Für die VHS ist es - hoffentlich - nur eine Überbrückungshilfe: 136 000 Euro sollen Stadt und Landkreis in diesem Jahr jeweils zusätzlich überweisen, um der Bildungseinrichtung unter die Arme zu greifen. Denn wegen Corona mussten viele Kurse abgebrochen oder abgesagt werden. Einnahmeausfälle sind die Folge - denn immerhin finanziert sich die VHS Coburg Stadt und Land gGmbH zu zwei Dritteln selbst.

All das stand in der Beschlussvorlage für den Finanzsenat am Dienstag, und VHS-Geschäftsführer Rainer Maier erzählte noch einiges mehr: Dass die VHS rund 47 000 Euro an bereits bezahlten Kursgebühren als Spende einbehalten durfte und damit ihren Kursleitern unter die Arme greifen konnte. Dass zwar mehr Einnahmen erzielt wurden, als Honorare zu bezahlen waren, dass der Überschuss aber trotzdem nicht reicht, alle Kosten zu decken. Derzeit erhält die VHS 530 000 Euro im Jahr von ihren beiden Gesellschaftern Stadt und Landkreis Coburg zur Defizitdeckung.

Dem Aufsichtsrat werde er am 21. Oktober drei Szenarien vorstellen, wie die VHS sich für die Zukunft aufstellen könne, sagte Maier. In der Beschlussvorlage hatte er davor gewarnt, das Angebot zu weit herunterzufahren und Strukturen zu zerschlagen: Die müssten dann mühsam wieder aufgebaut werden.

Nicht alles geht digital

Die VHS wolle zwar digital aufrüsten und auch Online-Angebote machen, sagte Maier. Aber bei Gesundheits- oder Kochkursen sei das nur schwer möglich. "Wenn ich einen Kochkurs mit Herrn Amend mache, und der darf seine Nase nicht über den Topf halten, krieg ich eine Watschn." Gerhard Amend (CSB) ist Stadtrat, Mitglied des Finanzsenats und Vorsitzender des VHS-Fördervereins. Er ergänzte, dass die VHS auch eine soziale Funktion habe: Vor allem ältere Menschen würden die Kurse und Vorträge nutzen, um unter Leute zu kommen. Beschlossen wurde, dass die VHS die beantragte Überbrückungshilfe erhalten soll, auszuzahlen in zwei Raten.

Beim Thema Puppenmuseum war die Einigkeit nicht ganz so groß. Das Museum braucht einen höheren Zuschuss, weil das Defizit inzwischen den vorgesehenen Rahmen von 205 000 Euro sprengt, und das nicht nur wegen Corona: Personalkosten sind gestiegen, einige Posten wurden der Kostenstelle Puppenmuseum neu zugewiesen. 250 000 Euro wird die Stadt nun in den nächsten beiden Jahren zur Verfügung stellen.

Viel mehr einsparen könne man nicht, sagte Gerhard Amend auf einen entsprechenden Vorschlag von Andreas Engel (CSU). Schon Kulturamtsleiter Norbert Anders und Museumsleiterin Christine Spiller hatten deutlich gemacht, dass es kaum möglich sei, die Öffnungszeiten noch weiter zu reduzieren. Eine Erhöhung der Eintrittspreise sei möglich, wenn ab 2021 auch die Museen im Umkreis ihre Preise anheben, sagte Anders. Synergie-Effekte gebe es bereits, sagte Christine Spiller: Der neue Ausstellungsraum "Rückert 3" komme den Partnern zugute, mit denen dort Ausstellungen veranstaltet werden, und schon jetzt übernimmt die Kasse des Puppenmuseums an Wochenenden Aufgaben der Tourist-Info, die dann geschlossen ist. "Wir sparen Coburg Marketing-Geld."

Miete zu hoch angesetzt?

Gerhard Amend wies darauf hin, dass in dem Defizit auch die rechnerische Miete für die Räume in dem stadteigenen Gebäude enthalten sei. "106 000 Euro - das ist ein Witz ohne Ende!" Würde man diesen Betrag herausrechnen, bleibe ein weitaus geringeres Defizit - und gemessen daran erwirtschafte das Puppenmuseum einen höheren Deckungsbeitrag als das Landestheater.

Zwei Gegenstimmen gab es zu dem Vorschlag, für das Aufstellen von Getränkeautomaten in Schulen kein Geld mehr zu verlangen. Begründung: Der Aufwand sei zu hoch. Auch würden die Gebühren jetzt schon erlassen, wenn ein Förderverein oder Elternbeirat die Automaten betreibt.

Einstimmig bewilligte der Senat mehr Geld für die Renovierung der Stadthauspassage (55 000 Euro), die fast abgeschlossen ist. Ein barrierefreier Zugang zur Terrasse des "Haus am See" (Bürgerhaus Wüstenahorn) ist noch nicht einmal geplant, soll aber nächstes Jahr von der Wohnbau Stadt Coburg in Angriff genommen werden. Eigentlich gebe es ein fertiges Konzept für einen Rundweg um den See, doch das ist momentan hintangestellt, erläuterte Ullrich Pfuhlmann (WSCO). Der Zugang zur Terrasse soll so gestaltet werden, dass er sich später in den Rundweg einfügt, wenn dieser einmal angelegt wird.