H ier stehe ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor, jammert Doktor Faust in Goethes gleichnamigem Schauspiel. So müssen sich die Rannunger Gemeinderäte nach dem Vortrag des Bamberger Geoökologen Dr. Christoph Hartmann vorkommen. Naturschutzverbände und viele Wissenschaftler warnen vor Gefahren für Menschen und Tiere durch das Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat. Doch Hartmann relativiert die Gefährlichkeit von Glyphosat. In der EU darf es noch fünf Jahre lang eingesetzt werden. Viele Städte und Gemeinden verzichten aber bereits auf seinen Einsatz und verpachten landwirtschaftliche Grundstücke nur noch, wenn darauf kein Glyphosat eingesetzt wird. Die meisten Landwirte müssen möglichst kostengünstig produzieren. Der Verzicht auf Unkrautvertilgungsmittel erhöht ihre Kosten. Sehr viele Verbraucher sind allerdings nicht bereit, diese zu übernehmen und etwas höhere Preise zu akzeptieren, um Natur und Umwelt und damit auch sich selbst zu schützen. Es geht nur um ein paar Hektar, die die Gemeinde zu verpachten hat. Deshalb hat die Entscheidung, die der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung treffen soll, eher symbolischen Charakter. Sicher wird vorher nochmals darüber geredet. Wissenschaftlichen Sachverstand kann man von keinem der Gemeinderäte verlangen. Sie müssen sich auf die Meinung von Fachleuten verlassen. Doch die sind sehr unterschiedlich, wie schon ein kurzer Blick ins Internet deutlich macht. Die Entscheidung wird so nicht einfach.