsweise Silber", so Kipfstuhl.
Im Himmelkroner Fall habe das Gericht geurteilt, dass es nicht genüge, sich von den Eltern bestätigen zu lassen, dass das Kind schwimmen könne. Auch die Bestätigung, das Kind habe bereits das Seepferdchen-Abzeichen, sei nicht ausreichend. Danach hätte die Jugendleiterin die Kinder vorschwimmen lassen müssen.


Mindestens Bronze

Als sicherer Schwimmer gilt nach Auffassung der DLRG, wer mindestens das Schwimmabzeichen der Stufe Bronze nachweisen kann. Für das Schwimmen in Freigewässern oder im Meer solle man generell gut trainiert sein und über die Gefahren am und im Wasser Bescheid wissen. Die DLRG rät deshalb, nur Kinder in Schwimmbäder mitzunehmen, die das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze haben. Für das Schwimmen in Freigewässern wird der Nachweis des Deutschen Jugendschwimmabzeichens in Silber empfohlen.
Weiter betonen die Experten der DLRG: "Schwimmen in Spaß- und Freizeitbädern ist nicht ungefährlich. Hier bestehen besondere Gefahren, beispielsweise beim Schwimmen in Wellenbecken oder in Strömungskanälen. Das sichere Schwimmen bei den Teilnehmern wird aber nur mit dem bestandenen Jugendschwimmabzeichen der DLRG bestätigt. Kinder, die dieses Abzeichen nicht vorweisen können, sollten nicht ins Schwimmbad mitgenommen werden."
Der DLRG-Landesverband vertritt ferner die Auffassung, dass ein Jugendleiter, der die Aufsicht hat, alle Personen, die sich im Wasser befinden, überwachen muss. Es sei daher unerlässlich, dass der Jugendleiter ständig am Schwimmbecken präsent sei. Der Landesverband geht davon aus, dass die Beschäftigten der Bäder, also die Bademeister, keine Aufsicht für ganze Jugendgruppen in dem Maße übernehmen können, wie es erforderlich ist.


Praxistipps der DLRG

Kipfstuhl gab den Betreuern weitere Praxistipps der DLRG:
•  Verlassen Sie sich nicht nur auf die Angaben der Kinder oder der Eltern.
•  Bevor Sie einen Ausflug in ein Freigewässer oder Spaßbad planen, verschaffen Sie sich eine Übersicht über die Schwimmfähigkeit der Kinder.
•  Fragen Sie den Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen ab.
•  Stellen Sie sicher, dass die Aufsicht der Gruppe gewährleistet wird.
Die DLRG bietet Kipfstuhl zufolge regelmäßig Kurse für das Rettungsschwimmabzeichen an und unterstützt auch gerne bei der Feststellung und Verbesserung der Schwimmfähigkeit.
Der 25-jährige Mathematikstudent wurde für weitere drei Jahre an der Spitze der DLRG-Jugend Bayern bestätigt. Als Stellvertreter stehen dem Neumarkter Lisa Schick, Marco Ar nert, Felix Dürnberger und Leon Weichelt zur Seite. Schatzmeisterin ist Katrin Farnbauer, Clemens Lissner ihr Stellvertreter.