Dieser Abend steckt voller Erinnerungen an eine gemeinsame Vergangenheit, die dennoch getrennt verlief. Mit der Magie der Musik erzählt dieser Abend aus dem Leben zweier Musiker aus Griechenland, die viele Jahre in der gleichen Stadt im Exil lebten und sich doch erst fast ein halbes Jahrhundert später tatsächlich kennenlernten.
Ihre gemeinsame Liebe zur Musik führte sie jetzt als Duo auf die Bühne von "Leise am Markt" in Coburg: den seit vielen Jahren am Landestheater engagierten Opernsänger Kostas Bafas und den Rockmusik-Gitarristen Georgias Giatsidis.
"Zimt und Koriander" - unter diesem Motto hatten sie ein Programm ihrer gemeinsamen Lieblingslieder erarbeitet, das sich als international und stilistisch ungemein vielseitig erwies.


"Grüß mir mein Wien"

Von der russischen Rock-Ballade bis zum Operetten-Hit aus der Feder von Emmerich Kálmán ("Grüß mir mein Wien" aus "Gräfin Mariza") spannte sich der Bogen.
Die künstlerische Arbeitsteilung dieses Duos ist im Grunde ganz einfach. Kostas Bafas spielt die Rhythmus-Gitarre und übernimmt den Gesang, Georgias Giatsidis liefert auf der Gitarre die filigranen Elemente.
Mit seinem Gesang begnügte sich Kostas Bafas freilich nie damit, bewunderte Vorbilder einfach nur imitieren zu wollen. Seine Hommage an Tom Jones ("Smoke get's in your eyes") geriet ihm ebenso zur ganz eigenen Anverwandlung wie seine Interpretation zweier bekannter neapolitanischer Canzonen.
Ganz unverwechselbar anverwandelt hat sich Kostas Bafas auch Giuseppe Verdis Oper "La Traviata", die er in einer kammermusikalischen Bearbeitung unter dem Titel "Violetta Selvatica" vor einigen Jahren in der Coburger Reithalle auf die Bühne gebracht hatte. Zwei Ausschnitte daraus fanden sich ebenso im Programm wie ein Titel des bosnischen Komponisten Goran Bregovic, der beispielsweise mit der Filmmusik zu Emir Kusturicas "Time oft the Gypsies" international bekannt wurde.
Auch dafür gab es reichlich Beifall von den Zuhörern. ct