Bedingt durch ihre Lage im Maintal ist die Gemeinde Oberhaid naturgemäß bei Starkregen bisweilen stark in Mitleidenschaft gezogen, wie zuletzt bei den sintflutartigen Regenfällen vor zwei Jahren.
Dies war für den Gemeinderat Anlass, in seiner jüngsten Sitzung nach Lösungen zu suchen, wie dieser Starkregen mehr in "geregelte Bahnen" gelenkt werden könne. Hierzu erläuterte Stefan Wolf vom Ingenieurbüro Wolf ein integrales Hochwasser- und Rückhaltekonzept. 22 Quadratkilometer wurden dabei im Bereich der Gemeinde Oberhaid erfasst. Als kein leichtes und dabei langwieriges Unterfangen stellte der Referent dabei den technischen Hochwasserschutz dar. Dies könnten z. B. Hochwasserrückhaltebecken, Abfanggräben als Überleitung oder die Umleitung von Bachläufen sein. Bis Sommer nächsten Jahres will das Ingenieurbüro einen detaillierten Maßnahmenkatalog vorstellen.
In einem engen Zusammenhang mit den Hochwassergefahren steht auch das Vorhaben der im Gewerbegebiet Unterhaid ansässigen Firma Mastertec, die Spezialartikel für den Stahlbetonbau und hier speziell in der Abdichtungstechnik und dem Bau "Weißer Wannen" herstellt. Firmeninhaber Rainer Kroppfelder will das Gelände des stark expandierenden Unternehmens erweitern. Im Wege steht allerdings die Lage im Überschwemmunsgebiet, in dem ein Bauleitverfahren grundsätzlich unzulässig ist. Ausnahmen sind nur möglich, sofern bestimmte Voraussetzungen, die das Wasserhaushaltsgesetz vorgibt, erfüllt werden.


Gemeinde hat keinen Zugriff

Aufgabe der Gemeinde sei es nun, so Bürgermeister Carsten Joneitis, Ausgleichsflächen zu suchen, um das Vorhaben, das sowohl von der Gemeinde als auch vom Landratsamt als wünschenwert angesehen wird, verwirklichen zu können. Bedingt durch den Kiesabbau seien, so der Bürgermeister, zwar genügend Ausgleichsflächen vorhanden, jedoch habe die Gemeinde darauf keinen Zugriff. Eine Entscheidung soll in den nächsten Monaten fallen.
Bereits im Februar wurde der Beschluss über das Erschließungsgebiet für den Breitbandausbau in der Gemeinde Oberhaid festgelegt. Nun beschloss der Gemeinderat einstimmig, das Angebot der Telekom - dem einzigen Anbieter - in Höhe von 335 441 Euro anzunehmen. Bei der Regierung wird eine Förderung in Höhe von 268 353 Euro beantragt, der Eigenanteil der Gemeinde Oberhaid beträgt somit 67 088 Euro. Verbessert wird damit die Breitbandversorgung in den Ortsteilen Sandhof, Staffelbach, in Oberhaid an der Turnhalle und der Kläranlage sowie in Unterhaid ebenfalls an der Kläranlage.
Im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich des Datenschutzes soll für den Landkreis Bamberg ein gemeinsamer Datenschutzbeauftragter bestellt werden. Die Kosten sollen den Gemeinden anteilig ihrer Einwohnerzahlen in Rechnung gestellt werden. Der Gemeinderat stimmte dem einstimmig zu, die Kosten für Oberhaid sollen zwischen 3000 und 5000 Euro liegen.
Kurz vor der Umsetzung steht die 1. Änderung des Bebauungsplanes "Einkaufsmarkt Grabensee". Geschäftsstellenleiter Markus Klarmann trug die Stellungnahmen der Behörden vor, die durchweg Einvernehmen signalisierten. Vernachlässigt werden könne, so Joneitis, der Einwand von Anliegern, die durch einen benachbarten Viehzuchtbetrieb Belästigungen befürchteten. So kann im nächsten Jahr wohl mit den geplanten Erweiterung des Verbrauchermarkts begonnen werden.


Gegen Photovoltaikanlage

Den Anbau einer Kinderkrippe im Gemeindekindergarten "Regenbogen" stellte Jochen Eis vom gleichnamigen Architekturbüro vor. Die Maßnahme mit einem neuen Gruppen- und Ruheraum mit zusätzlichen Personalraum, Büro und Unterstellplätzen soll 1,1 Millionen Euro kosten, die Baugenehmigung soll im Herbst erfolgen, die Umsetzung dann im nächsten Jahr.
Betrübte Gesichter gab es bei einer Staffelbacher Familie, die eine Bauvoranfrage für die Errichtung einer Freiflächenphotovoltaikanlage in Staffelbach nahe der Autobahn stellte. Bürgermeister Joneitis bewertete diesen Antrag positiv, sei die Schaffung von regenerativen Energien doch ein Schritt in dir richtige Richtung. Kontrovers diskutierte dies jedoch der Gemeinderat, der zwar mehrheitlich für derartige Energiegewinnung war, jedoch den Nachteil des Flächenverbrauchs und des Blendschutzes ins Feld führte. Mit 6 : 9 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.