Während der Corona-Krise sind Pfarrerinnen und Pfarrer für die Menschen da und dagewesen. Das hat am Wochenende bei zwei Einführungsgottesdiensten in Altdorf (Landkreis Nürnberger Land) und Gräfenberg (Landkreis Forchheim) die Nürnberger evangelische Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern betont.

Sie widersprach damit Vorwürfen, die Kirchen hätten in der Krise versagt. Davon könne keine Rede sein, sagte Hann von Weyhern laut einer Mitteilung: "Die Kirche hat sich in der Corona-Krise nicht weggeduckt und sie wird das auch in Zukunft nicht tun."

Die Pfarrerinnen und Pfarrer hätten telefonische Hausbesuche gemacht, Hilfe für in Not geratene geleistet, getröstet und Mut gemacht. "Wir haben kreativ Gottesdienst digital gefeiert. Selten sind Gottesdienste so angenommen worden", stellte die Regionalbischöfin fest. So viele Menschen seien dankbar, in Angst und Unsicherheit geistlichen Trost zu finden. Die Bischöfin meinte: "Unsere Seelsorger haben Unglaubliches geleistet. Wir haben unter den Bedingungen eines Ausnahmezustandes alles Mögliche getan, um unserem Auftrag an den Menschen gerecht zu werden. Nicht wenige sind hier auch an ihre Grenzen gegangen."

Unter anderem hatte die "Süddeutsche Zeitung" (31. Juli) auf der Titelseite die Kirchen gefragt "Wo seid ihr?" Die frühere thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hatte bereits vor einigen Wochen die Kirchen kritisiert. Sie hätten sich nicht um die Alten und Kranken gekümmert. Hann von Weyhern führte am Samstag in der Laurentiuskirche in Altdorf den neuen evangelischen Dekan im Dekanatsbezirk, Martin Adel, ins Amt ein.

Am Sonntag fand die Einführung des neuen Gräfenberger Dekans, Reiner Redlingshöfer, statt. Sie freue sich über "zwei gleichsam erfahrene wie innovationsfreudige Kollegen", die in ihren jeweiligen Dekanaten "mit Schwung und Augenmaß die Veränderungsprozesse der Gemeinden in diesen herausfordernden Zeiten begleiten und antreiben werden", sagte die Regionalbischöfin.

Am Sonntag nahm im Dekanat Gräfenberg Reiner Redlingshöfer (57), seinen Dienst auf. Nach einer ersten beruflichen Station in der Versicherungsbranche und einer zweiten als Leiter des Büros der Landrätin des Landkreises Fürth sei Redlingshöfer als Spätberufener zum Studium der Theologie gekommen, teilte das Büro der Regionalbischöfe mit. In den vergangenen knapp zehn Jahren war Redlingshöfer Pfarrer der Paul-Gerhardt-Kirche Stein-Deutenbach.

Das Dekanat Gräfenberg umfasst zwölf Kirchengemeinden mit rund 12 000 Gemeindegliedern. Für ihn sei dort die Kombination von klassischem Gemeindepfarramt und der Leitung des Dekanatsbezirks sehr wichtig, erklärte Redlingshöfer. Das passe gut "zu meinem ganzheitlichen Verständnis meiner Berufung als Pfarrer". epd