Die Waldbesitzervereinigung Kreuzberg (WBV) informierte auf Wunsch vieler Waldbesitzer über das Betretungsrecht in der freien Natur und Landschaft. Es herrscht bei den Privatwaldbesitzern in der Region großer Unmut über ausufernde Schäden in ihren Wäldern.

Das Problem wurde am gewählten Veranstaltungsort, dem Wanderparkplatz zwischen Rettern und Weilersbach, an einem schönen Sommertag auch gleich offensichtlich: Unzählige Mountainbiker mit und ohne Motorunterstützung treibt es zum Abenteuer an die bewaldeten Hänge der Langen Meile. Manche fahren auf dem geschotterten land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsweg hoch Richtung Retterner Kanzel; jedoch bergab halten sich nicht viele auf dem für das Fahrradfahren geeigneten Forstweg. Sie fahren querfeldein auf eigens hergerichteten Trails durch die Flurstücke der Privatwaldbesitzer.

Während der zweistündigen Zusammenkunft fahren ungefähr 20 Mountainbiker "offroad" an der Gruppe der Waldbesitzer vorbei. "Kaum einem der meist aus dem Großraum Nürnberg angereisten Mountainbiker dürfte es bewusst sein, dass die Wälder, die sie hier für ihr Freizeitvergnügen benutzen, zum größten Teil in Privatbesitz sind und der Waldboden durch das Befahren geschädigt wird", mutmaßt Matthias Jessen, der hier zuständige staatliche Revierleiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Abenteuerliche Fahrten

Anderen wiederum, die sich ihrer Ordnungswidrigkeit bewusst sind, die sie beim Bauen und Befahren der Trails begehen, ist das im Gefühl des Kicks, den die abenteuerlichen Fahrten auslösen, schlichtweg egal. Da schrecken auch die im Bayerischen Naturschutzgesetz und Waldgesetz angedrohten Strafen von bis zu 25 000 Euro nicht ab. Dabei ist die Gesetzeslage eindeutig", erläutert der Forstbeamte.

Denn das zum Zweck des Genusses der Naturschönheiten und zur Erholung dienende Betretungsrecht schließt das Radfahren und Reiten auf ungeeigneten Wegen klar aus und verpflichtet zum pfleglichen Umgang mit Natur und Landschaft. "Auf die Belange der Grundstückseigentümer ist zwingend Rücksicht zu nehmen", liest Jessen den Teilnehmern den Paragrafentext vor.

Diese Klarheit seitens des Gesetzgebers löste hohe Emotionen bei den Versammelten aus. Denn die Hilflosigkeit angesichts der immer erheblicheren Schäden durch das Mountainbiken ist groß. "Dort, wo sie fahren, wächst nichts mehr. Sie zerstören die Fruchtbarkeit des Waldbodens", ärgern sich Waldbesitzer. Die Teilnehmer berichteten über ihre Erfahrungen mit der Uneinsichtigkeit der Biker: "Spricht man diese darauf an, fahren sie einfach weiter. Man kann sie nicht belehren. Da muss man schon aufpassen, dass man nicht zusammengefahren wird."

Wer sich so einen Trail einmal angesehen hat, kann sich über die hier illegal investierte Arbeit und Energie nur wundern - Sprungschanzen, Kurvenerhöhungen und vieles mehr finden sich im Wald. Auch anwesende Jäger klagten über die Schwierigkeiten mit immer und vor allem überall plötzlich auftauchenden Naturnutzern. "Selbst in der Nacht und aus Hecken tauchen die Mountainbiker auf und machen eine erfolgreiche Jagd unmöglich. Die verbrachten Stunden sind dann vergeblich, das Wild ist vertrieben", beklagte sich ein Jäger.

Gefahr beim Baumfällen

Richtig gefährlich kann es für die Biker bei Baumfällungen werden. Ein Waldbesitzer berichtete davon, dass Sperrungen oft missachtet und einfach umfahren würden. Er hatte schon einschlägige Erlebnisse, bei denen plötzlich und mit hoher Geschwindigkeit Mountainbiker im Fallbereich der Bäume "mitten im Wald" auftauchten.

Und wie zum Hohn fahren plötzlich zwei Quadfahrer, alle Anhalteversuche der Gruppe der Waldbesitzer missachtend, an dem offiziellen Verkehrsschild vorbei, dass das Befahren der Forststraße sperrt und nur dem land- und forstwirtschaftlichen Verkehr das motorisierte Befahren erlaubt. Das erhitzte die Gemüter weiter. Man war sich einig, dass eine Grenze überschritten sei und nun sowohl Politik als auch Polizei dringend handeln müssten.