Zu "Helden oder nicht - Unser Heldenfriedhof" im Fränkischen Tag vom 12. Mai, Leserbriefe vom 14. und 19. Mai:

Die Bezeichnung der Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges 1914 - 1918 wird als angeblich unpassend zur Diskussion gestellt. Für alle am Ersten Weltkrieg beteiligten Länder entwickelte sich auf nationaler Ebene eine Gedenkkultur für die Opfer.
Die gefallenen Soldaten wurden in allen Ländern gewürdigt, weil sie das Leben für das Vaterland eingesetzt und verloren hatten.
Die Anlage wurde zu einer der eindrucksvollsten Gedenkstätten für die gefallenen Soldaten unserer Stadt errichtet. Die Namen und Daten auf den Gedenksteinen erinnern an die gefallenen Mitbürger - für viele Nachfahren gleichen Namens eine bleibende Erinnerung.
Natürlich kann man dem Wort "Helden" aus heutiger Sicht eine andere Bedeutung zuordnen. Deshalb einer Änderung des Namens und einer Neugestaltung der Anlage das Wort zu reden, erscheint aus meiner Sicht unangemessen und in Erinnerung an die damals an der Errichtung Beteiligten unwürdig. Offensichtlich soll jede überlieferte Gedenktradition - dem Zeitgeist entsprechend - verändert werden.
Wer möchte dem zustimmen?
Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg leben wir in einem vereinten Europa in Frieden mit unseren Nachbarn.
Ein Held wäre der Hitlerattentäter geworden, wenn er den Diktator unter Einsatz seines eigenen Lebens getötet hätte. Er und die Mitverschwörer verfolgten ehrgeizige Pläne in einer vom Militär dominierten Zukunft.
Wahre Helden sind diejenigen, die in den letzten 70 Jahren das zerstörte Deutschland aufgebaut, eine demokratische Verfassung geschaffen und unser Land zu einem Gemeinwesen in Frieden und Wohlstand gestaltet haben.
Joachim Neckritz,
Höchstadt