Wasser war schon immer Mangelware auf dem Jura. Das stellte die Feuerwehren oft vor große Herausforderungen. Hans Schwarz (79) aus Gelbsreuth erinnert sich an einen Scheunenbrand in Großenhül im Winter 1961: "Die Hül war zugefroren. Wir mussten mit Gülle löschen."
Ziemlich gestunken habe das, erzählt er und lacht. Schwarz ist seit 61 Jahren Mitglied bei der Feuerwehr Gelbsreuth. Am Samstagabend wurde er zusammen mit sechs anderen altgedienten Kameraden zum Ehrenmitglied ernannt. Zusätzlich wurde Marco Birner staatlich geehrt für 25 Jahre Dienstzeit.
Die Feuerwehr Gelbsreuth feierte den 34. Gemeindefeuerwehrtag und ihr 140. Gründungsjubiläum. Seit dem Jahr 1878, noch während der Regentenzeit Kaiser Wilhelms I., hat sich vieles getan, doch die Zahl der Feuerwehrleute in Gelbsreuth ist in etwa gleich geblieben. Damals waren es 29 Aktive, heute sind es 27, davon drei Frauen. Kommandant Holger Münch freut sich: "Noch haben wir keine Nachwuchsprobleme."
Den Zusammenhalt unter den Feuerwehrleuten lobte auch Landrat Klaus Peter Söllner. Nicht nur seien die Dorfwehren die Ersten bei Einsätzen vor Ort, sondern sie prägten auch wesentlich die Dorfgemeinschaft. "Die Feuerwehr hat die Funktion eines Kulturträgers."


Viel einfallen lassen

Auch diese Aufgabe haben die Gelbsreuther vorbildlich erfüllt und sich zu den Gemeindefeuerwehrtagen immer wieder etwas Besonderes einfallen lassen. 1986 wurde das neue Feuerwehrhaus eingeweiht, 1994 fand ein Wandertag statt, abends spielte die Band "Telstars", 2002 kam Karl-Theodor zu Guttenberg zu Besuch,und 2010 fand schließlich das erste Oldtimer-Schleppertreffen statt. Höhepunkt damals war ein Auftritt das Kabarettisten-Duos "Waltraud und Mariechen". "Das war ein voller Erfolg. Deshalb haben wir das Schleppertreffen seither jedes Jahr gemacht", berichtete Kommandant Münch.
Einen geeigneten Veranstaltungsort zu finden, bereitete immer wieder Kopfzerbrechen. Seit einigen Jahren stellt das Ehepaar Karin und Hans-Werner Gräbner den Festplatz zur Verfügung. Die Feuerwehrleute bedankten sich bei den beiden mit einem Gutschein für ein Wellness-Wochenende.
Die Ideen scheinen der Wehr Gelbsreuth nicht auszugehen. Mit selbst gemalten Plakaten und Traktoren aus Strohballen wird Werbung gemacht. Das Schleppertreffen hat bereits Festival-Charakter angenommen (Seite 13). Adriane Lochner