In Wallenfels setzt man jetzt die länger ins Auge gefassten Straßensanierungen um. Wie Bürgermeister Jens Korn (CSU) in der Stadtratssitzung erklärte, habe man in den vergangenen 25 Jahren diesbezüglich nur das Notwendigste gemacht. Über viele Jahre hätte auch die von der Rechtsaufsicht auferlegte Straßenbauausbaubeitragssatzung angewendet werden müssen und die Bürger finanziell belastet. Nunmehr gelte es, die insgesamt 44 Kilometer der Ortsstraßen Zug um Zug zu sanieren.

Es gelte auch, die noch günstige Fördersituation auszunutzen und mit den nach einer Prioritätenliste festgelegten Maßnahmen zu beginnen. In der Stadt selbst stehe als erstes die Straße "Am Fallenholz" an. Beauftragt mit der Planung wurde das Büro HTS, dessen Geschäftsführerin Andrea Kleylein die Verhältnisse auf der 574 Meter langen Ausbaustrecke vorstellte. Mit der Anbindung der Seitenstraßen müssten über 700 Meter ausgebaut werden. Um die riesigen Asphaltflächen zu minimieren, werden in Teilbereichen Grünflächen angelegt. Die reinen Baukosten werden sich auf rund 1,2 Millionen Euro belaufen. Mit entsprechenden Zusatzleistungen und Nebenkosten verschlingt die Maßnahme rund 1,4 Millionen Euro.

Der Bürgermeister informierte, dass man mit einer Förderung zwischen 70 bis 80 Prozent rechnet. Derzeit wird im dortigen Bereich auch der Kanal mit einer Kamera befahren. Für die Anwohner wird es noch einen Termin geben, wo die Planungen vorgestellt werden. Angedacht ist auch, in die Straße Glasfaserkabel zu verlegen, welches direkt in die angrenzenden Häuser führt. Seitens des Stadtrates wurde auch der Erdgasanschluss angesprochen.

Stärkung für das MVZ

Eine sehr gute Nachricht hatte Jens Korn in Sachen Landarztpraxis zu vermelden. Das Modell sei beispielgebend für andere Gemeinden, sagte der Bürgermeister. In den letzten beiden Jahren habe sich die Versorgungssicherheit deutlich zugespitzt. Nach der Schließung der Praxis von Dr. Staffelt wurden mehrere Anläufe genommen, um eine Einigung zu erzielen. Dies sei weder der Stadt noch einem möglichen Nachfolger gelungen. Seit Anfang Februar arbeitet Dr. Perera aus Sri Lanka mit Dr. Voigt im Netzwerk. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) sei damit wesentlich gestärkt und die Öffnungszeiten erweitert worden.

Stadträtin Jenny Schmitt (FW) zeigte die "neuen Spielregeln" im MVZ auf, wo mittlerweile vier Ärzte tätig sind. Mehr als die Hälfte der Stunden müssten in der Hauptstelle angeboten werden, in Wallenfels wurden die Wochenstunden von bisher 6,5 auf 19,5 Stunden erweitert.

Weitere Projekte in Wallenfels

Dem vom Bürgermeister vorgelegten Projektplan war zu entnehmen, dass die Stadt schon mehrfach vom Landratsamt aufgefordert wurde, das Fremdwasser im Kanal zu reduzieren. Mit dem Büro SRP habe man entsprechende Messungen durchgeführt und sei derzeit dabei, die Schadstellen zu beseitigen.

Die Bauarbeiten an der alten Schule in Wolfersgrün können nach der gestern erfolgen Submission baldmöglichst beginnen. In dieser Woche erfolgt die Ausschreibung für den Abriss der Gebäude für das neue Feuerwehrhaus. Die Turnhalle im Bildungszentrum soll im Zuge des Programms KIP Barrierefrei gemacht werden. Vergeben wurde bereits der Aufzug, nunmehr erfolgt die Ausschreibung der Baumeisterarbeiten.

Auch bei der Straßeneinfahrt in Geuser sei man so weit, dass die Ausschreibungen rausgeschickt werden können. In der Schnaid laufen Bodenuntersuchungen für die Straßenbauplanung. Beim Friedhof Wallenfels steht das Priestergrab zur Sanierung an. Weiterhin sind Stützmauern zu erneuern. Die benötigten Baugrunduntersuchungen sind eingegangen, informierte Korn seine Stadträte.

Schulden weiter abgebaut

Kämmerer Thorsten Grundei gab die Jahresrechnung 2019 bekannt. Sie schließt mit einem Gesamthaushalt von knapp über zehn Millionen Euro. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt liegt mit über einer Million Euro auch höher als der Planansatz. Die Gewerbesteuereinnahmen haben sich im vergangenen Jahr gut entwickelt. Der Schuldenstand betrug zum Jahresende rund 5,7 Millionen Euro. Aufgrund der gewährten Stabilisierungshilfe aus 2018 war eine Sondertilgung möglich, sagte Grundei.

Bürgermeister Jens Korn sprach von einem finanziell guten Jahr. Die Schulden konnten mit Hilfe des Freistaats Bayern weiter abgebaut werden. Die Zukunft bereite aufgrund der Corona-Pandemie etwas Sorgen, wobei die Gewerbesteuer in der Flößerstadt derzeit noch ziemlich stabil sei. Für Investitionshilfen wurden 2,7 Millionen Euro für den Pflichtaufgabenbereich beantragt. Dabei will man mehrere Projekte im Feuerwehrwesen angehen, einen Rest bei der Turnhalle erledigen sowie den Stadtumbau am Marktplatz und der Straßenbau voranbringen.

Neu besetzt wurde die Stelle im Standesamt. Im letzten Jahr wurde nach dem Ausscheiden der bisherigen Mitarbeiterin die Stelle einer Standesbeamtin ausgeschrieben, wie Jens Korn ausführte. Seit Beginn dieses Monats ist Ute Grebner in der Verwaltung beschäftigt. Sie wurde jetzt mit einer Ausnahmegenehmigung zur Standesbeamtin in Wallenfels bestimmt, nachdem auch der einzige Standesamtsbeamte Frank Jakob, der die Regelvoraussetzungen hatte, in Teuschnitz zum Bürgermeister gewählt wurde. Die 36-jährige gebürtige Neuengrünerin stellte sich dem Stadtrat vor