Wenn Beziehungen in die Brüche gehen, kann dies bisweilen ziemliche Wellen schlagen. In Kulmbach brachte jetzt eine Frau ihren Noch-Ehemann vor Gericht. Er hatte im Streit ihr Handy in die Toilette geworfen.
Die Beziehung zwischen dem Ehepaar war eigentlich längst beendet. Trotzdem besuchte die 29-Jährige am 14. Januar mit dem gemeinsamen Kind ihren Noch-Ehemann zu Hause. Man wollte gemeinsam Kaffee trinken und anschließend auf den Spielplatz gehen, so war der Plan.
Doch in der Wohnung kam es zum Streit. Die Ehefrau schilderte, dass ihr Mann sie an die Beine gefasst und bedrängt habe. Er sei ihr auf die Toilette gefolgt, habe sie immer wieder umarmen wollen. Und schließlich habe er ihr Handy von einem Regal im Wohnzimmer genommen, sei damit ins Bad gekommen, wo es in der Toilette gelandet sei.
"Ich habe dann fluchtartig das Haus verlassen und Anzeige erstattet", schilderte die Ehefrau die Sachlage. Sie wollte ihren Mann wegen sexueller Belästigung und Sachbeschädigung vor Gericht bringen. Der Vorwurf der sexuellen Belästigung allerdings war schon vorher vom Tisch, er wurde gar nicht erst Gegenstand der Verhandlung.
Im Raum stand folglich nur der Vorwurf der Sachbeschädigung. Doch hatte der Mann das Handy wirklich mit Absicht in die Toilette geworfen?


Gerangel im Bad

Der Beschuldigte hatte die Situation und den Streit mit seiner Ex ganz anders in Erinnerung. Er habe nur mit ihr reden wollen. Damit sie nicht gleich wieder ging, habe er ihr Mobiltelefon an sich genommen. "Ich wollte es ins Bad auf die Ablage legen", sagte er. Doch im Bad sei es zu einem Gerangel gekommen - am Ende habe das Handy in der Toilette gelegen.
"Ich habe ein neues Handy gekauft, aber das wollte sie nicht", erklärte der Angeklagte vor Gericht. Offensichtlich hatte seine Frau Angst, dass er auf dem neuen Handy eine Ortungsapp installiert haben könnte. Der Beschuldigte hatte seiner Frau außerdem geholfen, ein Formular auszudrucken, denn das Telefon war gegen Schäden versichert, betonte er.
Auf Nachfrage von Richterin Sieglinde Tettmann bestätigte die Frau, dass die Versicherung den Schaden längst ersetzt habe.
Da sowohl die Vertreter der Staatsanwaltschaft als auch Richterin Sieglinde Tettmann die absichtliche Zerstörung des Handys nicht nachweisen konnten, wurde das Verfahren eingestellt. Auch der Strafbefehl wegen Sachbeschädigung wurde zurückgenommen. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse.