Mit einem echten Paukenschlag endete die Jahreshauptversammlung des TSV Stadtsteinach. Offenbar hatte sich während der Pandemiezeit einiges an Unmut aufgestaut. Jedenfalls quittierte Helfer Klaus Breuer, der seit vielen Jahren für die Mäharbeiten zuständig war, seinen Dienst und warf Vorsitzendem Roland Wolfrum den Schlüssel auf den Tisch.

Offen beklagte sich der 77-Jährige über mangelnde Unterstützung durch andere, vor allem jüngere Vereinsmitglieder. Breuer bemängelte, dass ihm niemand helfen würde, wenn er anfrage. "Das sieht außenrum aus wie Sodom und Gomorrha", schimpfte er und betonte, dass das Gras meterhoch wachsen würde.

Mitglieder der Altliga versuchten das aufgebrachte Mitglied zu beruhigen und erklärten, dass sie eben nur samstags nicht helfen könnten, weil am Wochenende jeder selbst im heimischen Garten zu tun habe. Wilhelm Günther erläuterte, dass er sich schon bemüht habe, einen Hochgrasmäher zu bekommen. Nur habe dies eben bis jetzt noch nicht geklappt.

Aufbruchstimmung bei den Fußballern

Fußballtrainer René Wolf meinte, dass auch die Mannschaftsmitglieder zu Arbeitseinsätzen bereit seien. Das Team befinde sich in einer Art Aufbruchsstimmung und würde sicherlich mithelfen, so Wolf. Doch der 77-Jährige blieb bei seiner Entscheidung.

Auch Michael Feulner zeigte sich nicht ganz zufrieden. Er hakte nach, wie es denn um die Erneuerung der Flutlichtanlage in Stadtsteinach stehe. Feulner war der Meinung, dass die Umrüstung schon längst hätte vonstattengehen müssen - auch angesichts der Tatsache, dass umliegende Vereine eine Umrüstung getätigt haben. Doch Roland Wolfrum stellte klar, dass Fördergelder nur fließen würden, wenn das nötige Einsparpotenzial vorliege. Und dies sei in Stadtsteinach nicht der Fall. "Die Flutlichtanlage brennt nicht oft. Deshalb ist das Einsparpotenzial auch zu gering, um in die Förderkulisse zu kommen", sagte Wolfrum auch als Bürgermeister der Stadt Stadtsteinach.

Flutlicht nicht auf Platz 1

Wilhelm Günther, der stellvertretende Vorsitzende, sprang Wolfrum zur Seite und mahnte, das Kosten-Nutzen-Verhältnis einzukalkulieren. Die Erneuerung der Flutlichtanlage stehe nicht auf Platz 1 der Wunschliste.

Landrat Klaus Peter Söllner ging auf die positive Entwicklung des TSV Stadtsteinach ein. "Auch wenn der TSV sportlich aktuell nicht so erfolgreich ist wie vor 15 Jahren, kann es doch so mit dem Fußball weitergehen", zollte er der Entwicklung Respekt.

Im Mittelpunkt standen Mitgliederehrungen. Für 60 Jahre wurde Jürgen Kraus ausgezeichnet. Seit 50 Jahren sind Dieter Buchwald, Hilmar Rohde und Rainer Spindler mit von der Partie. Und für 40 Jahre Treue zum Verein ehrte Vorsitzender Wolfrum Georgine Krappmann.

Auch für die Aktiven sei der Lockdown schwierig gewesen, erinnerte Wolfrum. Die Mitgliederzahl ging von 459 auf aktuell 447 zurück. Doch es gebe auch Lichtblicke. Mit Trainer René Wolf habe der Fußball neu Fuß gefasst. Ab Juli 2022 würden zwei Mannschaften gemeldet.

Finanziell stehe der Verein auf einem soliden Fundament, machte Kassier Tom Grimmler klar. Doch durch Investitionen sei das Guthaben fast aufgebraucht.

Abteilungsleiterin Martina Merlender zeigte sich besonders betroffen von den Corona-Beschränkungen. Da sie nicht geimpft sei, habe das Training ruhen müssen. Merlender betreut die 50plus-Gruppe.

Sehr gut stehen die Rasenkraftsportler da. Einige Athleten gehören zum deutschen Spitzenkader und durften auch während der Pandemie trainieren.

Die Neuwahlen

Die Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis: Vorsitzender Roland Wolfrum, Zweiter Vorsitzender Wilhelm Günther, Dritter Vorsitzender Uwe Michel (für Markus Strauch), Schriftführerin Jutta Strauch, Kassier Tom Grimmler. Als Beisitzer wurden Tobias Eckert, Carsten Hohn, Dietmar Sesselmann und Kieran Garbutt gewählt. Revisoren sind Jürgen Kraus, Werner Gleich und Franz Schrepfer.