Voraussichtlich ab 2019 und bis zum Jahr 2024 sollen jährlich bis zu 60 000 Kubikmeter aus dem Lechmündungsgebiet stammendes Wasser in den Hochbehälter gepumpt und von dort zu den Verbrauchern im gesamten Hirschaider Gemeindegebiet geleitet werden: Der Marktgemeinderat beschloss bei zwei Gegenstimmen, dass die Trinkwasserversorgung durch den Anschluss an die Fernwasserversorgung Oberfranken sichergestellt wird. Bis zur Gemeinderatssitzung Ende Mai werden die Verträge mit der FWO unterschriftsreif sein, ist Bürgermeister Klaus Homann (CSU) sicher.
Seit längerem schon empfehlen die für den Markt tätigen Ingenieurbüros, im Interesse der Versorgungssicherheit die durch das Gemeindegebiet verlaufende Fernwasserleitung gewissermaßen anzuzapfen. Bislang quälten
sich die Kommunalpolitiker um das Thema, bestanden auf die Versorgung aus eigenen Brunnen und Quellen. Neuerdings hoffen sie auch auf einen Anschluss an die Wasserversorgung der Nachbargemeinde Strullendorf, die angeblich über reichlich Wasser verfüge. Bis man allerdings an Strullendorf andocken könnte, vergingen nach Ansicht des Büros Sauer & Harrer drei bis fünf Jahre. So lange hinge die Wasserversorgung des Marktes Hirschaid am seidenen Faden. Wie Homann nämlich darlegte, hätten die "jüngsten Ereignisse" in der kommunalen Wasserversorgung, zum Beispiel die Verkeimungen und Verunreinigungen in Friesen und Seigendorf potenzielle Schwachpunkte verdeutlicht. Diverse verlustreiche Rohrbrüche in dem großräumigen Versorgungsbereich, die nur schwer geortet werden konnten, sowie die Notwendigkeit, die Jura-Quellen für die Dauer ihrer unausweichlichen Sanierung vom Netz zu nehmen, zwingen zum Handeln.


Kalkgehalt wird gesenkt

Als zusätzliche Sicherheit bei Störungen und zur Abdeckung der Wasserbedarfsspitzen in verbrauchsreichen Zeiten ist es nach Auffassung der Gemeindeverwaltung sowie der großen Mehrheit des Gemeinderats erforderlich, eine erhebliche Menge von Zusatzwasser zu besorgen. Kurzfristig hilft da nur der Anschluss an die Fernwasserleitung.
Für rund 300 000 Euro soll eine Verbindungsleitung von einem Übergabepunkt an der Autobahn zwischen Hirschaid und Seigendorf zum Hochbehälter verlegt werden. Das könne in drei bis vier Monaten Bauzeit bewältigt werden, glaubt Homann. Als erfreulichen Nebeneffekt sieht der Bürgermeister die Senkung des Kalkgehalts des Hirschaider Wassers durch die Einspeisung des "voll mischbaren" weicheren Fernwassers.
Albert Deml und Roland König von der Ökologischen Liste ließen sich für den Anschluss an die Fernwasserleitung nicht erwärmen und stimmten gegen das Vorhaben. Die Frage der Kooperation mit Strullendorf sowie die Sondierung weiterer Standorte für Trinkwasserbrunnen im Gemeindegebiet sollen fortgesetzt werden.