Eine Ladung Baumaterial liegt vor dem Rathaus in Kleinsendelbach. Die energetische Sanierung ist voll im Gange und da derzeit kein Strom im Rathaus fließt, wurde die Sitzung in die Mehrzweckhalle verlegt.

Die Elektroarbeiten waren dann auch gleich das Thema am runden Tisch im Gremium, denn auch im rechten Teil des Rathauses, in dem Raum, den die Pfadfinder mitbenutzen und im Sitzungssaal soll ausgebessert werden. Internetanschlüsse in jedem Raum und die Möglichkeit, Fernsehen schauen zu können, sind geplant.

Im Mai wurde ein Angebot über die Elektroarbeiten in Höhe von 29 636,77 Euro brutto angenommen. Durch die nun zusätzlichen Maßnahmen musste das Leistungsverzeichnis ergänzt werden. Die Teuerung würde über 6000 Euro betragen und die Elektroarbeiten für die zusätzlichen Arbeiten würden sich dann gesamt auf 35 886,70 Euro brutto belaufen.

"Pfadfinderraum" fehlt

Doch Hildegund Fischer (Dorfgemeinschaft) findet im dem Leistungskatalog keine Posten, die für den "Pfadfinderraum" gedacht sind. Stattdessen sorgten E-Mails mit den Angeboten für die energetische Sanierung an die Gemeinderäte für etwas Verwirrung. Denn neben den zusätzlichen Elektroanlagen sollte der Rat auch über eine Ent- und Belüftungsanlage entscheiden. Neben den dafür vorgesehenen 11 000 Euro kämen laut Fischer nochmals 11 000 Euro für die Elektroarbeiten für die Lüftungsanlage hinzu. "Es ist alles vermischt. Wir vergeben heute Elektroarbeiten über 46 000 Euro", meinte Fischer. Auf den Unterlagen stünde zwar die Entlüftungsanlage, doch in einem weiteren Angebot würden die Elektroarbeiten mit Kosten für diese Lüftungsanlage aufgeschlüsselt sein. "Das wird dann eben das nächste Mal beschlossen", so Fischer.

Bürgermeisterin Gertrud Werner (Unabhängige Wählergruppe) stimmte Fischer zunächst zu, verwundert, weil vom Firmeninhaber etwas anderes genannt war. Noch in der Sitzung versuchte sie den Firmeninhaber anzurufen, um Klarheit in die Sache zu bringen. Denn ohne das zweite Angebot mit den Elektroarbeiten für die Lüftungsanlage hätte eine Lüftungsanlage keinen Sinn. Dann allerdings schien es, als handele es sich um ein anderes Angebot der Firma, in der einerseits nur die Geräte berücksichtigt seien, während es im anderen Teil um die Elektroarbeiten geht.

Trotzdem war das Hildegund Fischer zu undurchsichtig. "Es geht um viel Geld", meinte sie und stellte den Antrag, den Tagesordnungspunkt zurückzustellen, bis Leistungen und Kosten richtig geklärt sind. Mit einer Stimme Mehrheit wurde Fischers Antrag zugestimmt, obwohl Bürgermeisterin Werner erklärte, dass sich die Baustelle dadurch wieder verzögere.

Schon in der vergangenen Sitzung hatte Fischer die Angebote genau geprüft und bei der Vergabe der Fußbodensanierung im Kinderhaus das vermeintlich günstigere Angebot als teurer gefunden, weil der Skonto nicht berücksichtigt worden war. Für das "teurere" Angebot hatte der Rat dann gestimmt. Bürgermeisterin Werner hatte sich deshalb nochmals in der Verwaltung erkundigt. Der Skonto würde lediglich 35 Euro ausmachen, aber die Firma wolle 50 Prozent Vorauszahlung. Deshalb habe die Verwaltung vor einigen Wochen das günstigere Angebot genommen, ohne den Skonto zu berücksichtigen. Eine Vorauszahlung wollte man eigentlich nicht, verteidigte Werner die Verwaltung, die dem Vorwurf ausgesetzt war, die Angebote nicht richtig zu prüfen.

Straße muss saniert werden

Auch die Gemeindeverbindungsstraße von Kleinsendelbach nach Großenbuch ist in einem schlechten Zustand, teilweise brüchig, altersbedingt und durch die starke Frequentierung. Jedenfalls muss die Straße saniert werden. Die Firma Strabag AG würde die Straße für 78 992,34 Euro sanieren. Der Preis umfasst eine Fläche von 3800 Quadratmeter, was laut Hildegund Fischers Berechnung einer Straßenlänge von 950 Metern und vier Metern Breite entspräche. Ob die Straße verbreitert werden soll, da die Breite laut Messungen auch nur 750 Meter betrage, wollte Fischer wissen. Bürgermeisterin Gertrud Werner verneinte. "Wir können nicht in Privatgrund gehen", so Werner. Jedenfalls, beruhigte sie, würde genau nach Quadratmeter abgerechnet werden.

Bei der Überbausanierung der Brücke Brander Weg muss ebenfalls finanziell nachgebessert werden. Da sich nach Bauvorgaben seitens des Bauamts höhere Baukosten ergeben, fallen auch die Honorarkosten höher aus. Aus den vormals 10 000 Euro werden nun 23 859,50 Euro brutto.