Der ÖPNV und das neue seniorenpolitische Gesamtkonzept waren Thema beim 3. Austausch- und Vernetzungstreffen der Seniorenbeauftragten im Landkreis.
Was brauchen ältere Menschen, um gut zu leben? Und welche Aspekte hierfür sind im Landkreis Bad Kissingen schon vorhanden? Woran muss vor Ort gegebenenfalls noch gearbeitet werden? Diese Fragen und das Thema öffentlicher Personen- Nahverkehr (ÖPNV) standen im Fokus des 3. Treffens der Beauftragten für die Seniorenarbeit im Landkreis Bad Kissingen.
Cordula Kuhlmann, Leiterin des Regionalmanagements für den Landkreis Bad Kissingen, begrüßte die Seniorenbeauftragten, Bürgermeister und Gemeinderäte sowie die Vertreter der Kirchen. Sie leitete auch das Thema ÖPNV ein. Wie sich anschließend zeigte, waren einige Angebote des Nahverkehrs den Teilnehmern nicht bekannt.
Deshalb erläuterte der ÖPNV-Beauftragte des Landkreises, Michael Schäder, die Konditionen der Seniorenkarte 65+ und stellte flexible Angebote wie den Rufbus sowie das Anrufsammeltaxi vor. Einige der Seniorenvertretungen hatten Fragen zum Liniennetz und dem Bäderlandbus, der von Mai bis Oktober kostengünstig viele touristische Orte auch über Landkreisgrenzen hinweg anfährt. Es gab Anmerkungen und für viele der Anwesenden war es gut, sich direkt mit dem ÖPNVBeauftragten austauschen zu können. Angeboten wurde bei dieser Gelegenheit die Mitarbeit an einem Runden Tisch, um sich dem Thema "Lesbarkeit der Fahrpläne" zu widmen. Oberthulbas Bürgermeister Gotthard Schlereth lobte die Arbeit des ÖPNV-Beauftragten. Die Betreuung des Liniennetzes, die regelmäßige Anpassung an Veränderungen und die Kooperationen im Verbund zum Ausgestalten der Waben seien eine sehr zeitaufwendige und verhandlungsintensive Beschäftigung, so der Bürgermeister und Vorsitzende des Kreisverbandes des Bayerischen Gemeindetags.


Konzeptarbeit für die Praxis

Nach einer Vernetzungspause erläuterte Manfred Zehe vom Modus-Institut Bamberg den Grund und die Handlungsfelder des neu erstellten Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes. Dieses Konzept hat das Bamberger Institut für den Landkreis erstellt - unter Einbeziehung von Gemeinden und Senioren in Form einer schriftlichen Befragung. Gewidmet wurde sich zunächst den Themen "Wohnen im Alter", "Ehrenamt" sowie "Gesellschaftliche Teilhabe von Senioren". Zum Thema Ehrenamt sagte die Behindertenbeauftragte beim Bezirk Unterfranken und Seniorenbeauftragte der Stadt Bad Kissingen, Karin Renner: "Ehrenamt ist das Aufgabenfeld schlechthin. Gerade durch den Verlust der Zivis ist da
eine Lücke, die schwierig zu schließen ist - auch bei den Verbänden."
Helmut Beck, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Stadt Bad Kissingen, stellte in diesem Zusammenhang fest, dass viele ältere Menschen sich gern engagierten, "aber nur ungern fest verbindlich und regelmäßig". Damit sei die Individualisierung der Interessen auch bei der älteren Generation angekommen, schilderte auch Antje Rink vom Projektmanagement "Demographie".Weil aber das Gesamtkonzept insgesamt elf Handlungsfelder umfasst, beschlossen die Teilnehmer ein weiteres Treffen durchzuführen. Es soll Mitte April stattfinden.


Positive Zwischenbilanz

Festgestellt wurde, dass der Landkreis mit dem Regionalmanagement in Vorarbeit gegangen ist und in Form von Veranstaltungsreihen ("Zuhause daheim"/ "Keine Chance für Stolperfallen & Co" in 2018) sowie Fachtagen bereits Informationen für die Bürger aufbereitet hat. Außerdem gibt es die "Notfallmappe" und den Ratgeber "Älter werden im Landkreis Bad Kissingen" sowie, ganz neu, den "Demenzwegweiser", der erstmals bei den Gesundheitstagen ausgegeben wird, informierte der Landkreis in einer Pressemeldung. red