Zum Artikel "Erneut Festnahmen in Belarus" vom 10.10.: In Ihrem Artikel "Erneut Festnahmen in Belarus" untertitelt diese Zeitung ein Foto, das maskierte Polizisten mit Schlagstöcken und fliehende Demonstranten zeigt, lapidar mit "Demonstranten und Polizisten in Zivil gerieten in Minsk aneinander".

Ich bin über diese Wortwahl stark verwundert, denkt man dabei nicht unwillkürlich an kleinere Rangeleien zwischen zwei etwa gleichstarken, aggressiven Parteien?

Wer aber die Bilder am Sonntag in der Tagesschau gesehen hat, die aus derselben Perspektive aufgenommen waren, kann bezeugen, dass diese "Polizisten" wie losgelassene Bluthunde agierten und wahllos mit höchster Brutalität auf absolut friedliche Demonstranten eindroschen, die ihr Heil in der Flucht suchten.

Die Beharrlichkeit und Gewaltlosigkeit eines Großteils der Bevölkerung in Belarus, die Wochenende für Wochenende ihren Kopf hinhält gegen die Schergen eines widerwärtigen Diktators, und dabei Gefängnis und Folter riskiert, kann nur bewundert werden!

Die Berichterstattung demokratischer Medien sollte diesen Sachverhalt genau benennen und das große Unrecht, das dort geschieht, nicht mit Wischi-Waschi-Formulierungen verdecken.

Martin Pfeiffer

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