Wer aus Heldritt hinaus in Richtung Elsa läuft oder fährt, kommt an einer grünen Wiese vorbei. Grüne Wiese - ja und? Das mag so mancher denken. Denn anders als in großen Städten hat die Bevölkerung in der Region den zur Gewohnheit gewordenen Luxus, zwischen Grundstücken und Feldern immer wieder wogende Wiesen zu sehen - mit vielen bunten Farbtupfern darin. Hier gedeihen natürlich gewachsene oder angesäte Gräser, Disteln und Heilkräuter wie etwa Mädesüß oder Wilde Karde. Solche Naturwiesen sind Rückzugsorte für Insekten, Amphibien und andere Kleinstlebewesen - und in der Folge für Fledermäuse und zahlreiche Vögel wie Stare und Wanderfalken, denen sie als Nahrung dienen, insbesondere jetzt zur Brutzeit.

Die Wiese am Ortsausgang von Heldritt, durch die der Grundbach fließt, haben seit diesem Jahr die Familien Thumser und Madouche von der Stadt gepachtet - mit erfreulich geringem bürokratischen und finanziellen Aufwand. Schon im vergangenen Jahr hatten die Kinder vom BRK-Kindergarten "Sonnenblume" in Zusammenarbeit mit dem Marienverein Heldritt auf dem Abschnitt hinter der Brücke eine Blühwiese gesät. Ein Teil dieser Saat ist auch in diesem Jahr nach der Mahd im April wieder aufgegangen: ein idealer Standort für ein Insektenhotel.

Ein solches hat Matthias Thumser gebaut und hier aufgestellt. Seither summt und brummt es fleißig. Unterschiedlichste Wildbienen, Fliegen, Käfer und andere Insekten haben im Hotel "ihre Zimmer" bezogen. "Ein Insektenhotel stellt lediglich eine Nisthilfe dar, welche nicht den natürlichen Lebensraum ersetzen kann", stellt Matthias Thumser fest. "Daher ist es umso wichtiger, diesen zu erhalten und zu schützen." Als Rückzugsraum ist das Insektenhotel direkt am Wasser und in der blühenden Naturwiese im Augenblick hoch willkommen - für die Insekten ... und für die Menschen, die hier verweilen und ein Stück Natur genießen wollen. Wer möchte, ist herzlich eingeladen, das rege Treiben zu beobachten.